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Wahlkrampf durch Gegenwind

Argh, ich kann es mir nicht antun, den Unsinn komplett zu lesen, geschweige denn zu kommentieren, den die BI Schwarzwald Gegenwind mal wieder veröffentlicht hat. Dass da viel Unsinn, viel Unwahrheit drin steht, geschenkt, das ist da leider immer so. Was aber überrascht: Da mir bisher ausschliesslich männliche Gegenwindhetzer begegnet sind, habe ich auch explizit immer das generische Maskulinum verwendet. Nun ist das aber anscheinend ein Brief an Minister Hauk von einer Mitstreiterin. Dass ein offener Brief ohne Absender (der Brief ist mit “HM” unterzeichnet) veröffentlicht wird, ist eher ungewöhnlich, wenn nicht sogar ziemlich unanständig. Ist aber halt bei Schwarzwald Gegenwind so. Ich zitiere mal ein wenig…

In all den Szenarien zur künftigen Stromversorgung werden Stromimporte aus den europäischen Nachbarländern selbstverständlich vorausgesetzt, wenn bei uns massenhaft die Stromer laden, die Smartphones sowieso, selbstfahrende Autos auftauchen, 5G (und bald 6G) flächendeckend eingeführt ist, die Sektorenkopplung nicht nur angedacht ist und die stromverschlingenden Kryptowährungen florieren.

Eins nach dem anderen: “all den Szenarien”? Alle, wirklich alle, hat die Dame also gelesen und verstanden. Ok. Und natürlich werden Stromimporte vorausgesetzt, genau wie Exporte. Genau das ist Sinn und Idee eines Verbundnetzes. Man kann vermutlich davon ausgehen, dass die Autorin implizieren will, dass diese Importe ausschliesslich (bzw. überhaupt) aus Kohle- und Atomstrom bestehen, oder so. Und auch das, weil Elektroautos geladen werden. Dass wir in den letzten zwanzig Jahren mehr Zubau an (und damit mehr Strom aus) erneuerbaren Energien hatten (bei sinkendem Anteil an Kohle- und Atomstrom), als Elektroautos potenziell brauchen, ignoriert sie. Ich habe das schon mal in einem Posting etwas näher beleuchtet. Smartphones. Wir haben in D ca. 100Mio genutzte Smartphones, das macht ca. 5GWh an elektrischer Energie im Jahr. Das ist die Energieproduktion EINES mittelgrossen Windrades. Uninteressant. Was selbstfahrende Autos in der Aufzählung sollen, weiss ich nicht. Die Computer darin brauchen etwas Strom, aber da ist selbst ein Toaster anspruchsvoller. Dito 5G, keine Ahnung, was das soll, warum nicht die Strassenbeleuchtung nennen? Bevor ich zur Sektorenkopplung komme, noch kurz zu Kryptowährungen: Davon abgesehen, dass die grad immer mehr vom sog. Proof of Work (der kostet idiotisch viel Strom für nichts) zum Proof of Stake (der kostet kaum Strom) gehen, wird niemand, wirklich niemand, Kryptowährungen in Deutschland minen”. 

Sektorenkopplung. Ja, die ist interessant. Vereinfacht gesagt versteht man darunter, dass man alles, was Energie braucht1, grundsätzlich direkt elektrisch macht, oder über wenige Schritte aus elektrischer Energie ableitet, da sich elektrische Energie in den meisten Fällen am einfachsten hinreichend sauber herstellen lässt. Wenn wir unseren aktuellen Primärenergiebedarf für alle Sektoren aus elektrischer Energie bestreiten wollten, kämen wir nicht um extrem viele Speicher oder gar Atomkraftwerke etc. aus. Allerdings besteht die Idee ja primär darin, die Effizienz extrem zu steigern (daher schrauben wir schwere Batterien in Elektroautos, anstatt unter grossen Verlusten aus Strom SynFuels herzustellen, weil das extrem viel ineffizienter ist als das Mehr an Masse beim Elektroauto). All das will die Autorin vermutlich aber gar nicht thematisieren, sie will einfach nur irgend etwas gegen Erneuerbare Energien schreiben.

Sieht man ja direkt am folgenden Satz: Wenn alle nur auf Importe zielen würden, dann würde alles zusammenbrechen. Was halt so lange richtig ist, wie man die Exporte ignoriert, was sie geflissentlich tut. 

Dann geht es endlich direkt an Minister Hauk. Der sei ja jetzt ekelhaft, weil er als CDU einen tiefstmöglichen Kotau2 vor den Grünen mache. Dass vielleicht selbst der konservativste CDU-Minister allerspätestens nach der Flutkatastrophe, die viele Menschenleben gekostet und noch viel mehr Existenzen zerstört hat (von den darauf resultierenden Umweltfolgen zu schweigen), vielleicht mal auf die Idee kommt, dass man halt doch mal was gegen die Klimakatastrophe machen sollte, kommt der Autorin nicht in den Sinn. Was sie ja im folgenden Satz, ganz klassisch aus dem Repertoir der rechtesten Ecke hervorgekramt, gleich beweist, weil ja wir deutschen alleine die Klimakatastrophe nicht “in den Griff” bekämen. Den Unsinn muss man nicht schon wieder kommentieren. “Ekelhaft”, wenn ich HM mal zitieren darf. 

Dann geht es mit gewohnt billiger Polemik weiter, Ideologen, die sich verrannt hätten, abwertende Bemerkungen über “FFF-Kinder” usw. “Ekelhaft”.

Dann wieder ein Märchen aus der rechten Hetzerkiste: Der “unvermeidliche Blackout”. Ängste schüren, anstatt etwas für die Gesellschaft zu leisten. Gefolgt von klassischem Fehlwissen über Redispatchment. Peinlich, solcher Unsinn, aber das ist bei Schwarzwald Gegenwind ja offenbar egal. Lustig der Abschlusssatz des Absatzes:

Nach einem Blackout kriegen Sie mit dem Schwankstrom der Volatilen nicht mal wieder das Netz hochgefahren.

“Schwankstrom” entstammt dem selben Hetzerpaket wie “Dunkelflaute”3; der gesamte Satz ergibt keinen Sinn. Man fährt nicht “das Netz” hoch, weil man halt auch “das Netz” nicht herunterfährt. Selbst bei einem teilweisen Ausfall ist der halt teilweise, was denn auch sonst? Schwarzwald Gegenwind bewirbt übrigens immer wieder gerne Atomstrom. Dass Atomkraftwerke nicht schwarzstartfähig sind, also ohne bestehendes Netz nicht angefahren werden können, entstammt im Gegensatz zum Schwankstrom nicht einer Geschichte von EIKE, sondern ist Grundlage der Elektrotechnik. Nur damit können Gegenwindler*innen traditionell nichts anfangen. 

Weiter geht es mit mehr Polemik, es sei idiotisch, ‘Erneuerbare’4 auszubauen ohne Speichertechnologien, die noch nicht mal am Horizont seien. Es mag sein, dass der Horizont bei Gegenwindler*innen so schmal ist, dass sie nicht sehen, was es an Speichertechnologien gibt. Dass man aber Erneuerbare Energien prima auch ohne Speichertechniken noch weiter ausbauen kann, kann nicht nur jeder Mensch mit minimalem Fachwissen in der Energietechnik bezeugen, sondern dazu reicht ein einfacher Blick auf den Ausbau der EE in den letzten zwanzig Jahren …

Am Schluss merkt sie an, dass man nur für verantwortungsvolle Entscheide mit Rückgrat beten könne. Dass sie damit nicht das ausdrückt, was sie offenkundig ausdrücken wollte, lassen wir mal so stehen. Wen sich die EIKE- und Vernunftkraft-Leute da tendenziell wünschen, ist aber halt leider auch so klar wie der Himmel blau ist. 

Sie schliesst mit entsetzten Grüssen. Ich würde mir wünschen, sie hätte ihren Unsinn ebenso wie den Mangel an An- wie Sachverstand erkannt, aber davon gehe ich leider nicht aus. 

Wie gesagt, den Kommentar von “admin” dazu halte ich gerade nicht aus, lest ihn oder lest ihn nicht, einen Erkenntnisgewinn würde ich daraus jedenfalls nicht erwarten.

Summa summarum ist das halt einfach nur ein weiteres von vielen beschämenden Postings einer Bürgerinitiative, die behauptet, den Schwarzwald schützen zu wollen und in Wirklichkeit nur die Gesellschaft spalten, Lügen und Unwahrheiten verbreiten, andere abwerten und sich damit (bewusst oder unbewusst) zu den Handlangern ekelhafter Bewegungen aus den dunkelsten Ecken dieser Gesellschaft wie unserer Geschichte machen. ‘ekelhaft’. 

 

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Tredition, nicht Tradition

Heute wirklich nur kurz. Die BI Schwarzwald Gegenwind, Anhängsel von Vernunftkraft usw., bewirbt im neusten Blogeintrag auf Ihrer Seite ein Buch von Klaus Hellmut Richardt. Und zwar ganz konkret mit den Worten “erschienen bei Tredition”. 

Per se scheint Richardt vom Fach zu sein. Allerdings: Warum veröffentlicht er dann bei Tredition? Tredition ist kein Fachverlag, ich würde Tredition noch nicht mal Verlag nennen. Bei einem Verlag hat man ein Lektorat, das zu veröffentlichende Buch, gerade ein Fachbuch, wird auf Sinnhaftikgkeit wie fachliche Korrektheit geprüft. Dafür hat ein Verlag dann einen Ruf, im Ingenieursbereich ist das zB der Springer-Verlag (Nicht Axel-Springer!), im medizinischen Bereich zB Thieme. 

Tredition ist hingegen ein Onlinedienstleister. Wenn ich ein Buch veröffentlichen will, dann habe ich einerseits den Weg, das Buch in einem (Fach-)Verlag zu veröffentlichen. Dazu gibt es aber ein paar Hürden. Einerseits muss es natürlich verkaufbar sein1 und es muss fachlich korrekt sein. Der andere Weg ist, dass ich selbst veröffentliche. Dazu muss ich alles selber machen: Buch schreiben, Korrektur lesen, Druckerei beauftragen, Werbung machen, es an Buchhändler etc. vertreiben usw. Oder ich suche mir einen Dienstleister, der das macht. So einer ist Tredition. Dem Dienstleister gebe ich ein paar Hundert Euro, dafür macht er zB Werbung, ggf. Vertrieb an den Grosshandel usw. Lektorat macht er nicht, der Inhalt ist ihm im Grossen und Ganzen egal.

Daher die einfache Frage: Das Thema Energiewende ist in aller Munde, Bücher dazu verkaufen sich, wenn man sich das Angebot anschaut, offensichtlich prima. Hellmut scheint vom Fach zu sein. Warum veröffentlicht er sein Buch nicht in einem Fachverlag, wo er davon ausgehen kann, dass er nicht nur mehr verdient, sondern vor allem mehr Reichweite erzielt (er schreibt das Buch ja, mit es jemand liest). Ich weiss es nicht, aber wenn ich mir den Teaser auf der Website von Tredition so anschaue, habe ich einen Verdacht. Unkommentiert ein paar Sätze davon:

die aufgrund des schwankenden und bei Flaute ungenügenden Winddargebotes ohne Weiterbetrieb der vorhandenen Nuklear- und sauberen fossilen Kraftwerke in einigen Jahren zu massiven Stromausfällen führen wird …

… dass Brüssel die Grenzwerte für den Schadstoffausstoß frei nach dem Motto aus dem Einzelhandel: ‘Darf es etwas mehr (Grenzwert) sein?’ festgesetzt hat und nicht aufgrund von rationalen Überlegungen …

… Jetzt liegt die Autoindustrie trotz mittlerweile erreichter Grenzwerte (Euro VI d) am Boden2, …

… Die alternativ angebotenen Elektroautos will niemand haben3

… Rehabilitieren wir den Diesel und betreiben ihn weiter, bis Elektrofahrzeuge wirtschaftlich sind und der Strom CO2-frei erzeugt wird. …

Also ich hätte da eine These, warum er nicht in einem Fachverlag veröffentlicht. Und warum gerade die Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind ihn empfiehlt …

 

 

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Wahlkampf durch Windkraft

Und wieder mal entzücken uns die Naturschützerhasser von Schwarzwald Gegenwind mit einem Pamphlet. Thematisch schwer einzuordnen, da es aus vielen, vielen Sprüngen und Wechseln besteht, ist es ideologisch klar einzuordnen. Wie immer halt. Schlussendlich geht es um Wahlkampf (Grüne verhindern, AfD stärken, oder was auch immer), laut Überschrift geht es um “Auswüchse und Machenschaften”. 

Es beginnt mit Polemik1 über “Korrumpierung von Kommunen und Privatwaldbesitzern zur Abschöpfung von Strom- und Steuerzahlern” und solchen Unsinn. Mal wieder genau das Wording aus der rechtesten aller Ecken, Baden-Württemberg wird also in einem Atemzug mit stark korrupten Ländern und Gegenden genannt. Interessante Wahrnehmung … Dass natürlich das zentrale Element mal wieder aus einer klaren Lüge besteht, überrascht keinen: Gegenwind schreibt: 

In einem ersten Schritt sollen 1000 Windräder überwiegend in den Staatswald gestellt werden

Das entnehmen sie anscheinend dem Koalitionsvertrag 20212. Da steht das aber halt nicht drin. Drin steht, Seite 24: 

Eine Vergabeoffensive für die Vermarktung von Staatswald- und Landesflächen für die Windkraft- nutzung: So können wir die Voraussetzungen für den Bau von bis zu 1000 neuen Windkraftanlagen schaffen.

Es sollen also Vorraussetzungen geschaffen werden, um bis zu 1000 WKAs zu bauen. Kleiner, aber feiner Unterschied. Lustig ist, dass fett hervorgehoben, das eine “Industrialisierung der baden-württembergischen Wälder” darstelle. Das ist interessant, liest man doch beim Land3 selber:

Die Branche Forst und Holz ist einer der umsatzstärksten und beschäftigungswirksamsten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Dies trifft insbesondere auf Baden-Württemberg mit einem Jahresumsatz von 31. Mrd. Euro zu, erwirtschaftet in 29.000 Unternehmen mit 175.000 Beschäftigten. 

Wenn das nicht Industrie ist, was dann? 

Weiter kommt dann viel Geschwurbel über einen “hemmungslosen Landschafts- und Naturzerstörungswettbewerb”. Nicht vergessen: unser Wald stirbt gerade so richtig, einfach mal im Schwarzwald umschauen, wie viele Bäume braun und nicht grün sind. Nicht wegen Windkraftanlagen, sondern unter anderem aufgrund des Mangels an erneuerbaren, hinreichend sauberen Energieerzeugungsanlagen. Aber Fakten interessieren die Gegenwindler erfahrungsgemäss nicht, hier geht es um Stimmungsmache. Das Geschwurbel richtet sich gegen BUND und NABU, die anscheinend in den nächsten Jahren 47 bzw. 7,6 Mio Euro an Fördergeldern bekommen sollen. Vom Bund, nicht von Baden-Württemberg. Obwohl vorher von BW die Rede war, einfach mal den Kontext gewechselt. Ich finde keinen solchen Finanzplan, vielleicht gibt es den, vielleicht auch nicht, Quellen hat die BI noch nie geliefert, Unwahrheiten schon oft gesagt. Aber selbst wenn die Zahlen stimmen: Das ist doch exakt im Sinne von Schwarzwald Gegenwind. Immerhin behauptet Schwarzwald Gegenwind ja von sich, den Schwarzwald schützen zu wollen. NABU, BUND und Co. erhalten keine Fördergelder “einfach” so, dieses Geld gibt es ausschliesslich für konkrete Projekte. Also Naturschutzprojekte, u.a. zum Erhalt der Wälder. Aber das interessiert “Admin” nicht, er schwurbelt weiter von irgend einer Kaperung des Naturschutzes durch eine Interessengemeinschaft der Industrie. Welche Industrie? Alles sehr wirr. Irgend wie will er wohl darstellen, dass diese ominösen Fördergelder ausschliesslich zur Errichtung von Windanlagen verwendet würden. Wirr. Genau wie das ständige “erwiesenermassen umweltschädliche Technik”. Schlicht gelogen. Schon wieder. 

Dann geht es wieder nach Baden-Württemberg. Nun bekommt auch die CDU mal ihr Fett weg, neben den bösen Grünen erlaubt sich Peter Hauk, offen über Windkraftanlagen (hier geht es nun um 500) und deren Notwendigkeit zu reden. Was macht Gegenwind draus: Hauk wolle ganz viel Wald roden und verdichten, um an die Windlobby Staatswald zu verpachten. Und dass das eine Rodung von mindestens 800 Fussballfeldern bedeute. Was für ein widerwärtiges Framing. Ja, für eine WKA muss man ca. einen Hektar Wald roden. Ja, es muss zwar mindestens so viel aufgeforstet werden, das dauert aber, bis das ebenso viel CO2 aufnehmen kann. Alles richtig. Nur rodet sich unser Wald u.a. wegen unserem fossilen Strom halt selber in viel grösserem Mass. Interessiert die Gegenwindler nicht, es geht ihnen ja weder um Fakten noch um Naturschutz. Die BI schreibt weiter, dass diese Waldfläche jährlich 9.000 Tonnen CO2 binde. Ich habe keine Lust, nachzurechnen, allerdings vermeidet eine(!) Windkraftanlage im Schnitt 10.000 Tonnen CO2. D.h., rein mit den Zahlen der BI: wir opfern 9.000t CO2-Aufnahme zugunsten von 5.000.000t CO2-Vermeidung. Wenn das mal nicht eine prima Bilanz ist. Aber die BI schreibt das Gegenteil, das Windrad kann keinen Sauerstoff produzieren(richtig) und kein CO2 binden (auch richtig). Kohlekraftwerke verbrauchen aber verdammt viel Sauerstoff und emittieren verdammt viel CO2. Was die WKA halt verhindert. Die Milchmädchenrechnung geht beim Admin weiter und weiter, wie viel CO2 unsere Wälder im Jahr binden usw. Dass unsere Wälder immer weniger CO2 binden, weil sie einfach verrecken: Interessiert die BI nicht. 

Als nächstes kommt natürlich wieder das Narrativ der Störung der Biodiversität. Das hat sicher einen wahren Kern (jegliche Industrieanlage, jegliches menschliche Verhalten tut dies), ist aber halt hanebüchener Unsinn. Die Herren der BI zeigen sich in sozialen Medien, wie sie mit dem Unimog über verdichtete Wege im Wald herumfahren. Oder wie sie mit dem Traktor den Boden verdichtend “Rentnerbackstuben”, natürlich mit Holz befeuert, bauen und transportieren. Das sei ihnen alles gegönnt, wir haben auch einen Kaminofen usw. Nur ist es halt absoluter Schwachsinn, gleichzeitig den Segen der Zivilisation zu geniessen und dann technische Mittel, die den bisherigen negativen menschlichen Einfluss etwas(!) abmildern, zu verteufeln. 

Dann folgt, wie immer, billiges EWS-Gebashe und dann darf natürlich auch der Hinweis auf die Polemik von Jörg Rehmann nicht fehlen. Der wird immerhin in den ganzen rechten, klimaleugnenden, hetzerischen Szenen freudig herumgereicht, da darf Schwarzwald Gegenwind nicht fehlen. 

Dann geht es um das Auerhuhn, dessen “Auerhuhn-Zone” im Kleinen Wiesental anscheinend von 1 auf zwei heruntergestuft wurde. Seit 2005. Keine Ahnung, was Auerhuhn-Zonen sind, ich weiss, dass Auerhühner geschützt sind. Was das konkret mit Windkraft zu tun hat, weiss man nicht, es steht ohne jeglichen Kontext in einem eigenen Absatz. Ich nehme an, es soll aussagen, dass der böse Bürgermeister des Kleinen Wiesental, vermutlich gemeinsam mit der EWS, dafür gesorgt habe, dass die Auerhähne weg sollen, damit man Windräder bauen kann. Oder so was.

Und dann wird es so richtig pathetisch. Irgend eine “völlig aus den Fugen geratene deregulierten angebliche ‘Öko’-Elektrizitätsverkaufsbranche” (Ja, so steht das da wirklich, irre, oder?) sei bei dem Thema (welches Thema nun? Windkraftanlagen? Auerhühner? NABU-Fördergelder?) überfordert und solle sich raushalten, weil, und jetzt kommt es: Es geht doch nicht zuletzt auch um das Überleben unserer Spezies. Richtig, genau darum müssen wir u.a. Windkraftanlagen bauen. So schwierig ist das nicht, lieber “Admin”. Wir steuern auf die Klimakatastrophe zu, und erzkonservative Bremser wie Ihr sorgen dafür, dass wir schnellstmöglich mitten rein gelangen. Es geht ums Überleben unserer Spezies, nicht nur “nicht zuletzt”, sondern “vor allem”. Dann kommt eine Sportallegorie, kann man machen, ist natürlich auch wieder nur, wie schon mehrfach, rechtes Narrativ über irgend eine bösartige Elite, die den Aufrechten Gegenwindlern nur Übelstes will. Oder sowas. 

Dann wieder ein Sprung zum Grünenbashing. Und die grosse Macht, die mit der Geschäftsführung der Bundesverbände der Energie und Wasserwirtschaft bzw. für Erneuerbare Energien einher gehen. Mal gesehen, welche (Finanz-)Macht RWE und Co. haben? 

Dann weiteres Gebashe über Ignoranz und Realitätsverweigerung (Wäre es nicht so ernst, wäre es ja lustig, wenn die Lügner und Realitätsverweigerer von Schwarzwald Gegenwind anderen Ignoranz und Realitätsverweigerung unterstellen), dass doch alle Grosskopferten, seien es Schulze, Altmeier, Kretschmann usw. Rechtsbruch begehe, indem der Naturschutz aufgeweicht würde. Gerade und vor allem Schulze, Altmeier und Kretschmann sind sehr arg dafür bekannt, Windkraftanlagen zu bauen …

Windkraft wird in billiger Polemik als “Tötung” dargestellt. Was ist dann erst Autofahren? Und weitere Polemik, die ernsthaft versucht darzustellen, dass Windkraft keinen Umweltschutz darstelle, das Nichtstun von Schwarzwald Gegenwind aber die Natur schütze. Interessant.

Und dann noch mal auf die Feinde EWS drauf hauen, so viel Neid muss sein, beim Admin. Gerade Admin, der seine absolute Unkenntnis im Bereich der Elektrotechnik, wie hier in einigen Postings nachzulesen, mehrfach bewiesen hat, redet nun von der Komplexität der Stromversorgung. Lächerlichst. 

Und so geht es weiter, es reihen sich weitere Narrative von EIKE, AfD, INSM und Co. aneinander. Ohne Struktur, ohne Inhalt und vor allem: ohne Anstand. Ich habe keine Lust mehr auf solches Pack. Wir müssen die Klimakatastrophe aufhalten und können uns nicht mit solchen Schwurblern befassen. Wirklich nicht!

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Ist Gegenwindunsinn noch unsinniger geworden?

Und mal wieder überraschen uns die Windkraftgegner1 mit gefährlichem Unsinn. Nein, sie überraschen freilich kein bisschen, sie sind konsistent unsachlich, faktenresistent, dafür reisserisch wie hetzerisch.

Um was geht es? Richtig: Die Bürgerinitiative Schwarzwald Gegenwind2) hat mal wieder einen Beitrag auf der Website veröffentlicht. Geschrieben wie immer von “Admin”, besteht das Blogpost vor allem aus einem Schreiben von einem alten Bekannten: Prof. Dr. Werner Roos. Ja, natürlich ist der Artikel mit seinem akademischen Titel geschmückt, er muss ja zeigen, dass er weiss, wovon er schreibt. Dumm nur, dass er seinen Doktor in Pharmakologie gemacht hat, und daher absolut fachfremd ist. Das hindert ihn aber nicht, seinen Senf bzw. seinen Unsinn zum Thema Windkraft immer wieder in Vorträgen usw. von sich zu geben. Und beim Unsinn bleibt der Herr ganz offensichtlich.

Grund für das Schreiben ist die schlichte Tatsache, dass die BGR, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, DIE Studie, die WindkraftgegnerInnen seit Jahren als belastbare Quelle für ihren Infraschallwahnsinn verwenden, und die seit ihrem Erscheinen häufig kritisiert und in Frage gestellt wurde, als wirklich unrichtig eingestanden hat, der gemessene Schalldruckpegel lag um 36dB daneben. Klar, dass das der BI nicht schmeckt, Tatsachen und wissenschaftliche Fakten sind nun mal nicht ihr Ding. 

Genau das schreibt auch Roos. Allerdings macht er, absolut untypisch für einen Wissenschaftler3, mit einer absolut unbelegten Behauptung auf, nämlich, dass die Messungen, die die BGR durchgeführt hat, mutmasslich nicht korrekt seien, da die Aufzeichnungen durch die Rotoren der gemessenen WKA die Messung stören könnten. Wohlgemerkt: Roos und seine Kollegen haben sich über 15 Jahre auf genau diese Messung gestützt und sie bisher nicht hinterfragt. 

Ebenso untypisch für einen Wissenschaftler ist der Unsinn, den er über dB (Dezibel) schreibt. Ok, er ist Pharmakologe, da hat man mit Schalldruck usw. nicht viel zu tun, aber wenn er sich schon herausnimmt, zu dem Thema zu referieren und seinen Titel auch drunter lesen will, muss er halt wissenschaftlich korrekt vorgehen. Er schreibt:

Die Dezibel-Skala ist logarithmisch, mit Nullpunkt bei 20 µPascal, deshalb bedeuten 36dB das ca. 36 fache des Schalldrucks.

Also: Dezibel4 ist eine Hinfseinheit. Die Skala von Dezibel ist wirklich logarithmisch, und die 36dB mehr entsprechen einem Faktor von ca. 63, soweit so richtig. Aber: Dezibel stellt einfach nur ein Verhältnis von zwei Dingen dar. 20dB mehr bedeutet schlicht 63 mal so viel. Von was auch immer. Komplett relativ, es gibt keinen definierten Nullpunkt bei irgend etwas, es sind einfach nur Verhältnisse. 
Der Schalldruck wird nicht in dB angegeben, sondern u.a in dB(A). dB(A) ist auf die angenommene Hörschwelle des Menschen bei 20 µPascal bezogen. Ein Schallpegel von 36dB(A) ist also ca. 63 mal so laut wie das leiseste Geräusch, das wir hören können. Das ist ein leises Flüstern. 
Bei der Messung geht es aber um die Differenz von zwei Schalldruckpegeln, nämlich dem ursprünglich angegebenen und dem nun korrigierten. Und bei der Differenz kommt es bei logarithmischen Skalen absolut darauf an, wo die Differenz dargestellt wird: 36dB Differenz sind wie gesagt der Unterschied zwischen absoluter Stille (0dB(A)) und leisem flüstern (ca. 36dB(A)), aber halt auch der Unterschied zwischen einem ziemlich leise vorbeifahrenden (Elektro-)Auto (ca. 60 db(A)) und einem Presslufthammer (ca. 95dB(A)). Und da ist das halt schon ein sehr grosser Unterschied. 

Man kann natürlich sagen, dass der Herr sich halt, als Fachfremder, geirrt hat. Kann sein, gut möglich. Es kann aber halt auch sein, dass er hier absichtlich etwas falsch liegen will, um die Vergleichbarkeit klein zu halten. Wir Menschen sind, siehe Covid-19, extrem schlecht darin, Logarithmen und exponentielle Verteilungen einzuschätzen …

Weiter schreibt er dann, dass “mehrere Journalisten mit fragwürdiger Fachkenntnis” die Infraschall-Emissionen von WKAs generell für unerheblich zu erklären. Wer diese Journalisten sind und vor allem warum er als Wissenschaftler (der sich in seinen Vorträgen auch schon oft auch nachweislich fragwürdig Fachkenntnis ausgezeichnet hat) so unsachlich und beleidigend vorgeht, anstatt aufzuführen, wer diese Journalisten sind, inwiefern ihre Fachkenntnis fraglich sei und ob sie wirklich so pauschalisiert geschrieben haben. Per se kann man übrigens getrost davon ausgehen, dass die Infraschall-Emissionen von WKAs unerheblich sind, aber ich bin ja kein Journalist …

Im nächsten Absatz postuliert er einmal mehr, dass dieser Infraschall natürlich gefährlich sei (wie immer frei jeden Belegs), um dann auf die immer wieder von WindkraftgegnerInnen vorgebrachten Beschwerden von Anwohnern hinzuweisen. Diese Beschwerden sind gängige Stressindikatoren. Wissenschaftlich deutet extrem wenig darauf hin, dass dieser Stress durch Infraschall ausgelöst wird (grösste Infraschallquellen sind Verkehr und Industrie, daher müsste eine direkte Kausalität zu Strassen, Industriegebieten usw. bestehen), aber viel, dass er durch Angst, hervorgerufen durch solche Märchen, zumindest stark verstärkt wird.

Lustig ist, dass seine “Argumentation” darin besteht, dass, da ja laut seines Postulats, der Wirkmechanismus besteht, da der gemessene Wert nun aber niedriger ist, dieser Wirkmechanismus also noch schlimmer sein muss. Beweis durch Zirkelschluss. Können meine Kinder auch prima …

Und dann folgt noch mehr unwissenschaftlicher Unsinn: Laut Roos komme es gar nicht auf den Maximalwert des Schalldrucks an, sondern es käme nur auf die steilen Pulse des Schalldrucks an. Auch hier hat er wieder gar nichts verstanden, oder schreibt absichtlich die Unwahrheit: Ja, die meisten Prozesse reagieren am stärksten auf Transienten, also (Ver)Änderungen. In vielen Prozessen ist die Wirksamkeit bei schnellen Änderungen ungleich höher als bei langsamer Änderung. Wenn man im Liegestuhl sitzt und eine Maus schnell an einem vorbeihuscht, nimmt man das viel eher wahr als wenn eine grössere Katze langsam vorbeischleicht. Nur ist das nicht ausreichend: Auch wenn sie noch so schnell ist, die Mücke, die in drei Meter Abstand schnell vorbeifliegt, nehmen wir nicht wahr, sie ist zu klein. Die Grösse ist hier genau so relevant wie die Änderung. 

Kennen wir auch vom Wecker: Natürlich weckt der schrille Piep-Piep-Piep-Wecker (Jeder Piep ist ein Puls) uns viel besser als die langsam anschwellende, sehr sanfte Melodie, auch wenn sie genau den selben Schalldruckpegel hat. Wenn der Piep-Piep-Piep-Wecker nun aber 63mal leiser ist, dann weckt er uns eben nicht. Schlussendlich geht es ja nur um die Energie, die Transportiert wird, denn nur diese kann in irgend einer Weise zur Interaktion führen …

Und dann kommen weitere Behauptungen: Aktuelle WKAs würden per se viel höhere Schalldrucke verursachen als die alten gemessenen aus der Studie, und das auch bei niedrigeren Grundfrequenzen. Das sind natürlich einfach leere Behauptungen. Die Frequenzen, die ein Rotor verursacht, hängen primär von seiner Rotationsgeschwindigkeit ab5, es können also auch niedrigere Frequenzen auftreten, da sich grosse Anlagen langsame drehen. Allerdings braucht man bei niedrigeren Frequenzen ungleich mehr Energie, um den selben Schalldruck zu erzeugen6, daher ist das Postulat schon mal mindestens fragwürdig. Dass sie auch noch höhere Schalldrücke verursachen, wird einfach nur in den Raum gestellt. 

Aber all das hindert ihn nicht daran, das Märchen von der Gefährdung hochzuhalten.

Gewohnt verweist der Admin nach dem Brief noch auf die schon anderorts genannten WELT-Artikel von Daniel Wetzel, die auch bei der x-ten Verlinkung deswegen nicht sinnvoller oder gar richtiger würden. 

Und, gewohnt unanständig, darf natürlich der Seitenhieb auf die EWS nicht fehlen. Etwas enttäuschend: Im Vergleich zu den letzen Wahlkampfartikeln gibt es gar keine Anti-Grünen-Hetze. Ist das “Windkraftgegner, aber normal”? 

 

 

 

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Fracking im kleinen Wiesental!

Wieder gibt es traurig-lustiges zu lesen von den Nicht-Naturschützern von Schwarzwald Gegenwind. In gewohnt kaum leserlichem Deutsch schreibt der Admin in seinem Artikel vom 16.02.2021 eine Einleitung zu einem offenen Brief von Harald Senn. Das Ganze unter der Überschrift “LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN, LÜGEN — eine neue Version der Weltenretter und ihrer Gehilfen.” Die “Weltenretter” sind offensichtlich ein Analogen zum “Gutmenschen”, einem Wording aus der dunkelbraunen Gegend.

Die Einleitung ist gewohnt schwurblerisch, gewohnt unsachlich, gewohnt beleidigend und gewohnt unnötig. Billigste Hetze, billigste Anschuldigungen usw. Der selbe Scheissdreck wie eigentlich immer von den Typen. 

Interessanter ist der “offene Brief”1 von Harald Senn. Senn ist Mitbegründer des Vereins Erneuerbare Energien Kleines Wiesental, aus dem er vor ca. drei Jahren ausgetreten ist, um sich dem rechtssympathisierenden Pack seines Sohnes anzuschliessen. In seiner Darstellung (Hervorhebungen von mir):

Das damalige Ziel des Vereines war es, umweltfreundliche Ressourcen in der Gemeinde zu lokalisieren, aufzuzeigen und Nutzungsmöglichkeiten darzustellen. Zusammen mit Frau Jacqueline Dumont in der Gemeindeverwaltung habe ich damals versucht, sämtliche Solaranlagen, Holz- Pellets- und Hackschnitzel Heizungen, Wärmepumpen usw. ausfindig zu machen, um darzustellen, dass die Gemeinde schon jetzt ein Bioenergie-Dorf ist. Dazu gehörten auch die Untersuchungen der Nutzung der Thermalquelle in Bürchau und der Klein-Wasserkraftwerke.

Interessant. Harald Senn wollte also damals darstellen, dass die Gemeinde ein Bioenergie-Dorf sei (also grossteils umweltfreundlich heizt oder Strom erzeugt), u.a. durch Holz-, Pellets- und Hackschnitzelheizungen. Holz? Hackschnitzel? Pellets? Klar stammen viele Hackschnitzel aus der Hurstung von Strassneböschungen, und viele Pellets aus Abfall von Sägereien und Schreinereien. Schlussendlich stammt das alles aber: aus der industriellen Nutzung des Forstes. Also aus Abholzung von Wald. Halte ich per se für nicht kritisch. Harald Senn hingegen hält es für SEHR kritisch, wenn Wald abgeholzt wird. Zumindest wenn es dabei um Windkraftanlagen geht (Wie man ja auch auf diversen Plakaten der Typen nachlesen kann).

Kleiner Überschlag dazu: Im Schwarzwald stehen auf einem Hektar Wald im Schnitt ca. 400m3 Holz. Ein etwas grösseres Einfamilienhaus braucht im Jahr ca. 40-50Fm Brennholz.  D.h. selbst wenn für ein Windkraftwerk 1ha abgeholzt würde2, muss für die Errichtung in etwa so viel Wald geopfert werden wie halb Wambach im Jahr verheizt. 

Weiter geht es in seinem Brief mit der gewohnten Hetze gegen Bürgermeister und EWS. Kurz erwähnt sei, dass wie immer der EWS vorgeworfen wird, dass sie Geld verdient, mehr dazu später. Es wird nämlich spannend:

In Amerika müssen Ureinwohner ihre Heimat gegen Frackingpläne der Ölkonzerne verteidigen. Im Kleinen Wiesental haben wir die Naturzerstörer unter dem Deckmantel der Weltenretter aus Schönau und dem Verein EEKW in den eigenen Reihen.

Ja, Harald Senn ist offenkundig so unanständig, schwere Erkrankungen und Umsiedlungen von Ureinwohnern aufgrund des extrem umweltschädlichen Frackings mit dem Bau von Windkraftwerken im Südschwarzwald zu vergleichen. Ja, er ist sich wirklich für nichts zu schade.

Und laut Ihm ist die Realität:

Keine der heute gebauten Windindustrieanlagen wird in ihrer 20-jährigen Betriebszeit dem Wald, der jetzt zu sehen ist, eine Verbesserung der Temperatur – und Trockensituationen bringen. Für den Wald bedeutet das, dass jeder großflächige Eingriff, der zur Bodenverdichtung und Austrocknung der Randgebiete und zu weiteren Angriffspunkten für Windbruch führt, zur Versiegelung von Wasserquellen und zur Temperaturerhöhung der gerodete Waldflächen führt, unterlassen werden muss.

Dass eine Prophezeiung genau nicht die Realität darstellt, sondern eine Annahme über eine möglich Zukunft, muss man vermutlich nicht mal erwähnen, ihm ist aber sicher noch nicht mal der semantische Unsinn seiner Behauptung aufgefallen. 

Ob das Realität sein wird, sei dahingestellt; Im Zweifelsfall wird es sicher nicht messbar sein, es geht aber halt auch nicht um die einzelne Betrachtung, sondern um die Summe aller Energieerzeugungsanlagen. 

Realität ist aber: Wir erinnern uns, wie Harald Senn höchstpersönlich in seinem Text weiter oben schrieb, dass er Holz-,Pellet- und Hackschnitzelheizungen als Teil eines Bioenergiedorfs, also als Bioenergie betrachtet. Wenn ich mit meinem Vater in den Wald gehe, dann schultern wir nicht die Axt und marschieren Querfeldein in den Wald. Nein, natürlich nehmen wir den Traktor, die Seilwinde, den Holzspalter oder den Anhänger. So wie jeder andere Forstarbeiter auch. Und diese Geräte bewegen wir auf Feld- und Waldwegen. Und diese stellen eine, hoppla, Verdichtung des Waldes, eine Bodenversiegelung dar. Müssen sie ja. Was denn nun, Harald? 

Aber:
Überall agieren Forstämter gegen den Schutzauftrag, den sie für die Wälder haben.
(Zitat von Peter Wohlleben) Warum? Weil sie auf Druck der Windkraftinvestoren von ihren vorgesetzten Regierungspräsidien und Landesregierungen dazu gezwungen werden und nicht aus waldbaulicher Sicht handeln dürfen.

Soso, überall also. Damit natürlich auch im Forstamt Hümmel, in dem Wohlleben Förster ist … 
Ansonsten ist das wieder mal ein Gemeinplatz ohne Sinn und Verstand, geschweige denn Realität.

Als nächstes folgt mal wieder billigste Polemik, als ob genau nur die WKAs im Schwarzwald für die gesamte Netzstabilität verantwortlich sein soll. Harald Senn behauptet, selbst beruflich im Bereich der Elektrotechnik tätig zu sein. Entweder ist das auch gelogen, oder er hat wenig Ahnung von seiner beruflichen Tätigkeit oder er lügt ganz einfach. Was wohl …?

Danach wird es so richtig lustig: Wir erinnern uns: Harald Senn wird, wie seine Kameraden von der “BI”, nicht müde, gegen die EWS zu hetzen, zu wiederholen, wie abartig es doch sei, dass die EWS Geld mit elektrischer Energie verdient und dass die EWS doch nur Greenwashing betreibe. Genau dazu passend besteht nämlich quasi der ganze restliche Text aus einer extrem schlechten Lobhudelei für die ED Rheinfelden. Von dämlichen Fauxpas wie “physikalischer Strom” abgesehen gibt es da u.a. folgende Sätze zu lesen:

EWS aber etikettiert Graustrom mit Aufklebern aus Norwegen nur um.

70% bis 80% des physikalischen Stromes aus den Steckdosen im Netzbereich der ED Rheinfelden kommen nachweislich jetzt schon aus regenerativen Quellen, wie Wasserkraft, Biogas und Solarenergie.

Wieder zeigt sich hier Harald Senns Fehlwissen oder seine Bereitschaft, die Unwahrheit zu sagen. Es gibt keine “ED Rheinfelden”. Es gibt die “Energiedienst AG” in Rheinfelden. Diese hat aber kein Netz, sondern ist ein reiner Stromerzeuger und -vermarkter. Einen “Netzbereich” hat die Schwester-/Tochterfirma ED Netze. Deren Bereich streckt sich aber durch halb Baden-Württemberg. Von einem Nachweis über die 70-80% ist übrigens keine Spur in seinem Text zu finden. 

Viel dümmer ist aber seine Argumentation: Er vergleicht hier durch das Nebeneinanderstellung der beiden Sätze den Energiehandel von EWS mit der Produktion von Energiedienst. Das ist Unsinn und unsachlich wie auch unanständig. Und irgend wie auch lustig, immerhin brüstet sich die Energiedienst Holding, Muttergesellschaft der Energiedienst AG, damit, klimaneutral zu sein, indem u.a. in einen Windpark in der Türkei investiert wurde3. Davon weiss Harald Senn aber nichts, oder er sagt es nicht.

Nach weiteren Zeilen Marketing-Blablas (offensichtlich aus einem Prospekt abgeschrieben) folgt dann das hier: 

Der Bau und Betrieb eines Laufwasserkraftwerkes ist ein Eingriff in die Natur. Das Unternehmen Energiedienst, das den NaturEnergie-Strom erzeugt, ist sich allerdings seiner Verantwortung bewusst und gleicht die Veränderungen in der Fauna und Flora durch ökologische Maßnahmen aus.

Noch mal lesen: Die Energiedienst AG gleicht die Veränderungen, die durch den Bau eines Wasserkraftwerks an Flora und Fauna gemacht werden, durch ökologische Massnahmen aus. Das sagt einer, der zusammen mit seinen Kameraden regelmässig behauptet, dass die Ausgleichsmassnahmen, die der Bau einer WKA erfordert (Aufforstung anderenorts), nichts an den Veränderungen in Flora und Fauna durch die WKA ändere. Seltsame Logik. Bzw. Unlogik.

Nicht falsch verstehen: Wasserkraft ist prima, ohne Wasserkraft geht es nicht und Wasserkraft ist trotz der Eingriffe in die Natur extrem nachhaltig. Nur gelten seine Werbeaussagen über die Wasserkraft halt ganz genau so für die Windkraft. 

Zum Energiedienst gibt es aber, wenn man nicht gerade wie Harald Senn Werbung dafür machen will, einiges zu sagen: Der Energiemix der Energiedienst AG gehört zu 100% der Energiedienst Holding. Diese ist nicht ganz so sauber, wenn auch im Vergleich zum Durchschnitt doch ganz gut4. Allerdings gehört die Energiedienst Holding zu ca. zwei Dritteln der EnBW. Und ist damit einerseits direkt in einem Topf mit dem Rest des Kernkraftwerks Neckarwestheim und einigen Kohlekraftwerken, und andererseits aber auch Teil eines der grössten Windkraftwerksbetreiberkonzerns. Warum sagt uns das Harald Senn nicht?

Nicht verschweigen will ich auf jeden Fall den Schlussabschnitt seines Textes:

Menschen sind eigentlich vernunftbegabte Kreaturen.
Warum glauben vernünftige Menschen den Parolen ideologischer Parteien mehr als den physikalischen Gesetzmäßigkeiten und den elektrotechnischen Gegebenheiten bei der Stromerzeugung, Stromspeicherung und der Stromübertragung?

Das mit dem “vernunftbegabt” ist lustig, ist er doch Teil eines Vereins, eines ganzen Netzwerks von Hetzern und Lügnern und Schwurblern bar jeder Vernunft. Aber das wussten wir ja schon.

Dass er, der regelmässig Parolen von ideologisch verbrämten Hetzern teilt, der mit seinem Verein immer und immer wieder Lügen verbreitet, Unwahrheiten über physikalische Gegebenheiten oder elektrotechnische Zusammenhänge darstellt und ganz offensichtlich der politischen Agenda von Vernunftkraft, EIKE, AfD und Co. folgt, hält Harald Senn für vernünftig?

 

 

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Wissentlich falsche Tatsachenbehauptungen

Dank Covid und Kleinkindern bleibt momentan wirklich wenig Zeit für Blogging oder wichtige Dinge. 

Daher nur kurz: Die Schwarzwald-Gegenwind-Typen haben mal wieder einen Herrn mit ein paar Titeln gefunden, dessen Unsinn sie schnell weiter geben können. Es handelt sich diesmal um den notorisch bekannten Bjørn Lomborg. Bekannt für viel Unsinn. Auf dessen Inhalt will ich (alleine schon aus Zeitgründen) hier gar nicht weiter eingehen, aber vielleicht will einfach jemand kurz seinen Artikel aus der Welt1 , den Gegenwind verlinkt, mit den echten Zahlen von der EU, die Lomborg mehrfach verdreht, vergleichen.

Lustig (wenn es nicht so traurig wäre) ist mal wieder das Selbstverständnis der immer rechteren Gegenwind-Leute. Sie gehen davon aus, dass der Unsinn, den sie verlinken, auf “wissentlich falsche ‘Tatsachenbehauptungen'” hinweise. 
Wie bereits mehrfach gesehen, kennen sich die Gegenwindler nicht wirklich mit der Materie aus und interessieren sich auch eher weniger für Fakten. Man könnte also mutmassen, dass sie in dem Fall eher unwissentlich falsche “Tatsachenbehauptungen” verlinken. Vielleicht sind sie aber halt einfach nur böswillig und verbreiten das wissentlich. Who knows?

Und natürlich darf im Unsinnsposting der Gegenwindler nicht ohne ein billiges Hau-Drauf auf die EWS ebenso wie auf irgend welche “Umweltschützer” auskommen. 

Summa summarum: wieder mal ekelhafter Unsinn der Lügenbolde, Kernkraftfans und immer AfD-näheren Typen von Schwarzwald Gegenwind. Schade. 

 

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dreist? unkreativ? durchtrieben?

Mal wieder schmeisst der “admin” (Warum stehen die Herren eigentlich nicht hinter ihrer Hetze, sondern verstecken sich hinter einem generischen “admin”?) von Schwarzwald-Gegenwind einen Text auf ihre Website, diesmal unter der Überschrift “Lustig? Kreativ? Traurig? – Oder einfach nur abgrundtief dreist und durchtrieben?”. Wie inzwischen meistens geht es nicht um Windkraft, sondern um neoliberale Politik, um Leugnung des menschgemachten Klimawandels, um Hass. 

Eröffnet wird der Text mit einem Verweis auf das Marketing im Stromsektor, seit “mittlerweile über dreissig Jahren”. Stromsektor, über dreissig Jahre? Richtig: Damals hat sich in Schönau eine Bürgerinitiative gebildet, die massgeblich dazu beigetragen hat, dass wir einen halbwegs offenen Energiemarkt haben, dass es halbwegs Konkurrenz unter den Stromanbietern gibt, dass die meisten von uns sogar direkt in diese Konkurrenz eintreten und Strom verkaufen können. Aus dieser Bürgerinitiative entstand die von Schwarzwald-Gegenwind so verhasste EWS.

Als nächstes wird der Begriff “erneuerbare Energien” als geflügeltes Wort für abstrusen Blödsinn bezeichnet. Wie schon oft gezeigt, hat Schwarzwald-Gegenwind wenig bis keine Ahnung, von was sie schreiben, so auch hier: Der Begriff ist ein Fachterminus, er ist seit Jahrzehnten Teil jeder Fachliteratur zum Thema Elektrizität. 

Und weiter geht es mit dem Wording, das vor allem die Freunde von Schwarzwald-Gegenwind bei zB der AfD, Pegida oder neuerdings irgend welche Quer”Denker”, gerne an den Tag legen: Dass irgend eine Gruppe von Menschen “dieses Land unter die Räder bringen wollen”.

Noch mal verdeutlicht: Hier schreibt dieser “admin” nicht wie sonst seinen hanebüchenen Unsinn über irgend welchen Infraschall oder zeigt sein absolutes Unwissen über das Thema Elektrotechnik. Nein, hier nutzt er DAS Narrativ der neuen Rechten, DAS Narrativ diversester Verschwörungstheoretiker. Wie bereits mehrfach angemerkt: Diesen Leuten geht es nicht um Naturschutz, noch viel weniger um den Schwarzwald. Diesen Leuten geht es um Macht, diesen Leuten geht es um Gesinnung. Das sind keine harmlosen “ich bin gegen Windkraft”-Spinner, die man halt reden lassen muss. Das sind gefährliche Menschen, die eine gefährliche Agenda haben und gefährlichen Unsinn verbreiten. 

Bzw. vermutlich irre ich mich: ich mutmasse mal, dass die meisten von “Schwarzwald Gegenwind” keine rechten Ideologen sind, keine Umstürzler, keine Gesellschaftsfeinde. Es sind einfach Menschen, die, warum auch immer, irgend welchen Ideologen, Umstürzlern und Gesellschaftsfeinden das Wort reden. 

Schon im nächsten Satz geht es genau damit weiter:

Und ihr Auftragnehmer, die große Politik, „unsere“ Regierung, funktioniert:

Die Auftragnehmer dieser Menschen? Also Auftragnehmer wie bei einer Firma. Ein ganz direkter Verweis auf die “BRD GmbH”, wie sie von Identitären und sonstigen Hetzern bezeichnet wird. Ganz genau wie die Anführungszeichen um “unsere” und natürlich “grosse Politik”. Weiter geht es mit Notstandsgesetzen (auch diese werden regelmässig von der neuen Rechten zitiert, um die grosse Gefahr von Links zu verdeutlichen). Diese werden auch gleich in einen direkten Kontext mit dem Ermächtigungsgesetz gesetzt. Sprich: die grosse Politik, unsere Regierung geht so weit wie Hitler damals gegangen ist. Nein, sogar noch weiter. 

Admin spricht von der “sogenannten Öffnung der Strommärkte”. Warum “sogenannt”? 

Danach kommt schreckliches Gejammer über alles mögliche Böse, das die armen kleinen Dorfbewohner in Form von EWS, ENERCON, Investoren andauernd überkommt und natürlich die grosse Opferrolle der armen Gegenwindler, die doch so gerne endlich mal sachlich mitreden würden, aber absolut nicht dürfen. Dass genau diese Bürgerinitiative regelmässig mit Unflätigkeiten, Abwertungen, Lügen und Hetze auffällt und schlicht nicht fähig ist, sachlich mitreden zu können, steht da freilich nicht. 

Das Gejammer wiederholt sich im Text so oft, dass er eigentlich nicht lesbar ist. Gegen Ende wird er immer aggressiver, in purem Stakkato werden Anschuldigungen und Beschimpfungen aneinander gereiht, gegen alle möglichen Gruppen, fein in Schubladen gepackt. Wie war das mit der sachlichen Diskussion?

Zum Schluss kommt dann, es war ja schon zu erwarten, als grosses Finale der Link zum Pamphlet des relativ windigen(bzw. windarmen) Verein Naturschutz-Initiative e.V.. Dieses Flugblatt ist Teil der aktuellen Initiative diverser wirtschaftsliberaler Organisationen, die mit aller Kraft versucht, die EEG-Novelle für 2021 zu blockieren. Diese Novelle ist sowieso schon tragisch genug, da sie bei weitem nicht das erhält, was wir brauchen, um wenigstens halbwegs etwas gegen den Klimawandel zu tun. Dennoch wird sie von Wirtschaftsseite bekämpft. Ein grosser Kämpfer ist Friedrich Merz, der nicht müde wird, zu betonen, dass doch die Wirtschaft wichtiger ist als das bisschen Katastrophe durch den Klimawandel. Der spielt hier aber keine Rolle, und auch die FDP, die da anscheinend ein passendes Feindbild gefunden hat, nicht. Hier taucht ein anderer Kämpfer auf: Daniel Wetzel

Wetzel schreibt sich seit Jahren bei der Welt die Finger wund, um gegen all das neue und böse anzukämpfen. Sei es gegen Umweltschutz, sei es gegen Freiheit, sei es gegen Fortschritt. Damit passt er perfekt zu Schwarzwald-Gegenwind: Beide haben keine Ahnung von der Technik, die sie so hassen, beide haben kein Problem damit, Lügen zu verbreiten und andere pauschal abzuwerten. Beide haben kein Problem damit, sich als Opfer zu gerieren. Und beide haben kein Problem damit, ihre Agenda vor das Wohl von Menschen zu stellen.

In dem Pamphlet wird blanker Unsinn verbreitet, es wird mit Angst gespielt und der Umweltschutz wird vorgeschoben, um eine absolut umwelt- wie menschenfeindliche Agenda voranzutreiben. 

Falls das hier also jemand liest: Hört bitte, bitte auf, die Menschen von Schwarzwald-Gegenwind als harmlose Spinner abzutun. Diese Menschen sind bösartig. Sie spalten seit Jahren die Gemeinde Kleines Wiesental. Sie verunglimpfen seit Jahren andere Menschen aufs ärgste. Sie verbreiten seit Jahren Lügen und Unwahrheiten. Und sie machen seit Jahren gemeinsame Sache mit Hetzern und Hassern. Tut was dagegen. Macht das Maul auf. Wir sind lauter. 

 

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Unsinns-ABC

Im Juni gab es mal wieder ein neues Posting auf der Gegenwind-Seite. Aufgemacht mit eine, Zitat von Richard Wagner. Passend, Wagner wurde von den Nazis angehimmelt, einige von Wagners Nachkommen haben mit den Nazis gemeinsame Sache gemacht (kann und darf man Wagner nicht anlasten, ist im Kontext dennoch interessant) und Schwarzwald Gegenwind entpuppt sich ja auch immer mehr als Sympathisanten der ekelhaften Rechten.  

Dass Schwarzwald Gegenwind sich nicht zu schade ist, regelmässig Lügen und Unwahrheiten zu verbreiten, ist wohlbekannt. Dass sie im Bereich der Energieversorgung über wenig Sachverstand verfügen, ebenso. Dass sie aber noch nicht mal verstanden haben, dass das ABC aus der Folge der Buchstaben A,B.C usw. besteht und Schlagworte, die mit willkürlichen Buchstaben beginnen, nun nicht gerade ein ABC darstellen, selbst das scheint zu hoch für die Gesellen.

Dass das “Kartell”, von dem in der Überschrift die Rede ist, im Artikel weder begründet noch belegt ist, überrascht nicht, ist halt mal wieder ein weiteres trauriges Beispiel von Desinformation. 

Der Artikel bezieht sich auf ein schrecklich schwurbeliges Pamphlet eines Bloggers und Literaturwissenschaftlers namens Dieter Hoffmann. Dass den Gegenwindlern nicht langsam peinlich ist, immer fachfremdere Personen (Apotheker, Literaturwissenschaftler etc.) zu dem Thema zu zitieren, erstaunt mich immer wieder. Das Pamphlet wäre ein eigenes, längeres Blogpost wert, bzw. ist es eigentlich nicht, weil es, ganz im Tenor von Gegenwind und Co. Halbwahrheiten, Lügen und aus dem Kontext gerissene Aussagen enthält. Von einem Dieter Hoffmann, der sich zwar klar von der AfD distanziert, aber im Bereich Klimaschutz ziemlich auf deren Linie ist und im Bereich Corona irgend wo zwischen Til Schweiger und Xavier Naidoo rangiert. Also, wie erwartet, keine sinnvolle Quelle für vernunftbegabte, anständige Menschen, aber eine prima Quelle für Schwarzwald Gegenwind. 

Aber mal zur “Auflistung von Unsäglichkeiten”1. Es handelt sich mal wieder um eine Liste von Aussagen, Vorwürfen, Verleumdungen etc. Ohne irgend einen Hinweis, warum sie gelten sollen, ohne Belege oder Begründungen. Billigste Hetze. frei von Inhalt. Die Hälfte aus dem Kontext gerissen, ein nicht kleiner Teil schlicht gelogen. Im Einzelnen:

  • Alternativlosigkeit der Windkraft,
    • Billigste Hetze. Niemand spricht von “Alternativlosigkeit”. Wenn wir Strom haben wollen (wollen wir), dann müssen wir andere Energieformen wandeln. Kinetische Energie aus dem Wind ist EINE davon, momentan eine relativ einfach nutzbare mit relativ wenigen Nachteilen. 
  • Aushebelung des Artenschutzes,
    • Wieder billige Hetze. Der Artenschutz wird nicht pauschal “ausgehebelt”, wie bei so ziemlich jeder Industrieanlage findet eine Abwägung statt. Noch mal: wenn wir elektrische Energie nutzen wollen, müssen wir Kompromisse eingehen. So wie bei allem anderen. 
  • David-gegen-Goliath-Mythos,
    • Billigste Hetze. Das ist kein Sachargument, davon abgesehen, dass Schwarzwald Gegenwind sich doch extrem gerne als kleines Opfer, als David, geriert. 
  • Demokratieeinschränkung,
    • Schlichte, unwahre Pauschalaussage. Wo wird die Demokratie eingeschränkt? Wer wird am Wählen gehindert (wir haben eine parlamentarische Demokratie)? Wer wird an der Teilnahme z.B. durch Anwesenheit in der Gemeinderatssitzung, durch Demonstrationen etc. gehindert? Strohmannargument, das auch gerne aus der ganz rechten Ecke kommt.
  • Desinformation durch Zahlenspielereien,
    • Darin kennt sich Schwarzwald Gegenwind aus. Wo denn, ganz konkret?
  • Verdrängung der Entsorgungsproblematik,
    • Niemand verdrängt diese. Sie ist allerdings vergleichsweise irrelevant. Als Hinweis: Jede Form der Erzeugung elektrischer Energie benötigt irgend welche Generatoren und Aggregate, die irgend wann entsorgt werden müssen. Der potenzielle nicht-recyclebare Restmüll aller momentan in D laufender Windkraftanlagen entspricht recht genau der Menge an nicht recyclebarem Restmüll, der pro Jahr bei der Verschrottung von PKW in Deutschland anfällt. PKW haben eine extrem gute Recyclingquote …. 
  • Missachtung von Expertengutachten,
    • Wo, konkret, und durch wen? 
  • Euphemismen,
    • Welche denn konkret?
  • Fledermäuse als Klima-Märtyrer,
    • Blanker Unsinn. Wer redet von “Klima-Märtyrern”? 
  • Befriedigung von Geldgier,
    • Vermutlich leben die Schwarzwald Gegenwind-Leute von Luft und Liebe. Ich muss arbeiten gehen, meine Frau auch. Beide nicht bei EWS, btw. Ist das Geldgier? Leider die Arbeitgeber der Schwarzwald-Gegenwindler auch unter Geldgier?
  • Gutachtenschwindel,
    • Wo, konkret?
  • Negierung des Hauspreisverfalls,
    • Wo ist dieser Verfall konkret belegt?
  • Indoktrination,
    • Billige, haltlose Hetze. Muss man noch nicht mal kommentieren.
  • Leugnung der Belastung durch Infraschall,
    • Ist das sowas wie “Leugnung der Flachheit der Erde”? Es gibt keine pauschale Belastung durch Infraschall. Der meiste Infraschall wird durch den Strassenverkehr und Fabrikanlagen erzeugt. 
  • Leugnung der Gefährdung von Insekten,
    • Wer leugnet das konkret? Insekten sind durch so ziemlich alles, was wir tun, gefährdet, so auch durch WKAs. Ebenso wie durch den Strassenverkehr usw. 
  • Interessenverquickung,
    • Naja, wenn jemand sein Geschäftsmodell darauf basiert, elektrische Energie hinreichend sauber zu produzieren, wÄhrend fast alle anderen das hinreichend schmutzig machen, werden da natürlich die Interessen des Geschäfts mit den Interessen des Klimaschutzes verquickt. Ist aber auch nichts neues. Wenn eine Firma Anlagen zur Abwasseraufbereitung produziert, dann verdient sie auch Geld damit, Wasser zu reinigen. 
  • Korruption,
    • Hossa. Wer ist konkret korrupt? Andere pauschal als korrupt zu bezeichnen, ist übrigens eine Straftat.
  • Kriminelle Machenschaften,
    • Auch das ist natürlich Verleugnung und imZweifel strafbar. 
  • Lobbyismus,
    • Ja, die Macht von EWS ist im Vergleich zu RWE und Co. natürlich gewaltig. 
  • Missionarismus,
    • Was soll man da kommentieren …?
  • Mobbing und Unterstellung verfassungsfeindlicher Aktivitäten,
    • Wer mobbt und wer unterstellt verfassungsfeindliche Aktivitäten? Schwarzwald Gegenwind mobbt ganz direkt den Bürgermeister des Kleinen Wiesentals, siehe ihre Website. Ich denke nicht, dass Schwarzwald Gegenwind in irgend einer Weise ferfassungsfeindlich ist, allerdings haben sie offenkundig wenig Probleme damit, Quellen zu nutzen, die auch klaren Verfassungsfeinden dienen, z.B. achgut.
  • Natur als exotistische Idylle,
    • Hä?
  • Leben in Parallelwelten,
    • Hat gelegentlich den Anschein, wenn man den Unsinn auf der Website der Windkraftgegner liest. Ist hier aber sicher nicht gemeint. Was denn dann?
  • Kleinreden des Ressourcenverbrauchs,
    • Wer redet was klein? Vermutlich ist hier der Eigenverbrauch von WKA gemeint. Billige Polemik, diesen hat exakt jeder Generator, so natürlich auch WKAs, daher spricht man immer von der Bilanz. 
  • Vortäuschung von Sicherheit,
    • Wer täuscht die vor? Und welche Sicherheit?
  • Lügen über Auswirkungen auf den Tourismus,
    • Welche Lügen sind das konkret?
  • Unterlassen von Umweltverträglichkeitsprüfungen,
    • Wo wurden die konkret unterlassen? 
  • Unterwanderung der Naturschutzverbände,
    • Welche Naturschutzverbände wurden wo unterwandert?
  • Windkraft als Motor der Verkehrswende?,
    • Nein, als ein Teil der Verkehrswende, was denn sonst? 
  • Versorgungslüge,
    • Welche Versorgungslüge?
  • Verharmlosung der Gefährdung von Vögeln,
    • Wo wird das verharmlost? 
  • Vogelmord,
    • Gleich Mord? Also mit Mordmotiv? WKAs werden explizit zum umbringen von Vögeln aufgestellt? Oder einfach mal wieder kolossale Sprachunkenntnis bei Schwarzwald Gegenwind?
  • Relativierung der Gefährdung von Walen,
    • Welche Relativierung? Wie geht es denn Walen denn so nach Fukushima? Und wie geht es den Walen mit der Erwärmung der Weltmeere u.a. dank Kohlekraftwerken? 
  • Windkraft als Wunderwaffe gegen den Klimawandel?,
    • Wieso Wunderwaffe? Einfach ein Element gegen den Klimawandel. 
  • Verharmlosung der Waldzerstörung,
    • Welche Verharmlosung? 
  • Schönreden von Landschaftszerstörung
    • Wo wird das schöngeredet?

Der restliche Text ist dann kaum lesbar ob der Versuche des Autoren, intelligent zu klingen. Aber immerhin macht er mal wieder eins deutlich: Die selbsternannten Waldschützer, die dort klar für Kohle- und Atomstrom einstehen, interessieren sich einen Dreck für den Wald und den Umweltschutz. Aber auch das ist ja nichts neues …

 

 

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Unvernunftkraft

Da ich grad dabei bin, hier noch mal ein Blogpost. Schon wieder zum Thema Schwarzwald Gegenwind, diesem über ihren aktuellen unaktuellen Flyer.

Dass man Flyer auch designen, also ansprechend, interessant gestalten kann, ist eine Tatsache, scheint der BI aber nicht wichtig. Egal, Inhalte sind wichtiger. Wenn denn wenigstens welche drin wären. 

Mal ein kurzer Abriss.

In gewohnt lächerlicher Polemik wird von Windindustrieanlagen, was sie auch noch mit WKA1 abkürzen. Natürlich sind Windkraftanlagen Industrieanlagen. Keine Frage. Aber das gilt halt für jegliche technische Anlage, schlussendlich selbst für die Zahnarztpraxis oder die Schreinerei. Und mutmasslich für die Arbeitsplätze der Bi-Leute. Aber hier soll halt man wieder etwas Framing gemacht werden, ungefähr auf dem Niveau, auf dem schlechte Menschen etwas bessere Menschen als “Gutmenschen” beschimpfen wollen.

Im Stil der 1980er (Wer erinnert sich nicht an solche Sachen in Bravo, nur selbst dort und damals hübscher gesetzt) ist der Flyer in einer Art FAQ gestaltet. Der erste Block handelt von den geplanten Anlagen. Da ich hier nicht auf dem Laufenden bin, kann ich nichts dazu sagen, in dubio pro reo gehe ich mal davon aus, dass das so stimmt.

Als Nächstes folgt ein “Wussten Sie schon,…[sic!]”, bestehend grösstenteils aus Informationen, wie sie auch in antiken Reiseführern stehen, also wie hoch irgend welche Türme sind. Praktisch zu wissen. Der letzte Punkt passt natürlich nicht, da er keine Fakten, sondern willkürliche Spekulation enthält. Niemand weiss, ob es in 10, 15 Jahren ein Repowering mit höheren WKAs geben will. Passt halt nicht in “Wussten sie schon,…”, da es sich nicht um Wissen handelt.

Als nächstes geht es, Achtung Abwechslung, im Block “Ist Ihnen bekannt,…[sic!]” mit Angstmache weiter. 

Schon im ersten Punkt geht es um den immer wieder bemühten Stress, Dauerstress und Infraschall. Letzterer ist, wie wir ja alle wissen, sehr wenig erforscht, es gibt kein “schadet auf jeden Fall” und wird vor allem bei weitem nicht nur durch WKAs ausgelöst. Die Aussage, dass Dauerstress krank mache, ist freilich richtig. One sie aber eine Relevanz für WKAs hat, ist zumindest umstritten, auf jeden Fall nicht endgültig geklärt, den Nachweis, dass es Fälle gäbe, wie behauptet wird, bleibt die BI schuldig. Was aber halt genau so bekannt ist, ist der Nocebo-Effekt, also die Tatsache, dass Angstmache, wie sie u.a. durch Schwarzwald Gegenwind betrieben wird, gar nicht selten dazu führt, dass Menschen unter Symptomen leiden, die sie dann z.B. der WKA zuschreiben. Vielleicht sollte Schwarzwald Gegenwind mal dazu etwas schreiben?

Im zweiten Punkt geht es wieder um “den Infraschall” und wie er sich ausbreitet. Das wissen wir, kennt man, wenn man mal im Vorraum einer Disco gestanden ist, oder neben einer Autobahn, oder neben einer grösseren Industrieanlage. Wie sich Infraschall auswirkt, ist kaum erforscht, die aktuellen Daten deuten nicht darauf hin, dass es schwerwiegende Auswirkungen gibt, vor allem gibt es mehr als genug Daten, die zeigen, dass WKAs in der Debatte nicht alleine zu betrachten sind. 

Beim Dritten Punkt wird es lustig, ich zitiere ihn mal:

…dass ein relativer Schutz vor dem Infraschall erst durch einen Mindestabstand von 10 x die Höhe der WKA (hier also ca. 2.300 Meter) gegeben ist, weil dann eine gewisse Schall-Verringerung eintritt?

Was “relativer Schutz” sein soll, weiss ich nicht, vermutlich wollen sie sich von “absoluter Schutz” abgrenzen oder so. Die “10x” sind offensichtlich frei ausgedacht, und “gewisse Schall-Verringerung” halt wieder polemischer Unsinn. Eine “gewisse Schall-Verringerung” tritt immer ein, “gewiss” ist keine Quantifizierung (die ja durch die Zahlen zuvor eingeleitet wurde). Schall-Wahrnehmung ist ein komplexes Feld, es gibt diverse Begriffe bzw. Konzepte wie Schalldruck, Schallintensität oder Hörgrenze (die drei sind quantitativ erfassbar), oder auch Lautstärke bzw. Lautheit (die sind nicht einfach physikalisch quantitativ erfassbar, da sie sog. psychoakustische Modelle darstellen, die subjektive Wahrnehmung, Frequenzgänge usw. beinhalten). Die Abnahme des Schalls bis hin zur Hörgrenze ist aber klar quantifizierbar, hängt aber u.a. vom Pegel (also schlussendlich der Schallenergie) und diversen anderen Faktoren ab, so pauschale Aussagen wie oben sind, was auch sonst, Unsinn.

Weiterer Unsinn folgt bei den Abständen von WKAs. Die genannte 700m-Empfehlung in Baden-Württemberg ist uralt und schon lange durch Einzelfallregelungen ersetzt. Weiterhin gab es vor ein paar Wochen einen Beschluss zur länderübergreifenden Regelung. Der Flyer ist zwar von Oktober, aber wenn die BI schon so viel Einsatz zeigt, EWS und Herrn Schönbett zu diskreditieren, könnte sie ja auch mal ihren Papierkram aktuell halten. Wie es in anderen Ländern konkret aussieht, weiss ich nicht (hätte ja gerne eine Quelle von Schwarzwald Gegenwind gehabt, aber sowas liefern die ja nicht), aber da, wie der vorherige Satz im Flyer ja sagt, es keine einheitliche Regelung in D gab, ist es blanker Unsinn, zu schreiben, dass Deutschland in Europa mit die geringsten Abstände vorsehe. 

Dann, fett gedruckt, schon wieder mal die alte Lüge, dass die Windkraft in Deutschland (explizit ALLE WKA) nicht2 zum Klimaschutz beigetragen habe.

Dann folgen wieder zusammenhanglose Rants zum Thema Energiewende3.

  • Nein, es ist keine Augenwischerei, von einer Energiewende zu sprechen, wenn WKAs nur einen wirklich kleinen Teil des Primärenergieverbrauchs liefern. Warum? Weil niemand sagt, dass die Energiewende ausschliesslich mittels WKA vollbracht werden kann und soll, und weil die Energiewende zum Glück aus sehr vielen (wenn auch noch viel zu wenigen) Bausteinen besteht
  • Nein, es ist keine Augenwischerei, wenn WKA einen Eigenenergiebedarf haben (Ich bin gerade zu faul, die genannten 6-15% nachzuschlagen, sie erscheinen mir zu hoch, aber ich lasse sie einfach mal stehen). Warum? Weil WKAs nachweislich einen positiven Erntefaktor haben. Der Eigenverbrauch wird ja auch beim Wirkungsgrad komplett rausgerechnet. Wie bei jedem anderen Kraftwerk übrigens auch, die meisten Kraftwerke brauchen externe elektrische Energie, produzieren aber freilich mehr als sie benötigen.
  • Nein, es ist keine Augenwischerei, wenn die WKA die Nennleistung eines AKW nicht ersetzen können. Warum? Weil der Ansatz ein anderer ist. AKW sind extrem umweltunfreundlich (Abbau und Aufbereitung Brennstoff, Atommüll usw.), riskant und vor allem unwirtschaftlich4. Aber schon wieder leuchtet da die EIKE-Agenda durch, genau wie Schwarzwald Gegenwind die rechten Verbindungen leugnet, dabei aber immer wieder entsprechende Quellen angibt, behaupten sie, gegen Kernkraft zu sein, lassen aber immer wieder die vermeintlichen Vorteile der Kernkraft durchscheinen. Honi soit …
  • Nein, es ist keine Augenwischerei, dass aufgrund von “Zufallsproduktion” fossile Kraftwerke und hier auch Atomkraftwerke mitlaufen müssen. Warum? Weil das gelogen ist. Es fängt mit der Polemik “Zufallsproduktion” an, diese Produktion ist recht gut prognostizierbar5. Und an keiner Stelle müssen fossile Kraftwerke “mitlaufen”, ganz im Gegenteil: AKWs und Kohlekraftwerke lassen sich kaum regeln, nicht schnell starten6 und auch nicht schnell herunterfahren. Sie laufen vielmehr, weil sie so viele Gewinne abwerfen. Es ist richtig, dass die meisten erneuerbaren Energien zusätzliche Regelkapazitäten benötigen, idealerweise Energiespeicher, die dauern aber noch, aber halt nicht Kohle- und Atomkraftwerke, sondern, wenn schon, dann moderne Gaskraftwerke, die zwar absolut nicht sauber sind, aber per se schon sauberer und vor allem bis auf Null regelbar. Sprich: die sind fast immer aus und erzeugen nur dann Emissionen, wenn sie kurz benötigt werden. 
  • Nein, es stellt keine Augenwischerei dar, dass die Kohle- und Atomkraftwerke bei Wind- und Sonnenmangel energieaufwendig hochgefahren werden müssen. Warum? Weil es schlicht gelogen ist. Ein Kohle- oder Atomkraftwerk fährt man nicht “mal schnell hoch”, das dauert ewig, daher will der Betreiber das nicht machen. Siehe oben

Augenwischereien stellen also mal wieder die Lügen und Halbwahrheiten von Schwarzwald Gegenwind dar. Schade.

Dann geht es weiter mit “Fakten”.

  • Ja, es ist so ziemlich jedem, der WKA will, klar, dass Deutschland (wie alle anderen auch) über zu wenig Speicherkapazitäten verfügt, dass diese dringend ausgebaut werden müssen. Daher fordert auch niemand, genau jetzt alles auf Wind, Solar und Wasser umzustellen. Daher gibt es Ziele und Fristen. Es ist aber halt allen klar, dass Deutschland u.a. mit seinem Stromverbrauch extrem viel CO2 usw. produziert, ebenso wie Atommüll usw. 
  • Ja, es ist so ziemlich jedem, der WKA will, klar, dass Wind und PV Vorrang haben bei der Einspeisung. Natürlich ist das klar, das ist der Sinn der ganzen Übung, was denn auch sonst? 
  • Nein, es ist niemandem klar, dass Deutschland, wenn zu viel Strom aus Wind und Sonn eingespeist wird, Strom verschenkt oder gar für die Abnahme bezahlt. Weil das gelogen ist. Genau ein Punkt weiter oben steht ja, dass Strom aus Sonne und Wind Vorrang haben. Es gab meines Wissens bisher keinen Moment in der Geschichte, wo Wind und PV mehr als 100% der genutzten Leistung geliefert hätten. Und wenn es solche Momente bereits gab, waren sie so gering, dass das quasi nicht ins Gewicht fällt. Wahr ist hingegen, dass die mitlaufenden Kohle- und Atomkraftwerke halt nicht schnell und billig runterregeln können, deren Überschuss muss dann irgend wie aus dem Netz, das wird dann verschenkt oder gar negativ bezahlt.7
  • Ja, es ist so ziemlich jedem, der WKA will, klar, das WKA gelegentlich aus dem Netz gedreht werden, um das Netz zu stabilisieren. Nur ist das nicht so, weil Windkraft nix taugt, auch wenn Schwarzwald Gegenwind genau das offensichtlich implizieren will, sondern liegt es zum einen an dem einen Punkt weiter oben beschriebenen zu viel an Leistung im Netz8, weil kaum regelbare Kohle- und Atomkraftwerke zu viel Strom liefern, oder es handelt sich unabhängig davon um schlichte Regelenergie. Genau deswegen werden auch Wasserkraftwerke geregelt, gibt es Pumpspeicherkraftwerke usw. Der Verbrauch ist dynamisch, da muss immer wieder nachgeregelt werden, schon immer. Bei Kohle- und Atomkraftwerken geht das fast nicht, bei WKAs halt (wie auch zB bei Wasser oder PV, aber auch Gas) ziemlich gut.
  • Ja, es ist so ziemlich jedem, der WKA will, klar, dass die WKA-Betreiber dann Ausfallvergütungen bekommen. Das liegt daran, dass das Netz eben immer noch von Kohle- und Atomkraftwerken mit Strom gefüllt wird, und da EE-Strom Vorrang hat, muss das umgelegt werden. Für den Kunden wäre es9 wirtschaftlicher, die Grosskraftwerksbetreiber dafür in die Pflicht zu nehmen, aber das wurde fröhlich verhindert. 

Abgeschlossen wieder mit billiger Polemik. Mit dem EEG lässt sich Geld verdienen, ausser Frage10, nur verdienen die Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken, die ja die obigen Kosten verursachen, halt noch sehr viel mehr Geld…

Dann kommt noch mal ein BRAVO-Block. Mal sehen.

  •  Nein, ich wusste nicht, dass die Nennleistung11 als reines Mass für die Versorgung genannt wird, man also in der Rechnung davon ausgeht, dass der Wind immer bläst, die Anlage immer mit voller Leistung läuft. Ist das so? Schauen wir mal. Einfach etwas googeln ergibt für On-Shore-Anlagen in etwas folgende gängige Aussage: eine WKA mit 3MW Nennleistung liefert Strom für ca. 2000 Haushalte. Wenn diese Anlage nun 350 Tage im Jahr läuft (der Rest ist für Wartung), dann liefert sie 3MW*24h*350 = 25.200MWh12. Ein durschnittlicher Haushalt braucht im Jahr ca. 4MWh an Strom, die genannten 2000 Haushalte also 8.000MWh. Ich wusste das also nicht, weil Schwarzwald Gegenwind da schon wieder lügt.
  • Ich wusste, dass der Südschwarzwald in der Windzone 1 liegt, vom Rest weiss ich es nicht, ob ich der Aussage von Schwarzwald Gegenwind glauben soll, weiss ich nicht. Spielt aber keine Rolle. Auch in Windzone 1 kann man mit positivem Erntefaktor mit Windkraft Strom erzeugen. Ich habe auch schon PV-Anlagen in Nordschottland projektiert, auch die liefern Energie. Weniger als im Kleinen Wiesental, mehr als sie zum Bau gebraucht haben
  • Dass Betreiber in windschwachen Gegenden mehr Vergütung bekommen, wusste ich, nur ist das nun nichts besonderes. Der Bauer im Kleinen Wiesental bekommt zum Glück auch mehr Zuschüsse als der Bauer in Mecklenburg-Vorpommern, der keinerlei Hanglage hat.
  • Ich wusste nicht, dass wir Verbraucher, die unsinnige WKA-Industrie mit unseren Stromrechnungen finanzieren. Ich wusste natürlich, dass wir die sinnvolle WKA-Industrie mit unseren Stromrechnungen finanzieren, so wie wir exakt jede Industrie mit unserem Geld finanzieren. Allerdings weiss ich auch, dass wir die klassischen Energieerzeuger wie Kohle- und Atomkraftwerke neben der Stromrechnung noch immens mit unseren Steuergeldern finanzieren.
  • Ich wusste zum Glück, dass es (zumindest in dem Kontext) nur ein Stromnetz gibt. Was freilich keine Relevanz hat
  • So ziemlich jeder weiss, dass Zuhause irgend ein Strommix ankommt. Wer in der Schule aufgepasst hat, weiss, dass der Strom immer den kürzesten Weg nimmt. Wenn ich auf dem Dach eine PV-Anlage habe, dann bekommen ich und meine Nachbarn einen nicht kleinen Teil unseres Stroms direkt davon. Wenn 2km weiter eine WKA steht, bekommen wir einen nicht kleinen Teil direkt davon. Wenn nichts davon da steht, bekommen wir unseren Strom hier zum Teil aus Wasserkraft und zum grossen Teil von Fessenheim (noch) und Leibstadt und Betznau. Wollen wir das?
  • Ich wusste auch, dass der Strom aus meiner Steckdose ein Mix aus allem möglichen ist. Dieser Mix wird aus Marketinggründen gerne als “grauer Strom” bezeichnet. 
  • Ich wusste, dass EWS ihren Strom als “grünen Strom” bezeichnet, weil EWS ein StromLIEFERANT ist, daher von der Quelle aus spricht, und die ist in dem Fall grün, nicht grau. Ich wusste nicht, dass das irreführend ist. Wenn man aber halt so grosse Probleme hat, solche Technologien zu verstehen, wie es bei Schwarzwald Gegenwind häufig der Fall ist, dann kann einen das schon verwirren. Auch hier gilt: einfach mal mit Fachleuten aus dem entsprechenden Fachgebiet reden, anstatt sich Unsinn von Apothekern usw. erzählen zu lassen

Dann folgt noch ein Rant über extrem schreckliche ökologische Folgen (warum die bei der Forstwirtschaft, die sehr viel mehr schlägt, oder beim Strassenbau keine Rolle spielen, hat Schwarzwald Gegenwind immer noch nicht recherchiert) und der Verweis auf tote Vögel und Insekten. 

Der letzte Verweis wäre sogar sinnvoll, wenn Schwarzwald Gegenwind Konzepte liefern würde. Windkraft ist alles andere als ideal. Aber Kohle- und Atomkraftwerke sind halt noch weniger ideal. Und das ist unser Problem.

Zum Abschluss noch etwas Literatur zur Vernunftkraft, deren Name als Schwarzwald-Vernunftkraft (Zusammenschluss mehrerer lokaler Initiativen) auch direkt inc. Spendenkonto auf dem Flyer vertreten ist. Der Hauptverband ist mehrfach auf der Schwarzwald Gegenwind-Website verlinkt. Vernunftkraft ist sehr eng mit EIKE vernetzt, dieses “Institut”13 ist wiederum sehr eng mit der AfD verbunden.

Und als kleines Zückerli: 

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Gegenwindwirrwarr

Mal wirklich kurz: Auf der Schwarzwald-Gegenwind-Website befindet sich mal wieder ein Artikel, diesmal vom 08.05.2020. Es geht um den Bürgermeister des kleinen Wiesentals, Gerd Schönbett. Ich habe Gerd Schönbett in meinem Leben ca. drei mal live gesehen, kenne ihn ansonsten nicht und habe, da ich seit über zwanzig Jahren meinen Lebensmittelpunkt nicht mehr im Kleinen Wiesental habe (meine Familie und viele Freunde aber dennoch), kann ich auch nicht wirklich viel über Herrn Schönbett und seine Arbeit sagen. Will ich auch gar nicht.

Schwarzwald Gegenwind hingegen will viel sagen. Eröffnet der Autor1 doch das Ganze mal wieder mit reichlich Hass und Polemik über EWS und Herrn Schönbett. Nachdem die BI erst mit Umweltschutz punkten wollte, dann mit Polemik gegen Schönbett und Co. und gegen das EEG, geht es nun ganz konkret darum, die Gemeinde spalten zu wollen. Zumindest lässt sich die mehrfache Erwähnung, dass doch Elbenschwand und Bürchau früher unabhängig waren, nicht erklären.

Bevor ich zum Leserbrief komme, noch etwas Dreisatz für den Herrn “Admin”, denn damit scheint er sich sehr schwer zu tun2. Er schreibt:

mit einem Bürgermeister, dem bereits bei seiner Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im Jahr 2017 von der Bevölkerung seine Grenzen mit noch nicht einmal 17 Prozent der Stimmen der Gesamtbevölkerung aufgezeigt wurden.

Hmm. 17%. Der Gesamtbevölkerung. Soso. Es ist absolut nicht üblich, bei Wahlergebnissen die Gesamtbevölkerung als Referenz zu nennen. Ausser, man will die Zahlen besonders schlecht machen. In dem Fall passen aber halt die 17% absolut nicht. Aber eins nach dem anderen:

Die Gemeinde Kleines Wiesental hatte laut Wikipedia am 31.12.2018 2869 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich gehe davon aus, dass diese Zahl auch am Wahltag, dem 12.03.2017, in etwa so bestand hatte. 17% davon wären 487 Personen, die Schönbett gewählt haben. 

Laut diesem Artikel hatte er aber 921 Stimmen, fast Doppelt so viele wie “Admin” schreibt. In Wahrheit konnte er aber halt 89% aller gültigen Stimmen3 für sich verbuchen, und das bei einer Wahlbeteiligung von 41%. Diese Wahlbeteiligung ist für eine kleine Gemeinde laut Statistik eher klein, aber absolut im Rahmen. 

Die 17% muss man also entweder mangelnden Mathematikkenntnissen oder Gehässigkeit zuschreiben.

Nun zum Leserbrief von Harald Senn. Es scheint ihm vor allem um das Missverhältnis zwischen Ausbau Windkraft und Ausbau Internet im Kleinen Wiesental zu gehen. Klarer Whataboutismus. Evtl. kann man Schönbett vorwerfen (wie gesagt, ich weiss es nicht), dass er sich gegenüber dem Landkreis nicht genügend stark gemacht hätte für den Internetausbau, und dass man, wenn es so war, sich wünschen könnte, dass er sich dafür ebenso einsetzte wie für WKA. Wie gesagt, ich weiss es nicht, aber ob Harald Senn das weiss, mag man bezweifeln.

Und auch wenn man4 den Leuten dort schnellstmöglich schnelles Internet wünscht: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, und für das Backbone ist das Landratsamt verantwortlich, auch wenn Harald Senn das gerne dem Bürgermeister alleine anlasten will, indem er einen weiteren Querverweis zur Fernwärme anbringt, also noch einen Whataboutismus. 

Danach verweist er auf den Glasfaserausbau in Schönau, offenkundig weiss Harald Senn nicht, dass Schönbett in Schönau nicht Bürgermeister ist. 

Und dann folgt mal wieder eine Schwarzwald-Gegenwind-typische Verquirrlung von Unwissenheit, Unsinn und Tatsachenverschiebung. Dass Harald Senn sich sehr gerne über Themen auslässt, von welchen er bestenfalls laienhaftes Halbwissen hat, zeigt er immer wieder in sozialen Medien. Hier legt er wieder los. 

Er behauptet einfach mal, dass Ende des Jahres 2020 im Mobilfunk die “Datentechnik G3” abgeschaltet würde. Aus seinem Unwissen heraus schreibt er konsequent G2, G3, G4, obwohl das 2G, 3G 4G heisst, aber egal. Seine Behauptung über die Abschaltung ist schlicht falsch. Wohlwollend kann man sagen, dass er vermutlich die Tatsache, dass die Versorgungsgarantie nur bis Ende 2020 gilt, als “danach wird es abgeschaltet” verstanden hat. 

Warum er aber davon ausgeht, dass irgend ein Anbieter an einem Ort 3G abschaltet, ohne dort 4G oder gar 4G/5G auszurollen, bleibt fraglich. Dass man mit 2G über EDGE nicht nur SMS übertragen kann, sondern auch extrem langsames Internet hat (entspricht einem Modem, wie sie früher üblich waren), weiss er auch nicht, aber dass das ein Rückschritt wäre, steht ausser Frage. 

Er benennt seinen Whataboutismus dann auch, allerdings klingt es halt nach sehr grossem Aluhut, dass Gerd Schönbett absichtlich Orten das Glasfasernetz verweigert (wie gesagt, das Backbone obliegt dem Zweckverband des Landkreises, nicht der Kommune, die muss “nur” die Ortsverteilung vornehmen), damit EWS mehr Geld verdienen kann. 

Den Leserbrief schliesst Harald Senn dann mit der Opferrolle5, dass einzelne Ortsteile derart benachteiligt würden, dass sie jeglicher Zukunftsperspektive beraubt würden. 

Ja, als vernünftiger Mensch würde man sagen: “Prima Harald, es ist richtig, dass es im Kleinen Wiesental dringend Breitbandanbeindungen für jeden gibt. Warum gründest Du nicht einfach eine Bürgerinitiative, die zur Abwechslung mal etwas progressives, also FÜR die Bürger der Gemeinde Kleines Wiesentals, anstatt ständig nur dagegen, leistet und den Breitbandausbau vorantreibt?”.

Harald Senn sagt sich das halt offensichtlich nicht …