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Im neusten Artikel vom 16.10.2021 geht es um Atomkraft. Ja, richtig. Die Bürgerinitiative hat immer wieder bekräftigt, wie sehr sie gegen Atomkraft sei, einmal sogar als Einleitung zu einem Abschnitt, der Atomkraft offen bewirbt. Aber was interessiert die BI ihr Geschwätz von gestern? Die Bürgerinitiative1 hängt ja traditionell an Vernunftkraft, und damit an EIKE und der AfD, und da geht es halt um eine neoliberale Agenda. Und in die passt halt eine Energiewende, die Bürger:innen involviert absolut nicht rein, diese Agenda braucht zentralisierte Grossindustrie. Und da bietet sich halt Atomkraft an.

Der Artikel macht gewohnt infantil mit einem Bashing der Grünen und Fridays for Future auf. Diese beiden werden ganz pauschal mit den Gebrüdern Grimm, also Märchenerzählern, gleichgesetzt. Dass der oder die Autor:in sich dann schon zum ersten Mal widerspricht, fällt ihm oder ihr offenkundig nicht auf: Diesen “Märchenerzählern” wird sodann ein Irrtum unterstellt. Nun ist es aber halt so, dass Märchen (vgl. Lügen) so ziemlich das Gegenteil eines Irrtums darstellen. Ein Irrtum bedeutet, dass man aufgrund falscher Annahmen oder falschen Wissens die Unwahrheit erzählt. Also unabsichtlich. Ein Märchen ist ganz explizit die Erzählung des Ausgedachten, der Unwahrheit, also absichtlich. Aber egal, Wahrheit und Unwahrheit ist bei Schwarzwald-Gegenwind sowieso relativ flexibel …

Weiter geht es mit einer alten Studie des VGB. Die Studie stammt aus dem Jahr 2017 und stellt wissenschaftlich fundiert die damalige Situation der Windverteilung (und daraus abgeleitet die sog. Grundlastfähigkeit der Windkraft) in Deutschland und Europa dar, bezieht sich speziell auf überregionale Lücken und entsprechende Versorgung(un)sicherheit. Dazu nutzt sie sehr viel Interpolation, da die (damalige) Verteilung der Windkraftanlagen nicht wirklich repräsentativ war. Allerdings sieht nicht nur die Situation dank heutiger Technologie (Mehr Schwachwindanlagen anstatt Starkwindanlagen) und Ausbau anders aus, vor allem geht ja niemand von Exklusivität der Windkraft aus. Aber die Studie ist hier gar nicht das Thema.

Das Thema ist, dass der oder die Autor:in klar sagt, was seine Meinung sei: Dass man sofort mit dem Ausbau der Windkraft im Schwarzwals aufhören solle (noch mal: Weil eine alte Studie zeigt, dass Wind nicht immer und überall verfügbar ist, soll man es lassen? Ganz analog: Da mein Fahrrad auch mal einen Platten hat oder es draussen Glatteis hat und ich nicht fahren kann, soll ich es also wegschmeissen und mir einen Panzer kaufen?). Anstatt dessen solle man Energie sparen (kann ich absolut unterschreiben) oder alternative Lösungen erforschen, zB den Dual-Fluid-Reaktor. Ja, da steht erforschen. Noch nicht mal machen.

Der/die Autorin hat in einem Seitenhieb oben “den Grünen” und “Fridays-for-Future” mal wieder Realitätsmangel unterstellt. Wir können ja mal ihren/seinen Bezug zur Realität betrachten:

Ganz real können wir, Stand heute, Windkraftanlagen bauen. Technisch sind sie extrem weit gereift, sie produzieren je nach Jahr zwischen 20% und 30% unsere elektrischen Energie, leisten also ganz konkret einen substanziellen Beitrag, sie sind Teil der Realität. Die sollen wir aber laut ihm/ihr nicht weiter ausbauen, bringt ja nichts.

Seinen Vorschlag, Energie zu sparen, finde ich super, müssen wir machen, können wir aber nur begrenzt, und da wir weg von Öl-, Gas-, Kohle- usw.-Heizungen müssen, brauchen wir auch zum Heizen zukünftig elektrische Energie. Sparen alleine reicht also absolut nicht.

Also sein zweiter Vorschlag: alternativen erforschen, z.B. Dual-Fluid-Reaktoren(DFR). Disclaimer: Ich bin ganz expliziter Befürworter der Forschung, in fast jeder Richtung. Allerdings sollten meiner doch halbwegs fundierter Meinung nach nicht mehr all zu viele Ressourcen in manche Richtungen investiert werden. Forschungen im Bereich von Videorecordern auf Magnetband erfordern meiner Meinung nach nicht mehr viele Investitionen, ebenso sind kohlbetriebene Dampflokomotiven wohl ziemlich ausgereizt, und das Selbe gilt halt auch für Fissionsreaktoren, also Kernspaltungsreaktoren2.

Aber gehen wir doch mal davon aus, dass die Realität irgend wie zeigt, dass DFR günstig, sicher und sauber sind3. Dann haben wir halt das Problem, dass es sie nicht gibt. Es gibt bisher ausschliesslich rein theoretische Betrachtungen über die Funktionalität, es gibt noch nicht mal einen Pilotaufbau im Labormassstab. Ganz realistisch dauert alleine das viele Jahre biz Jahrzehnte. Und wenn das dann gemacht ist, braucht es extrem viele Prüfungen, Zulassungsverfahren usw. Es gibt bisher keinerlei Betriebserfahrungen mit einer solchen Technologie. Sprich: in der Realität würde es, selbst wenn man davon ausginge, dass der Reaktortyp umsetzbar sei (selbst diese Erforschung würde noch viele Jahre dauern) also noch Jahrzehnte dauern, bis wir einen solchen Reaktor hätten. Und auch für den gäbe es dann nach wie vor das Problem mit dem Atommüll. Der ist zwar weniger “kritisch” als der unser aktuellen Reaktoren, aber muss dennoch behandelt werden.

Wie weit der/die Autor:in sich in seiner/ihrer Realität befindet, zeigt dann auch noch mal der Schlussabsatz: wir hätten nur zwei Optionen, entweder Energiesparen und mit thermischen Kraftwerken (sprich: Kohle, Öl, Gas, ggf. Biomasse) weiterzumachen, bis Dual-Fluid-Reaktoren existieren, oder bald im Dunkeln zu stehen.

Dass wir einen stetigen Ausbau der Erneuerbaren haben, dass das Arhtal ganz unmittelbar von der Klimakatastrophe betroffen war, dass es Dürrekatatstrophen gibt und ganz banal, dass Deutschland das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat, das ist halt nicht Teil der Realität von Schwarzwald-Gegenwind. Schade.

P.S: Anscheinend stammt der Unsinn von Klaus-Hellmuth Dingsbums. Ich hätte das PS vielleicht zuerst lesen sollen. Man kann bei Schwarzwald-Gegenwind ja nicht von so viel Sorgfalt ausgehen, einen Gastbeitrag als solchen zu kennzeichnen. Oder ist Dingsbums der Admin?

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eingeimpft, eingeseift, für dumm verkauft vom Gegenwind https://blog.doerflinger.org/2020/05/eingeimpft-eingeseift-fur-dumm-verkauft-vom-gegenwind/ Sun, 17 May 2020 15:15:53 +0000 https://blog.doerflinger.org/?p=594 Nach wie vor Corona-Krise, nach wie vor Kinderbetreuung, nach wie vor eher wenig Zeit, daher kurz.

Wieder hat ein “admin” eine Art Pamphlet auf der Website von Schwarzwald Gegenwind hinterlassen. Wieder einmal bin ich ein paar Wochen zu spät, der Text dort stammt vom 25.04. Egal.

Wieder einmal strotzt der Artikel vor Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen. Er Schwurbelt extrem viel herum, daher ist es mir (siehe oben) nicht möglich, auf jeden Absatz einzugehen, ich picke mir einfach ein paar heraus. 

Nachdem die Herren (nach wie vor fehlen die Damen bei der BI, oder?) eine Weile versucht haben, den Umweltschutz, vor allem den des Schwarzwaldes, als ihre Agenda zu verkaufen, wird die neoliberale Haltung immer offensichtlicher (siehe ihre Verweise auf Rechte Website, Klimawandelleugner usw.), auch hier geht es keineswegs um Umweltschutz, es geht um Hetze gegen das EEG im Allgemeinen und das Feindbild EWS im speziellen. Ganz nach Handbuch von EIKE, Vernunftkraft und Co.

Schon gleich am Anfang die alte Leier der Subventionen durch das EEG. Es sind keine Subventionen, wenn man kritisiert, dann soll man das bitte korrekt machen, nicht hetzerisch mit falschen Darstellungen. Genauso wie die alte Neiddebatte, dass EEG-Empfänger4 sich die Kassen mit EEG-Geld Vollpacken. Natürlich erhält man beim Betrieb einer EEG-Anlage Geld, keine Frage. Das erhält man aber auch, wenn man ein Kohlekraftwerk oder ein Atomkraftwerk betreibt. Oder wenn man Autos oder Kugelschreiber herstellt. Kapitalismuskritiker ist wichtig und relevant, aber der Kontext deutet halt nicht darauf hin, dass es hier um Kapitalismus und Entfremdung vom Elektron gehen würde. 

Pseudointellektuelle Prosa folgt, anstatt dass der Autor einfach “Die Energiewende ist scheisse” schreibt, versucht er sich an einem Rosamunde-Pilcher-Verschnitt, Parataxen, teilweise ohne Auflösung. Auch hier wieder der Verweis auf die “Profiteure” und natürlich die hohen Umlagen. Die sind hoch, keine Frage, allerdings ist es unsinnig, die Sache so einseitig darzustellen. Wie viel kostet den Stromverbraucher denn wohl die “Entsorgung” von Atommüll? Wie viel kostet den Stromverbraucher wohl die Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke? Wie viel kostet den Verbraucher ganz konkret der Klimawandel? Ganz davon abgesehen, dass die Mehrbelastung durch das EEG vor allem durch den extrem übersubventionierten Markt der klassischen Energieträger entsteht. Wissen die Herren, passt aber nicht in die Agenda. Auch die pauschalen 280 Euro sind freilich Unsinn5, damit angefangen, dass es nicht “den Stromverbraucher” gibt, und dass gerade Grossverbraucher von der EEG-Umlage ausgenommen sind. 

Richtig lustig ist freilich die Aussage, dass irgend welche “Vertreter in Politik und Medien” es verlernt oder nie gelernt hätten, Behauptungen kritisch zu hinterfragen. Ist es doch so, dass das kritische Hinterfragen der Behauptungen von Schwarzwald Gegenwind regelmässig in Agression endet, aber quasi nie in sachlicher und fundierter Argumentation.  

Als nächstes natürlich die Pathologisierung, die sich auch die ähnlichgesinnten von AfD und Co. regelmässig zu nutze machen: Realitätsverlust bei den anderen. Direkt gefolgt vom Fake-News-Vorwurf (man erinnere sich: Schwarzwald Gegenwind weigert sich nahezu immer, auch nur einfache Aussagen zu belegen, auch klar nachgewiesene Lügen und Unwahrheiten werden von ihnen immer wieder wiederholt). Und immer wieder die Rede von Nachweisen, ohne jemals welche zu liefern. 

Und es folgt noch mehr Geschwurbel, mit wilden Wortkonstruktionen wie “Privilegien- Gesetz”[sic!], mit haltlosen Behauptungen, ohne Details oder gar Belege zu liefern. Die Rede ist von Eingriffen in Gesetzbüchern (welche), Außerkraftsetzung u.a. des Zivil-, Straf- oder Verwaltungsrechts, und die ständige Leier des weltweit höchsten Strompreises (der Vergleich von gesellschaftlichen wie privatwirtschaftlichen Kosten ohne die Einkommenssituation der Länder zu vergleichen, ist weder sinnvoll noch sachlich). Weiter geht es mit “ausufernden Finanzströmen”, und wirrem Zahlenmix. Erst ist von 193Mrd Euro EEG-Umlage die Rede6, dann auf einmal von 250Mrd, die in den zwanzig Jahren des EEG erlöst worden seien. Erlöst? Also als Umsatz generiert? Also ganz andere Zahlen? 

Dann eine ganz direkte Lüge. Als Seltsamkeit deklariert. Dreist wird behauptet, Betreiber von Windkraftanlagen würden Ausgleichszahlungen von den Netzbetreibern erhalten, wenn der Wind nicht wehe. Schlicht gelogen. Die Ausgleichszahlungen werden fällig, wenn der Wind weht, die Betreiber der Windkraftanlagen diesen aber nicht einspeisen können, weil im Netz durch die (kaum und teuer regelbaren)Atom- und Kohlekraftwerke genügend Strom vorhanden ist7. Das ist doof und problematisch, liegt aber daran, dass das EEG (aufgrund des Jahrzehnte lang übersubventionierten klassischen Strommarktes) eine bevorzugte Einspeisung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energien festlegt (nur so bekommen wir eine Energiewende hin), die klassischen Grosskraftwerke aber grösstenteils abgeschrieben und hoch subventioniert sind, weshalb es für RWE und Co. günstiger ist, das Kraftwerk weiterlaufen zu lassen, damit Geld zu verdienen und den Bürger die entgangenen Einnahme der EEG-Anlagen zu vergüten. 

Danach kommen Gemeinplätze, die klassischen EIKE-Pseudoargumente mit dem Minusstrom. Erklärung siehe oben. 

Und noch mal wird von Subventionen geschrieben, es geht hier aber eben genau nicht um Subventionen, sondern schlicht um Umlagen. Und dann der Verweis auf die “gute alte Zeit”, als Stromversorger noch nicht dereguliert waren. Dass in dieser “guten alten Zeit” Kohle- und Atomkraft immens subventioniert wurden, wird verschwiegen. Und dass wir die Altlasten dieser “guten alten Zeit” in Form von Atommüll und Klimawandel nun am Hals haben, halt genauso. 

Dann folgt wieder ein billiger Angriff auf die EWS (inclusive. Verleumdung, btw), genau wie auf “Öko-Auszeichnungen”, alles ganz pauschal und unsinnig. 

Und dann landen wir wieder bei der politischen Agenda unserer Gegenwind-Brüder. Es geht nicht um Wind, es geht nicht ums EEG, es geht um neoliberale Politik. Gemeinplätze, Schwadronieren über Wirtschaftsleistungen ohne weitere Inhalte und natürlich weitere Abwertung und Unsachlichkeit. Die Rede ist von “Ammenmärchen”, die der kenne (welche denn?). Von Durchbrüchen der Speichertechnologie (wer redet von diesen Durchbrüchen, und wie lässt sich daraus eine allgemeine Aussage ableiten?), und dass der gesamte Strombedarf gespeichert werden müsse (was Unsinn ist und niemand von Sinnen behauptet), oder dass behauptet würde, dass durch Windkraft bis zu 85% des Strombedarfs gedeckt werden könne (sicher punktuell möglich, aber kein allgemein sinnvolles oder gar anerkanntes Narrativ, vor allem nicht pauschal). 

Dann die alte Leier der Abhängigkeit. Und wieder der Verweis auf Covid-19, was sonst. Und wieder die Verdrehung, dass andere Leute Märchen erzählen würden, und natürlich Gemeinheiten, das Niveau sinkt immer mehr. 

Und dann kommt, auch hier sind wir wieder nahe bei AchGut, bei AfD und Co. ein Seitenhieb auf Merkel, um ein weiteres wirres Kompositum zu schaffen: “Wettbewerbsorgie”. Ich muss zugeben, ich habe die Parataxen der folgenden Abschnitte nun mehrfach gelesen, sie ergeben keinerlei Aussage. Es ist nicht zu entschlüsseln, um welche Wettbewerbe es dem Autoren nun gehen könnte. Wirr vor allem, wenn gerade dieser Autor anfängt, anderen Sprachpanschereien vorzuwerfen und Mitleid mit Philologen usw. zeigen will. Sorry, aber sein Text ist nun wirklich kein Augenschmaus8. Lustig vor allem, da er, wenn er von Philologen redet, wohl eher GermanistInnen meint, aber dieser “admin” neigt ja nicht selten dazu, zwanghaft Worte verwenden zu wollen, die er nicht wirklich versteht. 

Ähnlich lustig, wenn auch traurig, ist dann folgender Absatz, es geht um die Frage, was sein Geschwurbel mit einer BI zur Verhinderung der Windkraft auf Schwarzwaldhöhen zu tun habe:

Die Antwort ist einfach: Den Menschen dort, wie überall, werden Behauptungen, vermischt mit Angst- und Schreckensbildern um Augen und Ohren geschlagen, um dann mit den schönen Bildern einer geretteten, neuen Welt zu einer Art Glaubensbekenntnis verrührt zu werden. Mit einer realen Welt und erreichbaren Wirklichkeit jedoch, haben all diese hinlänglich bekannten Verheißungen wenig bis nichts zu tun.

Zuallererst geht es, wie gesagt, dieser BI nicht um Windkraft oder gar Umweltschutz. Das wäre die einfachste Antwort gewesen. So beschreibt er aber genau das Vorgehen der BI9, mit ihren Lügengeschichten, mit Angstmacherei vor Infraschall usw. Und dann halt wieder die ekelhafte Pathologisierung. Nur wir von der BI kennen die Realität, alle anderen, die anderes meinen oder wollen, leiden an Realitätsverlust und lassen sich von Wahnvorstellungen treiben. Goldenes Kalb in Reinform. 

Dass er wiederholt “Narrativ” in Anführungszeichen setzt, deutet wohl entweder darauf hin, dass er diesmal erkannt hat, dass er bei einem Wort nicht ganz sicher ist, was es bedeutet, oder dass er seine Leser für so dumm hält (was zu seiner Arroganz, die in der ständigen Abwertung anderer durchkommt, passt), dass sie nicht verstünden, was das sein könnte und wie er das meint. Und das in einem Satz, der den Germanisten wohl in den Suizid treiben würde, er ist zu gut als dass ich ihn unliniert lassen könnte:

Eine dieser „Narrativen“ entstand gleich zu Beginn der Verständlichmachung der Notwendigkeiten der oben erwähnten vor über zwanzig Jahren vorangetriebenen Energiewende mit der bereits erwähnten Minister-Eiskugel, die quasi als Eröffnungslüge des Jahrtausends in die Annalen einging.

Selbst mit korrekter Interpunktion wäre das semantischer Unsinn, vom Inhalt muss ich gar nicht erst anfangen. 

Danach wieder der unsägliche Eiskugelvergleich, wenn man halt sonst nichts hat, und schon wieder die einseitige Betrachtung des Strompreises. Und wieder der Verweis auf Covid-19, billigste Instrumentalisierung. Und noch mehr Arroganz, nur der Autor oder die BI haben einen realen Blick auf den Klimawandel, wer den nicht hat, soll zum Arzt gehen. 

Und dann käme ein prima selbstkritischer Satz der BI, wäre er nicht an alle anderen gerichtet. Und das gesamte Geschwurbel wird noch mal und nochmal wiederholt. In wirren Satzkonstruktionen, und wieder ohne Inhalte oder gar Belege. 

Verweise auf Langzeitstudien, wie immer ohne Verweise, welche das sind, folgen, u.a. auch in Bezug auf Insektensterben. Und dann ein kleiner Hammer: Das DLR hat anscheinend im Auftrag der Wissenschaftszeitschrift scinexx.de eine Studie durchgeführt und dabei herausgefunden, dass die 2019 installierten WKAs einen zusätzlichen Temperaturanstieg von 0,27 Grad Celsius in Deutschland bewirkten. Ein Hammer. Dazu möchte ich gerne mehr wissen. Da die Studie sich laut Autor auf installierte WKA Stand 2019 stützen, kann sie eigentlich nicht älter als von Mitte 2019 sein. Mal auf scinexx.de suchen. Hmm, drei Artikel scheinen halbwegs zu passen: Dieser beschreibt die Veränderung des lokalen Klimas durch Windkraftanlagen. Die zugrundeliegende Studie stammt aber nicht vom DLR, sondern von der State University of New York. Die dortige Studie deutet auf gewisse Veränderungen hin, kann aber keine klare Aussage in Bezug auf konkrete Veränderungen machen. Das kann also nicht der Artikel sein. 
Und dann gibt es noch diesen hier, er stammt aber auch nicht vom DLR und es geht auch nur um die gegenseitige Beeinflussung von WKAs, das selbe sagt auch dieser.  

Also schauen wir mal beim DLR. Nichts zu finden. Ausser einem Artikel zum Thema Windkraftanlagen und Fluginsekten. Der passt aber thematisch nicht, und den kann er auch nicht meinen, da er seine Aussage über Fluginsekten und Windparks weiter oben halt widerlegt. 

Also noch etwas mit Google suchen. Da findet man z.B. diesen Artikel. Er stammt auch nicht vom DLR, die zugrundeliegende Studie ist von der Harvard Universität (der Autor erwähnt, vermutlich unwissentlich, einen der Autoren der Studie). Sie zeigt auch eine Erwärmung durch WKAs. Allerdings in einem anderen Massstab: Wenn man sämtlichen Strombedarf(niemand redet davon, sämtlichen Strombedarf aus WKAs zu erzeugen) der USA (im Privathaushalt pro Kopf vier mal so hoch wie in Deutschland, gesamthaft sieben mal so hoch wie in Deutschland10Deutschland verbraucht pro Jahr ca. 0,55TWh an elektrischer Energie, davon sind ca. 20% aus Windkraft, also 0,11TWh. Die USA verbraucht im Jahr 3,9TWh an elektrischer Energie, das ist das Siebenfache des Gesamtverbrauchs von Deutschland und das Fünfunddreissigfache dessen, was in Deutschland durch Windenergie erzeugt wird.) durch WKAs erzeugen würde, würde sich die Oberflächentemperatur über Nordamerika um 0,24 Kelvin erhöhen. Das ist weit weg von den kolportierten 0,27 Grad in fünf Jahren nur in Deutschland des Autors. 
Und zusätzlich sagen die Autoren, dass der Erwärmungseffekt relativ klein sei im Vergleich zum Gewinn der Ablösung von Kohlekraftwerken. 
Die Studie, auf deren Mitautor “admin” sich bezieht, sagt eindeutig, dass Windkraft sinnvoll ist. 

Entweder bringt der Autor etwas arg durcheinander (auf Korrektur braucht man vermutlich nicht zu hoffen), oder er lügt, dass sich die Balken biegen. 

Anschliessend folgen weitere Rundumschläge gegen die Politik, diesmal gegen die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, mit viel Corona-Instrumentalisierung. Und damit geht es dann weiter mit neoliberalem Gewäsch, wie immer ohne Belege, voller Gemeinplätze und viel Geschwurbel. Ich schaffe es nicht, weiterzulesen, von so viel Falschheit, Unsinn und Geschwurbel wird mir sonst schlecht …

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Denk’ ich an Schland in der Nacht … https://blog.doerflinger.org/2017/08/denk-ich-an-schland-in-der-nacht/ Mon, 28 Aug 2017 20:34:31 +0000 http://blog.doerflinger.org/?p=347 Disclaimer: es geht eigentlich nicht um Fussball! Abwarten!

24.06.2006. Intersolar in  Freiburg. Nach ermüdenden Messetagen und Messenächten will ich nur noch heim. Vorher abbauen und auch dem Caterer in der Freiburger Innenstadt die Sachen zurückbringen.

In München hat derweil die deutsche Fussballnationalmannschaft der Männer die Schweden im Achtelfinale der Fussball-WM vernichtend geschlagen.

Der Zusammenhang: als ich mit meinem Arbeitskollegen mit dem Auto in Messeuniform (Symbolfoto) nach Freiburg reinfahre, landen wir am Bahnhof in einer brodelnden Menschenmasse, Durchschnittsfarbe: Schwarz-Rot-Gold, Durchschnittsalkoholpegel: hoch. Durchschnittsruf: Schlaaaaaaand.

Ich fand das ziemlich schauderhaft11, mein Arbeitskollege meinte, dass man die halt lassen solle, sind doch alle friedlich und haben Spass12. Hmmm.

Die folgenden Zweijahresintervalle blieben so: schwarzrotgoldene Rückspiegel, schwarzrotgoldene Flaggen, schwarzrotgoldene Kotzeimer und überall Schland. Auf Facebook wie im echten Leben hatte ich die eine oder andere “Debatte”13 mit eigentlich sehr intelligenten, differenzierenden, eher linken Menschen14, darüber, dass es doch ok sei, stolz auf die eigene(Häh?) Mannschaft zu sein, dass es doch toll sei, dass es einen solchen Zusammenhalt gäbe, dass es doch toll sei, wenn sich Leute freuen können, dass man doch das Ganze einmal positiv betrachten solle.

Ja, an sich ein guter Gedanke: Deutschland hat den gewissen Makel, den einen oder anderen Angriffskrieg, Holocaust usw. angezettelt zu haben. Da kann man doch mit Deutschland auch mal was schönes assoziieren. Grüne Wiesen. Seen. Gute Technik15. Sieg. Ja, Sieg, WIR sind wieder wer, WIR sind im Achtelfinale, WIR sind Weltmeister. Schlaaaaaaand.

Nein, so ist das eben nicht. Ca. 22 Spieler und eine nicht kleine Entourage haben das erreicht. Gute Sache, ist eine Leistung, kann man würdigen, sollte man sicher auch tun16.

Das ganze Gefeiere, das ganze Nationalgestolze, das ganze Schwarz-Rot-Gold-Sein hat damit aber nichts zu tun. Schwarz-Rot-Gold sind keine Farben eines Fussballclubs, (Deut)schland ist keine Fussballmannschaft.

Die locker-flockige Aufweichung der Symbolik “Deutschland, wir sind wieder wer” war 2006 sicher größtenteils wirklich auf Fussball gemünzt. Allerdings wurde damit halt die deutsche Symbolik normalisiert, hunderte oder tausende Menschen unter Schwarz-Rot-Gold waren auf einmal(?) wieder genehm, es gab nahezu keinerlei Diskussion darüber, ob diese Art von Nationalstolz gut oder schlecht ist, ob sie überhaupt thematisiert werden solle. Sie war halt da, die Leute freuen sich.

Schnitt: August 2017. Wahlkampf. Alexander Gauland, seines Zeichens Oberidiot der AfD-Arschlöcher, faselt von der Entsorgung eines Menschen. Nachdem seine Kameradinnen und Kameraden schon lange von Schiessbefehlen, Rassenthesen und sonstigem groben Unfug träumen. Leider laut und öffentlich. Rechter Rand, Abschaum, gab es immer. Korrekt. Und nur bedingt das wirkliche Problem,

Das Problem ist – Vorsicht Buzzword – der Rechtsruck. Die Tatsache, dass CDUSPDFDPGrüneLinke sich immer mehr Rhetorik der klassischen Rechten zu eigen machen. Klar kann man klischeeig-linksradikal sagen, dass der Staat/die Regierung/etc. schon immer faschistoid war, dass konservativ=rechts ist usw. Sicher nicht pauschal falsch, sicher aber sehr undifferenziert dargestellt.

Immer mehr Dinge, immer mehr Worte, immer mehr Gesten werden immer normaler. Lügenpresse wird von allen überall benutzt, ein grüner Palmer fabuliert über zu viele Flüchtlinge, von Seehofer und Co. nicht zu reden. Wer den Polizeieinsatz beim G20 kritisiert, ist linksradikal, bekommt ggf. seine Presseakkreditierung entzogen (und dann ein nettes Entschuldigungsschreiben) oder einfach keine Chance mehr, später mal im öffentlichen Dienst (nicht kleiner Teil des gesamten Sozialbereichs!). Rechte Ärsche können jahrelang Ausländer töten, können Asylbewerberheim anzünden, Busse mit Menschen drin bedrohen, national befreite Zonen errichten, Karriere bei Polizei und Bundeswehr sein. Und sind dennoch immer nur Einzelfälle, durchgerutscht, traurige Sache.

Warum das denn? Sind wir alle so doof? Haben wir alle vergessen (oder gar ignoriert), was zwischen 1919 und 1933 passiert ist? Ganz ohne soziale Medien? Das kann doch nicht sein!

So, jetzt habe ich meine Rage runtergeschrieben, jetzt fehlt hier der Abschluss. Ich habe keinen. Gerne würde ich belastbare Zahlen liefern (oder haben!), die zeigen, dass die Rhetorik wirklich immer “rechter” wird. Noch lieber hätte ich Zahlen, die zeigen, dass das nur den Anschein hat, aber doch gar nicht so ist. Gerne würde ich hier einen Aufruf starten, eine Lösung präsentieren, die wir halt nur umsetzen müssen, damit alles gut wird. Habe ich nicht. Hat glaub auch sonst keiner. Ausser halt: Use your Brain. Be decent! 

Mehr habe ich nicht. Jetzt. Gute Nacht.

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Gewohnheitssexismus vs. Dänemark https://blog.doerflinger.org/2017/08/gewohnheitssexismus-vs-danemark/ Sun, 06 Aug 2017 10:00:12 +0000 https://blog.doerflinger.org/?p=326 Keine Ahnung, ob das repräsentativ für DK ist, irgend wie stellt man sich das so romantisch weltoffen vor im verträumten skandinavischen Land, zumindest bis man kurz an die Zollkontrolle im Zug zurückdenkt.
Jedenfalls haben wir gestern im Illums Bolighus auf der Suche nach einer Wickelgelegenheit erst mal ins Frauenklo geschaut, um dann nachzufragen. "Klar, ist im Männerklo".
In der Gewohnheit, sich schon zu freuen, wenn dann mal ausser im Frauenklo auch mal im Männerklo ein Wickeltisch ist, kommt man kommen wir halt noch nicht mal.auf die naheliegende Idee, dass es ganz natürlicherweise auch so sein kann. Und freilich muß…

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