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In all den Szenarien zur künftigen Stromversorgung werden Stromimporte aus den europäischen Nachbarländern selbstverständlich vorausgesetzt, wenn bei uns massenhaft die Stromer laden, die Smartphones sowieso, selbstfahrende Autos auftauchen, 5G (und bald 6G) flächendeckend eingeführt ist, die Sektorenkopplung nicht nur angedacht ist und die stromverschlingenden Kryptowährungen florieren.

Eins nach dem anderen: “all den Szenarien”? Alle, wirklich alle, hat die Dame also gelesen und verstanden. Ok. Und natürlich werden Stromimporte vorausgesetzt, genau wie Exporte. Genau das ist Sinn und Idee eines Verbundnetzes. Man kann vermutlich davon ausgehen, dass die Autorin implizieren will, dass diese Importe ausschliesslich (bzw. überhaupt) aus Kohle- und Atomstrom bestehen, oder so. Und auch das, weil Elektroautos geladen werden. Dass wir in den letzten zwanzig Jahren mehr Zubau an (und damit mehr Strom aus) erneuerbaren Energien hatten (bei sinkendem Anteil an Kohle- und Atomstrom), als Elektroautos potenziell brauchen, ignoriert sie. Ich habe das schon mal in einem Posting etwas näher beleuchtet. Smartphones. Wir haben in D ca. 100Mio genutzte Smartphones, das macht ca. 5GWh an elektrischer Energie im Jahr. Das ist die Energieproduktion EINES mittelgrossen Windrades. Uninteressant. Was selbstfahrende Autos in der Aufzählung sollen, weiss ich nicht. Die Computer darin brauchen etwas Strom, aber da ist selbst ein Toaster anspruchsvoller. Dito 5G, keine Ahnung, was das soll, warum nicht die Strassenbeleuchtung nennen? Bevor ich zur Sektorenkopplung komme, noch kurz zu Kryptowährungen: Davon abgesehen, dass die grad immer mehr vom sog. Proof of Work (der kostet idiotisch viel Strom für nichts) zum Proof of Stake (der kostet kaum Strom) gehen, wird niemand, wirklich niemand, Kryptowährungen in Deutschland minen”. 

Sektorenkopplung. Ja, die ist interessant. Vereinfacht gesagt versteht man darunter, dass man alles, was Energie braucht1, grundsätzlich direkt elektrisch macht, oder über wenige Schritte aus elektrischer Energie ableitet, da sich elektrische Energie in den meisten Fällen am einfachsten hinreichend sauber herstellen lässt. Wenn wir unseren aktuellen Primärenergiebedarf für alle Sektoren aus elektrischer Energie bestreiten wollten, kämen wir nicht um extrem viele Speicher oder gar Atomkraftwerke etc. aus. Allerdings besteht die Idee ja primär darin, die Effizienz extrem zu steigern (daher schrauben wir schwere Batterien in Elektroautos, anstatt unter grossen Verlusten aus Strom SynFuels herzustellen, weil das extrem viel ineffizienter ist als das Mehr an Masse beim Elektroauto). All das will die Autorin vermutlich aber gar nicht thematisieren, sie will einfach nur irgend etwas gegen Erneuerbare Energien schreiben.

Sieht man ja direkt am folgenden Satz: Wenn alle nur auf Importe zielen würden, dann würde alles zusammenbrechen. Was halt so lange richtig ist, wie man die Exporte ignoriert, was sie geflissentlich tut. 

Dann geht es endlich direkt an Minister Hauk. Der sei ja jetzt ekelhaft, weil er als CDU einen tiefstmöglichen Kotau2 vor den Grünen mache. Dass vielleicht selbst der konservativste CDU-Minister allerspätestens nach der Flutkatastrophe, die viele Menschenleben gekostet und noch viel mehr Existenzen zerstört hat (von den darauf resultierenden Umweltfolgen zu schweigen), vielleicht mal auf die Idee kommt, dass man halt doch mal was gegen die Klimakatastrophe machen sollte, kommt der Autorin nicht in den Sinn. Was sie ja im folgenden Satz, ganz klassisch aus dem Repertoir der rechtesten Ecke hervorgekramt, gleich beweist, weil ja wir deutschen alleine die Klimakatastrophe nicht “in den Griff” bekämen. Den Unsinn muss man nicht schon wieder kommentieren. “Ekelhaft”, wenn ich HM mal zitieren darf. 

Dann geht es mit gewohnt billiger Polemik weiter, Ideologen, die sich verrannt hätten, abwertende Bemerkungen über “FFF-Kinder” usw. “Ekelhaft”.

Dann wieder ein Märchen aus der rechten Hetzerkiste: Der “unvermeidliche Blackout”. Ängste schüren, anstatt etwas für die Gesellschaft zu leisten. Gefolgt von klassischem Fehlwissen über Redispatchment. Peinlich, solcher Unsinn, aber das ist bei Schwarzwald Gegenwind ja offenbar egal. Lustig der Abschlusssatz des Absatzes:

Nach einem Blackout kriegen Sie mit dem Schwankstrom der Volatilen nicht mal wieder das Netz hochgefahren.

“Schwankstrom” entstammt dem selben Hetzerpaket wie “Dunkelflaute”3; der gesamte Satz ergibt keinen Sinn. Man fährt nicht “das Netz” hoch, weil man halt auch “das Netz” nicht herunterfährt. Selbst bei einem teilweisen Ausfall ist der halt teilweise, was denn auch sonst? Schwarzwald Gegenwind bewirbt übrigens immer wieder gerne Atomstrom. Dass Atomkraftwerke nicht schwarzstartfähig sind, also ohne bestehendes Netz nicht angefahren werden können, entstammt im Gegensatz zum Schwankstrom nicht einer Geschichte von EIKE, sondern ist Grundlage der Elektrotechnik. Nur damit können Gegenwindler*innen traditionell nichts anfangen. 

Weiter geht es mit mehr Polemik, es sei idiotisch, ‘Erneuerbare’4 auszubauen ohne Speichertechnologien, die noch nicht mal am Horizont seien. Es mag sein, dass der Horizont bei Gegenwindler*innen so schmal ist, dass sie nicht sehen, was es an Speichertechnologien gibt. Dass man aber Erneuerbare Energien prima auch ohne Speichertechniken noch weiter ausbauen kann, kann nicht nur jeder Mensch mit minimalem Fachwissen in der Energietechnik bezeugen, sondern dazu reicht ein einfacher Blick auf den Ausbau der EE in den letzten zwanzig Jahren …

Am Schluss merkt sie an, dass man nur für verantwortungsvolle Entscheide mit Rückgrat beten könne. Dass sie damit nicht das ausdrückt, was sie offenkundig ausdrücken wollte, lassen wir mal so stehen. Wen sich die EIKE- und Vernunftkraft-Leute da tendenziell wünschen, ist aber halt leider auch so klar wie der Himmel blau ist. 

Sie schliesst mit entsetzten Grüssen. Ich würde mir wünschen, sie hätte ihren Unsinn ebenso wie den Mangel an An- wie Sachverstand erkannt, aber davon gehe ich leider nicht aus. 

Wie gesagt, den Kommentar von “admin” dazu halte ich gerade nicht aus, lest ihn oder lest ihn nicht, einen Erkenntnisgewinn würde ich daraus jedenfalls nicht erwarten.

Summa summarum ist das halt einfach nur ein weiteres von vielen beschämenden Postings einer Bürgerinitiative, die behauptet, den Schwarzwald schützen zu wollen und in Wirklichkeit nur die Gesellschaft spalten, Lügen und Unwahrheiten verbreiten, andere abwerten und sich damit (bewusst oder unbewusst) zu den Handlangern ekelhafter Bewegungen aus den dunkelsten Ecken dieser Gesellschaft wie unserer Geschichte machen. ‘ekelhaft’. 

 

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Gegenwindfakten https://blog.doerflinger.org/2019/11/gegenwindfakten/ https://blog.doerflinger.org/2019/11/gegenwindfakten/#comments Mon, 11 Nov 2019 11:00:34 +0000 http://blog.doerflinger.org/?p=543 Disclaimer: Ich masse mir hier absolut nicht an, rein wissenschaftlich zu arbeiten, meine Aussagen hier sind teilweise belegt, oft basieren sie einfach nur auf meinem (Fach-)Wissen im Bereich der Energietechnik. Daher schreibe ich auch nicht, dass das “wissenschaftliche Fakten” seien.


Unter dem nicht ganz unnarzisstischen Titel “Wissenschaftliche Fakten! – Wir haben die Naturgesetze, die Tatsachen auf unserer Seite!5” veröffentlichte die BI Schwarzwald Gegenwind am 06.11.2019 einen Artikel, besser: ein Pamphlet. Nachdem die BI ihre offenkundige Nähe oder zumindest Sympathie zum immer rechteren Rand schon eine gute Woche vorher mit einem Link zur selbsternannten “Achse des Guten”6 bekräftigt haben, versuchen sie nun, Narrative aus der Klimawandelleugnung wissenschaftlich darzustellen. Der Text stammt von Andreas Hirsch aus Wies.

Allerdings reicht es halt nicht, “Wissenschaftliche Fakten” über einen Text zu schreiben, wenn er dann so wissenschafltich daneben liegt.

Dass bereits in den ersten Worten die ständig auftretende Extemisierung zwischen Windkraftgegnern und Windkraftbefürwortern (ganz ohne Differenzierung, obwohl die das wichtigste ist) gefestigt wird, ist nicht mal mehr auffallend, sondern leider bezeichnend. Aber zum Inhalt:

Das beginnt bereits in “1. Grundlagen”. Hier wird, entweder durch absichtliche Fehldarstellung oder Unkenntnis der Sachlage des Autoren, der Eindruck erweckt, dass ausschliesslich gesicherte Leistung7 nutzbare elektrische Energie sei und dass Windkraft keine gesicherte Leistung sei. Das ist aus mehreren Gründen falsch. Zum einen ist die Ertragsprognose einzelner WKAs auf drei Tage inzwischen extrem verlässlich, was sich auch darin zeigt, dass WKAs in Deutschland zu 6%8 zur Grundlast beitragen. Zum anderen benötigt das immer dynamischer werdende Netz9 immer mehr Regelenergie, also dynamisch regelbare Energieträger, was zB Atom- und Kohlekraftwerke nicht sind.
Richtig ist, dass eine reine Grundlasterzeugung nur mit WKAs, oder auch nur ein Grundlastanteil von 25% an WKAs nicht sinnvoll wäre. Davon redet aber halt auch keiner.

Weiter geht es mit der sogenannten Unterdeckung im Januar 2020. Diese 0,5GW tauchen sehr häufig auf. Allerdings nicht in wissenschaftlich belastbaren Abhandlungen, sondern als Narrativ, und zwar ganz konsistent auf Seiten wie AchGut, EIKE, Anti-Windkraft-BIs und dem Medienteil, der sich gerne gegen Erneuerbare Stellt, wie z.B. Focus. 

Hier wird als Quelle ein Interview mit dem Wissenschaftler Harald Schwarz10 angegeben. Dass Interviews, egal mit wem, keine wissenschaftlich belastbaren Fakten (und die wurden ja versprochen) darstellen, weiss Andreas Hirsch entweder nicht, oder es ist ihm egal. Das ist aber gar nicht mal wirklich der relevante Punkt. Als Quelle wird das Interview mit Harald Schwarz angegeben (das Interview selbst ist auch schon mehr als fragwürdig, das ist hier aber nicht relevant). Im Interview selbst drückt sich Schwarz aber ziemlich vage aus, was die Versorgungssicherheit angeht, von den 0,5GW spricht er an keiner Stelle. 
Im Text findet sich aber ein Kasten mit Balkendiagrammen, dessen Quelle ist aber nicht mit Harald Schwarz angegeben, sondern es wird auf einen Bericht11 der Übertragungsnetzbetreiber verweisen. Dort steht allerdings:

Im Leistungsbilanzbericht 2017 wurde erstmals eine geringe negative verbleibende Leistung ausgewiesen. Unter den oben beschriebenen Bedingungen hätte sich mit den damals den ÜNB vorliegenden Informationen und getroffenen Annahmen ein Importbedarf von 0,5 GW für den Referenztag 2020 ergeben. Durch die stetige Aktualisierung der Datengrundlage und Berücksichtigung der aktuellen Informationen zum Kraftwerkspark in Deutschland ergibt sich im vorliegenden Leistungsbilanzbericht für Januar 2020 eine positive verbleibende Leistung von ca. 1 GW. Für den erstmalig betrachteten Stichtag 2021 ergibt sich ein möglicher Importbedarf von ca. 5,5 GW.

Und weiter unten:

Da gemäß der „Feststellung Netzreservekraftwerksbedarf für den Winter 2018/2019 und das Jahr 2020/2021“ der BNetzA [2] der Bedarf an Netzreservekraftwerken durch nationale Anlagen gedeckt werden kann, sind derzeit keine Netzreservekraftwerke im Ausland zu kontrahieren

Und schliesslich:

Die Untersuchung der Leistungsbilanz ist mit verschiedenen Unsicherheiten behaftet. Damit sind der Aussagekraft der Ergebnisse Grenzen gesetzt.

Die Aussage, dass im Januar 2020 eineUnterdeckung ggeben sei, ist also schlciht falsch. Im weiteren Abschnitt wird dann aus dem Artikel zitiert, leider wird hier extrem unwissenschaftlich zitiert. Im Satz vor dem Zitat zeigt Schwarz ganz deutlich, dass seien Aussage keine wissenschaftlich fundierte ist, sondern eine reine Annahme:

Die Wahrscheinlichkeit, dass uns die Nachbarn in einer kalten Dunkelflaute, bei weitgehendem Ausbleiben von Strom aus
Wind und PV, mal eben 20 GW über den Strommarkt verkaufen können, halte ich für unrealistisch. Genau an diesem Punkt hat sich der Abschlussbericht der Kommission für mich wegen Realitätsferne  erledigt.

(Hervorhebung von mir).

Im ganzen Abschnitt geht Hirsch, ebenso wie Schwarz12 davon aus, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in halb Europa kein Wind wehen und keine Sonne scheinen könne. Wann kommt das vor?

In Teil 2 wird es dann spannend: Hier Outet sich Hirsch ganz offenkundig als Leugner des menschlichen Anteils am Klimawandel, indem er die (absolut unwissenschaftliche) These aufstellt, dass CO2 als Klimagas überschätzt werde. Spätestens hier geht es offenkundig nicht (mehr?) um wissenschaftliche Fakten. 

Wir lesen dennoch weiter. Als nächste liefert er, fast schon erwartbar, einen Verweis auf das Paper der drei ProfessorInnen der Universität Heidelberg. 

Auch hier handelt es sich um ein mehr als fragwürdiges, definitiv nicht wissenschaftlich haltbares Paper (das auf einem Paper von 2015 basiert, das ebenfalls mehrfach invalidiert wurde), hier ist das Paper schon beschrieben: https://energiewende-rocken.org/physikprofessoren-aus-heidelberg-ist-er-eigene-ruf-voellig-egal-fakenews-ohne-ende/

Dann kommt wieder mal ein klassischer Satz aus der Klimawandelleugner-Ecke, der so pauschal halt eine falsche Darstellung ergibt, dennoch ist sich Hirsch nicht zu schade, ihn zu verwenden.

Bitte beachten Sie, dass die deutschen CO2-Emmissionen sich seit 2009 nicht wesentlich verändert haben!!!

Es fängt damit an, dass 2009 ein Ausreisser ist, in dem Jahr wurde vergleichsweise wenig CO2 ausgestossen. Davor und danach hingegen ungleich mehr. Die Tendenz (Hirsch drückt eine Tendenz aus, nicht den absolutenVergleich zwischen 2009 und zB 2019) ist klar fallend13. Viel wichtiger ist allerdings, dass die Tatsache, dass im Energiesektor vor allem dank EE die CO2-Emissionen gesenkt wurden, dazu geführt hat, dass die Emissionen nicht gesamthaft gestiegen sind.

Dann kommt, auch wieder sehr gängige Argumentation, dass man doch, auch wenn Hirsch das anscheinend (scheinbar?) nicht sinnvoll findet, vielleicht mal wieder etwas mehr Atomkraft versuchen könnte. Ist das nun sein Vorschlag oder halt doch nicht?

Anschliessend kommt er – nach einem etwas wirren Einlass, dass man doch Solarenergie (vermutlich meint PV) in Batterien speichern könne, obwohl das Recycling von Solaranlagen nicht geklärt sei (wo klärt er das Recycling von Kohle- oder Atomkraftwerken?) – zum Thema, warum das mit Windkraft alles nicht ginge. Vielleicht kommen jetzt endlich die versprochenen wissenschaftlichen Fakten. 

Nein, doch nicht. Es folgt ein hochemotionaler Rant gegen eine Frau Fromm, die anscheinend sein Plakat kritisiert hat. Anscheinend steht auf dem Plakat etwas von Greifvögeln, die durch Windkraftanlagen getötet werden. Es werden Vögel durch Windkraft getötet, das steht ausser Zweifel. Es werden aber halt auch Vögel durch so ziemlich alles andere, was wir machen, getötet. Warum sind nun nur die Vögel relevant, die durch Windkraft getötet werden? Oder sehen wie die Schwarzwald-Gegenwind-Leute zukünftig auch in Wieslet vor dem Güggelifest demonsitrieren? Vielleicht mag Herr Hirsch mal eines Abends einen Spaziergang zum Dorfgemeinschaftshaus machen. Unten rechts ist das Schlachthaus. Auch dort werden Tiere getötet14, sind diese toten Tiere nicht relevant? 

Dass sich Hirsch hier nicht zu schade ist, den Begriff “Genzoid” zu verwenden und damit effektiv wirkliche Genozide zu verharmlosen, ist traurig und hochgradig unanständig, entspricht aber leider häufig dem Argumentationsniveau der BI. Warum aber nur die Windkraftindustrie diesen bewussten Genozid betreibt, andere Industrien, denen ebenso viele oder mehr Vögel zum Opfer fallen, nicht, bleibt offen, Wissenschaftliche Fakten sind das aber halt immer noch nicht, hier geht es rein um Emotionen (“Die armen Vögel”).

Nun folgen die Aussagen (Aussagen, nicht wissenschaftliche Fakten, letzere wären ja belegt) Schlag auf Schlag:

WK habe massgeblichen Anteil an Insektensterben. Beleg dazu (sollen ja wissenschaftliche Fakten sein): Keiner. Zumindest mein Wissensstand ist, dass es hierzu bisher keine belastbaren Zahlen gibt. Es ist wohl anzunehmen, dass ein nicht kleiner Teil der Insektenpolulation durch WKAs belastet wird, allerdings muss man, wenn man Zahlen hat, diese zwingend in Relation zu allen anderen Energieträgern stellen. Dann wird es wissenschaftlich.

Dann die enorme Umwelt- und Naturzerstörung. Davon abgesehen, dass jede kWh an elektrischer Energie, die nicht durch zB Kohlekraftwerke, sondern eben durch eine WKA hergestellt wird, einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz darstellt, ist es absolut übertrieben, diese Zerstörung so zu überhöhen. Für den Bau einer WKA wird i.a. unter einem ha Waldfläche dauerhaft abgeholzt. Dafür gibt es Ausgleichsfläche, die braucht Zeit, nachzuwachsen. Richtig. Allerdings: Wir haben im Schwarzwald pro Hektar zwischen 400 und 700 Festmeter Holzbestand. Das entspricht in etwa 600-900 Ster an Holz. Wenn ich durchs kleine Wiesental fahre, sehe ich vor fast jedem zweiten Haus vielleicht 50 Ster Meterholz liegen. D.h. die “enorme Natur- und Umweltzerstörung” findet genauso durch die Haushalte statt. Und dabei ist die industrielle Nutzung noch gar nicht beachtet. Schlechtes Argument, ausser, man will sich mit so ziemlich jedem Waldbesitzer im kleinen Wiesental oder sonstwo anlegen.

Als nächstes, ebenso erwartbar, der Infraschall. Auch hier gibt es keinerlei wissenschaftlich belastbare Fakten. 

Und dann, ganz pauschal und vor allem ohne irgend welche Belege die Aussage, dass Kosten und Schäden so hoch seien, dass WKAs nicht betrieben werden könnten. Sehr unwissenschaftliche Darstellung.

Und dann wieder ein Glaubensbekenntnis und pauschale Aussagen über zu leicht zu verdienendes Geld. 

Nach einem – ebenso unwissenschaftlichen wie unbelegten – Seitenhieb auf die EWS kommt dann wieder ein Horroszenario, ganz viele Emotionen: Der Blackout.

Auch hier wieder keinerlei wissenschaftlicher Hintergrund. Hirsch verweist auf eine Studie15 des TAB. Dieser Verweis funktioniert nur deswegen überhaupt, weil er hier Ursache und Wirkung auf die selbe Quelle bezieht, obgleich die Studie sich ausschliesslich auf potenzielle Wirkung bezieht, und weil er oben mit den falsch dargestellen Lücken schon versucht, Ängste vor einem Blackout zu schüren. 

Die Studie selbst gibt grossflächige Katastrophen oder gezielte terroristische Anschläge als Beispiele für Auslöser eines grossflächigen und langandauernden Blackouts. Und dann beschreibt sie mögliche Auswirkungen. Allerdings gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass selbst eine grössere Leistungslücke dazu führt, einfach da unser Verbundnetz hinreichend viele Schutzmechanismen hat, so z.B> Lastabwurf16 und das inhärente Vorhandensein eines Verbundnetzes.

Auch hier wieder sein Verweis auf Kohle- und Atomkraft, honi soit …

Dann folgt mein Lieblingssatz des Artikels:

Niemand braucht meine Einschätzung zum CO2 zu teilen. Aber vielleicht bringen die reinen Fakten die Windkraftbefürworter ja ins Nachdenken? Vielleicht. Hoffentlich.

Nein, wirklich niemand muss seine unwissenschaftliche Falscheinschätzung zu CO2 teilen. Allerdings muss auch niemand über seine reinen Fakten nachdenken, einfach weil sie nicht vorhanden sind. 

Lustig ist auch sein Nachsatz, dass “sie” es nicht nötig hätten, Beleidigungen und Verleumdungen von sich zu geben. 

Hier mal ein paar Zitate incl. Quellenangabe:

…von den selbsternannten Weltenrettern, den „Öko“-Stromlern und Graustromwäschern à la EWS, Elektrische Werke Schönau. 

Quelle: http://www.schwarzwald-gegenwind.de

Wieder ein Beweis dafür, dass Investoren wie die Elektrizitätswerke Schönau EWS den Bezug zur Realität verloren haben.

Quelle: Facebook-Seite von Schwarzwald-Gegenwind

Auch die Elektrizitätswerke Schönau EWS treten als radikale Weltenretter auf und verlieren zusehends die Faken aus den Augen!

Quelle: Ebd.

Helmut Seidel wenn er wirklich Sachkenntnis hätte (oder eben sein Denken nicht ideologisch durch seinen Arbeitgeber geprägt wäre), …

Quelle: Kommentar von Daniel Senn aufFacebook gegenüber einem privaten kritischen Posting eines EWS-Mitarbeiters

… und profitgierige Investoren …

Häufig verwendete Abwertung auf der Facebook-Seite der BI

Das Niveau hast du schon lange erreicht und unterschritten.

Daniel Senn, Kommentar auf der Facebook-Seite der BI

Die Damen und Herren der Elektrizitätswerke Schönau EWS haben von Physik offensichtlich nicht viel Ahnung.

Facebook-Posting von Schwarzwald-Gegenwind

Summa summarum liegt hier wieder ein Pamphlet voller Halbwahrheiten, Unwahrheiten, Unschärfen und vor allem Konzeptlosigkeit vor. 

Die Überschrift verspricht (endlich) wissenschaftliche Fakten, noch nicht mal dieses Versprechen wird eingehalten …

tl;dr: Ein weiterer “Artikel” der Bürgerinitiative “Schwarzwald Gegenwind”, der weder sachlich oder fundiert ist, noch wirkliche Konzepte, wie wir hinreichend sauber und sinnvoll in die Zukunft kommen, enthält. Schade.

 

 

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Autostrom https://blog.doerflinger.org/2017/07/autostrom/ https://blog.doerflinger.org/2017/07/autostrom/#respond Wed, 26 Jul 2017 16:38:59 +0000 http://blog.doerflinger.org/?p=295 Update: nein, ich kannte den Spektrum-Artikel nicht, aber prima, fühle mich bestätigt…

 

Da ständig die Debatte drüber stattfindet, wie viele neue Atomkraftwerke wir brauchen und wie dunkel es wird, wenn auf einen Schlag alle Autos Elektroautos sind, dachte ich mir, ich rechne einfach mal ein bisschen …

In Deutschland gibt es aktuell ca. 62Mio17 PKWs.

Im Durchschnitt legt ein Autofahrer in Deutschland im Jahr 14.500km18 zurück.

Ein Elektroauto braucht im Durchschnitt ca. 20kWh pro 100km.

14.500km/100km = 145
145 * 20kWh = 2900kWh = 2,9MWh

Sind also alle nach aktuellem Stand der Technik elektrisch19, dann braucht ein Auto im Jahr also 2,9MWh an elektrischer Energie.

2,9MWh * 62.000.000 = 179.800.000MWh
                    = 179.800GWh
                    = 179,8TWh

Gut 180TWh im Jahr also.

Das ist immerhin mehr als ein Viertel des gesamten elektrischen Energieverbrauchs von  Deutschland, 650TWh. Ok.

Nun ist es aber so, dass unser Stromverbrauch nicht schon immer gleich ist.

1994 verbrauchte Deutschland nur ca. 520TWh20, also ca. 130TWh weniger als heute. Die 130TWh sind gar nicht so weit weg von den 180TWh, die wir im Extremfall21 irgend wann benötigen.

Hier noch mal die Grafik von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen:

Update: Die Grafik gibt es leider nicht mehr, hier ist ein PDF mit den Daten, wenn ich mal dazu kommen, mache ich eine Grafik draus.

Wenn man sich  das anschaut, dann sieht man, dass in den letzen 25 Jahren die klassischen Energieträger wie Kohle und Kernkraft um über 100TWh pro Jahr weniger wurden, obwohl ja eben die Gesamtsumme um 130TWh größer wurde. Kleine Einschränkung: Gas wurde mehr, allerdings im Vergleich zu den erneuerbaren Energien eher marginal.

Natürlich ist die Rechnung etwas vereinfacht, weil man sowohl Netzausbau als auch Lastgang betrachten muss, aber die Zahlen zeigen doch, dass es kein grosses Problem sein sollte, in den paar Jahrzehnten, bis wir wirklich extrem viele Elektroautos haben, auch genügend hinreichend saubere Kraftwerkskapazität zu schaffen.

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