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eingeimpft, eingeseift, für dumm verkauft vom Gegenwind

Nach wie vor Corona-Krise, nach wie vor Kinderbetreuung, nach wie vor eher wenig Zeit, daher kurz.

Wieder hat ein “admin” eine Art Pamphlet auf der Website von Schwarzwald Gegenwind hinterlassen. Wieder einmal bin ich ein paar Wochen zu spät, der Text dort stammt vom 25.04. Egal.

Wieder einmal strotzt der Artikel vor Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen. Er Schwurbelt extrem viel herum, daher ist es mir (siehe oben) nicht möglich, auf jeden Absatz einzugehen, ich picke mir einfach ein paar heraus. 

Nachdem die Herren (nach wie vor fehlen die Damen bei der BI, oder?) eine Weile versucht haben, den Umweltschutz, vor allem den des Schwarzwaldes, als ihre Agenda zu verkaufen, wird die neoliberale Haltung immer offensichtlicher (siehe ihre Verweise auf Rechte Website, Klimawandelleugner usw.), auch hier geht es keineswegs um Umweltschutz, es geht um Hetze gegen das EEG im Allgemeinen und das Feindbild EWS im speziellen. Ganz nach Handbuch von EIKE, Vernunftkraft und Co.

Schon gleich am Anfang die alte Leier der Subventionen durch das EEG. Es sind keine Subventionen, wenn man kritisiert, dann soll man das bitte korrekt machen, nicht hetzerisch mit falschen Darstellungen. Genauso wie die alte Neiddebatte, dass EEG-Empfänger1 sich die Kassen mit EEG-Geld Vollpacken. Natürlich erhält man beim Betrieb einer EEG-Anlage Geld, keine Frage. Das erhält man aber auch, wenn man ein Kohlekraftwerk oder ein Atomkraftwerk betreibt. Oder wenn man Autos oder Kugelschreiber herstellt. Kapitalismuskritiker ist wichtig und relevant, aber der Kontext deutet halt nicht darauf hin, dass es hier um Kapitalismus und Entfremdung vom Elektron gehen würde. 

Pseudointellektuelle Prosa folgt, anstatt dass der Autor einfach “Die Energiewende ist scheisse” schreibt, versucht er sich an einem Rosamunde-Pilcher-Verschnitt, Parataxen, teilweise ohne Auflösung. Auch hier wieder der Verweis auf die “Profiteure” und natürlich die hohen Umlagen. Die sind hoch, keine Frage, allerdings ist es unsinnig, die Sache so einseitig darzustellen. Wie viel kostet den Stromverbraucher denn wohl die “Entsorgung” von Atommüll? Wie viel kostet den Stromverbraucher wohl die Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke? Wie viel kostet den Verbraucher ganz konkret der Klimawandel? Ganz davon abgesehen, dass die Mehrbelastung durch das EEG vor allem durch den extrem übersubventionierten Markt der klassischen Energieträger entsteht. Wissen die Herren, passt aber nicht in die Agenda. Auch die pauschalen 280 Euro sind freilich Unsinn2, damit angefangen, dass es nicht “den Stromverbraucher” gibt, und dass gerade Grossverbraucher von der EEG-Umlage ausgenommen sind. 

Richtig lustig ist freilich die Aussage, dass irgend welche “Vertreter in Politik und Medien” es verlernt oder nie gelernt hätten, Behauptungen kritisch zu hinterfragen. Ist es doch so, dass das kritische Hinterfragen der Behauptungen von Schwarzwald Gegenwind regelmässig in Agression endet, aber quasi nie in sachlicher und fundierter Argumentation.  

Als nächstes natürlich die Pathologisierung, die sich auch die ähnlichgesinnten von AfD und Co. regelmässig zu nutze machen: Realitätsverlust bei den anderen. Direkt gefolgt vom Fake-News-Vorwurf (man erinnere sich: Schwarzwald Gegenwind weigert sich nahezu immer, auch nur einfache Aussagen zu belegen, auch klar nachgewiesene Lügen und Unwahrheiten werden von ihnen immer wieder wiederholt). Und immer wieder die Rede von Nachweisen, ohne jemals welche zu liefern. 

Und es folgt noch mehr Geschwurbel, mit wilden Wortkonstruktionen wie “Privilegien- Gesetz”[sic!], mit haltlosen Behauptungen, ohne Details oder gar Belege zu liefern. Die Rede ist von Eingriffen in Gesetzbüchern (welche), Außerkraftsetzung u.a. des Zivil-, Straf- oder Verwaltungsrechts, und die ständige Leier des weltweit höchsten Strompreises (der Vergleich von gesellschaftlichen wie privatwirtschaftlichen Kosten ohne die Einkommenssituation der Länder zu vergleichen, ist weder sinnvoll noch sachlich). Weiter geht es mit “ausufernden Finanzströmen”, und wirrem Zahlenmix. Erst ist von 193Mrd Euro EEG-Umlage die Rede3, dann auf einmal von 250Mrd, die in den zwanzig Jahren des EEG erlöst worden seien. Erlöst? Also als Umsatz generiert? Also ganz andere Zahlen? 

Dann eine ganz direkte Lüge. Als Seltsamkeit deklariert. Dreist wird behauptet, Betreiber von Windkraftanlagen würden Ausgleichszahlungen von den Netzbetreibern erhalten, wenn der Wind nicht wehe. Schlicht gelogen. Die Ausgleichszahlungen werden fällig, wenn der Wind weht, die Betreiber der Windkraftanlagen diesen aber nicht einspeisen können, weil im Netz durch die (kaum und teuer regelbaren)Atom- und Kohlekraftwerke genügend Strom vorhanden ist4. Das ist doof und problematisch, liegt aber daran, dass das EEG (aufgrund des Jahrzehnte lang übersubventionierten klassischen Strommarktes) eine bevorzugte Einspeisung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energien festlegt (nur so bekommen wir eine Energiewende hin), die klassischen Grosskraftwerke aber grösstenteils abgeschrieben und hoch subventioniert sind, weshalb es für RWE und Co. günstiger ist, das Kraftwerk weiterlaufen zu lassen, damit Geld zu verdienen und den Bürger die entgangenen Einnahme der EEG-Anlagen zu vergüten. 

Danach kommen Gemeinplätze, die klassischen EIKE-Pseudoargumente mit dem Minusstrom. Erklärung siehe oben. 

Und noch mal wird von Subventionen geschrieben, es geht hier aber eben genau nicht um Subventionen, sondern schlicht um Umlagen. Und dann der Verweis auf die “gute alte Zeit”, als Stromversorger noch nicht dereguliert waren. Dass in dieser “guten alten Zeit” Kohle- und Atomkraft immens subventioniert wurden, wird verschwiegen. Und dass wir die Altlasten dieser “guten alten Zeit” in Form von Atommüll und Klimawandel nun am Hals haben, halt genauso. 

Dann folgt wieder ein billiger Angriff auf die EWS (inclusive. Verleumdung, btw), genau wie auf “Öko-Auszeichnungen”, alles ganz pauschal und unsinnig. 

Und dann landen wir wieder bei der politischen Agenda unserer Gegenwind-Brüder. Es geht nicht um Wind, es geht nicht ums EEG, es geht um neoliberale Politik. Gemeinplätze, Schwadronieren über Wirtschaftsleistungen ohne weitere Inhalte und natürlich weitere Abwertung und Unsachlichkeit. Die Rede ist von “Ammenmärchen”, die der kenne (welche denn?). Von Durchbrüchen der Speichertechnologie (wer redet von diesen Durchbrüchen, und wie lässt sich daraus eine allgemeine Aussage ableiten?), und dass der gesamte Strombedarf gespeichert werden müsse (was Unsinn ist und niemand von Sinnen behauptet), oder dass behauptet würde, dass durch Windkraft bis zu 85% des Strombedarfs gedeckt werden könne (sicher punktuell möglich, aber kein allgemein sinnvolles oder gar anerkanntes Narrativ, vor allem nicht pauschal). 

Dann die alte Leier der Abhängigkeit. Und wieder der Verweis auf Covid-19, was sonst. Und wieder die Verdrehung, dass andere Leute Märchen erzählen würden, und natürlich Gemeinheiten, das Niveau sinkt immer mehr. 

Und dann kommt, auch hier sind wir wieder nahe bei AchGut, bei AfD und Co. ein Seitenhieb auf Merkel, um ein weiteres wirres Kompositum zu schaffen: “Wettbewerbsorgie”. Ich muss zugeben, ich habe die Parataxen der folgenden Abschnitte nun mehrfach gelesen, sie ergeben keinerlei Aussage. Es ist nicht zu entschlüsseln, um welche Wettbewerbe es dem Autoren nun gehen könnte. Wirr vor allem, wenn gerade dieser Autor anfängt, anderen Sprachpanschereien vorzuwerfen und Mitleid mit Philologen usw. zeigen will. Sorry, aber sein Text ist nun wirklich kein Augenschmaus5. Lustig vor allem, da er, wenn er von Philologen redet, wohl eher GermanistInnen meint, aber dieser “admin” neigt ja nicht selten dazu, zwanghaft Worte verwenden zu wollen, die er nicht wirklich versteht. 

Ähnlich lustig, wenn auch traurig, ist dann folgender Absatz, es geht um die Frage, was sein Geschwurbel mit einer BI zur Verhinderung der Windkraft auf Schwarzwaldhöhen zu tun habe:

Die Antwort ist einfach: Den Menschen dort, wie überall, werden Behauptungen, vermischt mit Angst- und Schreckensbildern um Augen und Ohren geschlagen, um dann mit den schönen Bildern einer geretteten, neuen Welt zu einer Art Glaubensbekenntnis verrührt zu werden. Mit einer realen Welt und erreichbaren Wirklichkeit jedoch, haben all diese hinlänglich bekannten Verheißungen wenig bis nichts zu tun.

Zuallererst geht es, wie gesagt, dieser BI nicht um Windkraft oder gar Umweltschutz. Das wäre die einfachste Antwort gewesen. So beschreibt er aber genau das Vorgehen der BI6, mit ihren Lügengeschichten, mit Angstmacherei vor Infraschall usw. Und dann halt wieder die ekelhafte Pathologisierung. Nur wir von der BI kennen die Realität, alle anderen, die anderes meinen oder wollen, leiden an Realitätsverlust und lassen sich von Wahnvorstellungen treiben. Goldenes Kalb in Reinform. 

Dass er wiederholt “Narrativ” in Anführungszeichen setzt, deutet wohl entweder darauf hin, dass er diesmal erkannt hat, dass er bei einem Wort nicht ganz sicher ist, was es bedeutet, oder dass er seine Leser für so dumm hält (was zu seiner Arroganz, die in der ständigen Abwertung anderer durchkommt, passt), dass sie nicht verstünden, was das sein könnte und wie er das meint. Und das in einem Satz, der den Germanisten wohl in den Suizid treiben würde, er ist zu gut als dass ich ihn unliniert lassen könnte:

Eine dieser „Narrativen“ entstand gleich zu Beginn der Verständlichmachung der Notwendigkeiten der oben erwähnten vor über zwanzig Jahren vorangetriebenen Energiewende mit der bereits erwähnten Minister-Eiskugel, die quasi als Eröffnungslüge des Jahrtausends in die Annalen einging.

Selbst mit korrekter Interpunktion wäre das semantischer Unsinn, vom Inhalt muss ich gar nicht erst anfangen. 

Danach wieder der unsägliche Eiskugelvergleich, wenn man halt sonst nichts hat, und schon wieder die einseitige Betrachtung des Strompreises. Und wieder der Verweis auf Covid-19, billigste Instrumentalisierung. Und noch mehr Arroganz, nur der Autor oder die BI haben einen realen Blick auf den Klimawandel, wer den nicht hat, soll zum Arzt gehen. 

Und dann käme ein prima selbstkritischer Satz der BI, wäre er nicht an alle anderen gerichtet. Und das gesamte Geschwurbel wird noch mal und nochmal wiederholt. In wirren Satzkonstruktionen, und wieder ohne Inhalte oder gar Belege. 

Verweise auf Langzeitstudien, wie immer ohne Verweise, welche das sind, folgen, u.a. auch in Bezug auf Insektensterben. Und dann ein kleiner Hammer: Das DLR hat anscheinend im Auftrag der Wissenschaftszeitschrift scinexx.de eine Studie durchgeführt und dabei herausgefunden, dass die 2019 installierten WKAs einen zusätzlichen Temperaturanstieg von 0,27 Grad Celsius in Deutschland bewirkten. Ein Hammer. Dazu möchte ich gerne mehr wissen. Da die Studie sich laut Autor auf installierte WKA Stand 2019 stützen, kann sie eigentlich nicht älter als von Mitte 2019 sein. Mal auf scinexx.de suchen. Hmm, drei Artikel scheinen halbwegs zu passen: Dieser beschreibt die Veränderung des lokalen Klimas durch Windkraftanlagen. Die zugrundeliegende Studie stammt aber nicht vom DLR, sondern von der State University of New York. Die dortige Studie deutet auf gewisse Veränderungen hin, kann aber keine klare Aussage in Bezug auf konkrete Veränderungen machen. Das kann also nicht der Artikel sein. 
Und dann gibt es noch diesen hier, er stammt aber auch nicht vom DLR und es geht auch nur um die gegenseitige Beeinflussung von WKAs, das selbe sagt auch dieser.  

Also schauen wir mal beim DLR. Nichts zu finden. Ausser einem Artikel zum Thema Windkraftanlagen und Fluginsekten. Der passt aber thematisch nicht, und den kann er auch nicht meinen, da er seine Aussage über Fluginsekten und Windparks weiter oben halt widerlegt. 

Also noch etwas mit Google suchen. Da findet man z.B. diesen Artikel. Er stammt auch nicht vom DLR, die zugrundeliegende Studie ist von der Harvard Universität (der Autor erwähnt, vermutlich unwissentlich, einen der Autoren der Studie). Sie zeigt auch eine Erwärmung durch WKAs. Allerdings in einem anderen Massstab: Wenn man sämtlichen Strombedarf(niemand redet davon, sämtlichen Strombedarf aus WKAs zu erzeugen) der USA (im Privathaushalt pro Kopf vier mal so hoch wie in Deutschland, gesamthaft sieben mal so hoch wie in Deutschland7Deutschland verbraucht pro Jahr ca. 0,55TWh an elektrischer Energie, davon sind ca. 20% aus Windkraft, also 0,11TWh. Die USA verbraucht im Jahr 3,9TWh an elektrischer Energie, das ist das Siebenfache des Gesamtverbrauchs von Deutschland und das Fünfunddreissigfache dessen, was in Deutschland durch Windenergie erzeugt wird.) durch WKAs erzeugen würde, würde sich die Oberflächentemperatur über Nordamerika um 0,24 Kelvin erhöhen. Das ist weit weg von den kolportierten 0,27 Grad in fünf Jahren nur in Deutschland des Autors. 
Und zusätzlich sagen die Autoren, dass der Erwärmungseffekt relativ klein sei im Vergleich zum Gewinn der Ablösung von Kohlekraftwerken. 
Die Studie, auf deren Mitautor “admin” sich bezieht, sagt eindeutig, dass Windkraft sinnvoll ist. 

Entweder bringt der Autor etwas arg durcheinander (auf Korrektur braucht man vermutlich nicht zu hoffen), oder er lügt, dass sich die Balken biegen. 

Anschliessend folgen weitere Rundumschläge gegen die Politik, diesmal gegen die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, mit viel Corona-Instrumentalisierung. Und damit geht es dann weiter mit neoliberalem Gewäsch, wie immer ohne Belege, voller Gemeinplätze und viel Geschwurbel. Ich schaffe es nicht, weiterzulesen, von so viel Falschheit, Unsinn und Geschwurbel wird mir sonst schlecht …

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Noch mehr Gegenwind

Die netten Damen (gibt’s dabei Damen?) und Herren von Schwarzwald Gegenwind haben mal wieder (schon fast ein Monat her) ein paar Lügen verbreitet. 

Dank Corona und Kleinkinder ist es mit meiner Freizeit momentan nicht weit her, daher wird das hier sicher recht kurz. Falls es fertig wird. Aber schauen wir mal. 

Überschrieben ist das Posting vom 19.03.2020 mit “Wissen – man muss es nur wollen. Besser als Willkür, Wunsch und Wunderheilung”. Prima Alliteration. Aber geht es dabei um Wissen? 

Zumindest eines ist sofort klar: um Sachlichkeit geht es mal wieder absolut nicht. Und im ersten Satz steht schon:

Die … Energieversorgung oder gar – “wende”[sic!] hat nachweislich weder zu volkswirtschaftlicher Effizienz, geschweige denn zur immer wieder apostrophierten Umwelt[sic!] und Klimafreundlichkeit auch nur ein Jota beigetragen

Ok. Abgesehen von eklatanten Mängeln im Satzbau steht da viel Unsinn (die absolut unsachliche Polemik habe ich mal ausgelassen). 

Es gibt keine “volkswirtschaftliche Effizienz”, was sollte das auch sein? Es gibt die Wirtschaftlichkeit, und die kann man unter anderem mit “Effizienz” messen. Das geht aber, weil das nunmal die Definition des Begriffes “Effizienz” ist, nicht absolut (und schon gar nicht pauschal), sondern immer nur relativ1. Vermutlich wollte da jemand in tollen Worten, die er halt nicht beherrscht, ausdrücken, dass die Energieversorgung oder Energiewende (welches von beiden denn nun?) in irgend einer Art und Weise aus volkswirtschaftlicher Sicht unwirtschaftlicher geworden sei (oder zumindest nicht wirtschaftlicher). Das könnte sein, lässt sich aber de facto quasi nicht nachweisen, da die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung nicht objektiv erfassbar sind, sondern es diverse Modelle mit diversen Ungereimtheiten gibt. Der Autor schreibt aber “nachweislich”.

Wie quasi immer bleibt die BI den Nachweis schuldig. Interessanter ist aber der zweite Teil. Hier müssen wir den Satz noch mehr zerpflücken:

Aussagenteil 1: Die Energieversorgung hat nicht zur Umwelt- und Klimafreundlichkeit beigetragen. Das ist sicher so, da die Energieversorgung (da der Autor so künstlich bildungsdeutsch den Begriff “apostrophiert” so halbwegs falsch verwendet hat, sollte er als Bildungsbürger die Hauptsätze der Thermodynamik kennen) nunmal an jeder Stelle Energie aufwendet (vulgo: verbraucht), um irgend welche Energien zu Wandeln. Das liegt in der Natur der Sache2.

Aussagenteil 2: Die Energiewende hat nicht zur Umwelt- und Klimafreundlichkeit beigetragen. Das ist freilich absolut gelogen, kann man z.B. beim Umweltbundesamt nachlesen. 

Weiter geht es dann mit dem alten Narrativ der höchsten Strompreise. 

Einfachste Betrachtung: Das ist natürlich erst mal gelogen, wie man bei Statista nachlesen kann. Allerdings liegt Deutschland da wirklich extrem weit oben. Daher mal die zweiteinfachste Betrachtung: Wie sieht das in Bezug auf das Einkommen aus? Da mir momentan die Zeit fehlt, das für die ersten paar sauber durchzurechnen, ein schneller Blick: In Portugal kostet der Strom ca. 15% weniger als in Deutschland. Dafür ist das BIP weniger als halb so gross und das durchschnittliche Bruttogehalt liegt etwas über einem Drittel des deutschen Durchschnitts. Damit ist der Strom in Portugal natürlich für den Verbraucher teurer als in Deutschland. Und Portugal wird damit nicht das einzige Land sein.

Und dann gibt es natürlich noch komplexere Betrachtungen: Der Strompreis, den wir bezahlen, besteht ja nicht nur aus dem, was auf der Stromrechnung (oder oben bei Statista) steht, dazu kommen ja noch unterschiedlichste Umlagen und Subventionen für die unterschiedlichen Energieträger. Auch diese bezahlen wir. Für erneuerbare Energien bezahlen wir den grössten Teil davon als EEG-Umlage direkt mit der Stromrechnung, die Preise von Statista enthalten diese also. Kohle und Atomstrom werden allerdings durch Steuermittel subventioniert. Hier, ebenso wie auch in anderen Ländern. Auch das muss an jeder Stelle eingerechnet werden, will man dazu eine Aussage machen. 

Ob die BI das wohl eingerechnet hat? Wohl kaum. 

Und auch wieder im klassischen Narrativ wird von milliardenschweren Subventionen geredet (in der Praxis geht es viel mehr um Umlagen als um Subventionen, aber egal). Dass diese “Subventionen” aber vor allem deswegen notwendig sind und waren, weil die klassischen Energieträger seit Jahrzehnten milliardenschwere Subventionen (übrigens viel, viel mehr) erhalten, weswegen der Markt so schief ist, dass neue Teilnehmer ohne Unterstützung keine Chance haben, kehrt der Autor unter den Teppich. 

Danach kommt wieder ein Satz mit fragwürdigem Aufbau und einem schlichten Gemeinplatz ohne irgend eine Aussage. 

Der dritte Absatz beginnt wieder mit einem parataktischen Geschwurbel, ganz ohne sich an grammatikalische Konventionen zu halten. Die Aussage kann man bestenfalls erraten: Die armen Bürger, die durch Windkraft so arg belastet seien, würden gar nicht wahrgenommen, weder von Politik noch Verwaltung. 

Ja, sie werden so wenig wahrgenommen, dass Politiker keine Lust mehr haben, an “Stammtische” zu kommen, da sie derart beleidigt werden, dass das am Ende vor Gericht landen. Sprich: es ist wieder eine billige Lüge. Schwarzwald Gegenwind macht so viel Lärm, spaltet so dermassen die Gemeinde “Kleines Wiesental” und bekommt so viel Echo, auch aus Verwaltung und Politik, dass es geradezu lächerlich ist, wie ein beleidigtes Kind zu jammern, dass einem niemand zuhöre. 

In genau dem Stil geht es weiter. Polemik, Narrative, die sie von EIKE, also dem pseudowissenschaftlichen, klimawandelleugnenden Arm der Neuen Rechten und AfD wortwörtlich übernommen haben, und Symbolik folgen Schlag auf Schlag, meist grammatikalisch mindestens fragwürdig und inhaltlich auf dem Niveau eines Teenagers, der sich nicht zu helfen weiss, ausser um sich zu schlagen. 

Selbst für Kriegsrhetorik ist sich der Autor nicht zu schade, er sieht eine “Generalmobilmachung“. 

Und natürlich endet das Pamphlet3 mal wieder mit einem Verweis auf einen Artikel auf dem Blog “Achse des Guten”, einem Sammelplatz für deutschtümelnde, neurechte Hetze.

Der verlinkte Artikel selbst stammt aus der Feder von Dr. Hans Hofmann-Reinecke, einem Leugner des menschgemachten Klimawandels, der sich nicht zu schade ist, ein Teenagermädchen (Greta Thunberg) abzuwerten und zu pathologisieren und, wen wundert es, natürlich Kernkraft als das einzige Heilmittel betrachtet. 

Wie bereits mehrfach, nicht nur von mir, gesagt: Der Wind von “Schwarzwald Gegenwind” weht immer weiter von Rechts, aus der wirren Welt rechter Verschwörungstheoretiker, Klimawandelleugner und Kernkraftbefürworter. 

Liebe Leute von Schwarzwald Gegenwind: ihr könnt das mit der Polemik und dem Beharren auf Halb- und Unwahrheiten offensichtlich nicht lassen. Und ihr liefert nach wie vor nichts, noch nicht mal minimal Konstruktives. Na gut. Aber dann hört doch wenigstens auf, so zu tun, als wärt ihr in irgend einer Art und Weise an Naturschutz, Umweltschutz oder einer schönen Gemeinde Kleines Wiesental interessiert. Steht wenigstens dazu, dass es Euch um neoliberalen Unsinn und rechtskonservative Denke geht. Und schämt Euch vor allem dafür.

 

 

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Gegenwindfakten

Disclaimer: Ich masse mir hier absolut nicht an, rein wissenschaftlich zu arbeiten, meine Aussagen hier sind teilweise belegt, oft basieren sie einfach nur auf meinem (Fach-)Wissen im Bereich der Energietechnik. Daher schreibe ich auch nicht, dass das “wissenschaftliche Fakten” seien.


Unter dem nicht ganz unnarzisstischen Titel “Wissenschaftliche Fakten! – Wir haben die Naturgesetze, die Tatsachen auf unserer Seite!1” veröffentlichte die BI Schwarzwald Gegenwind am 06.11.2019 einen Artikel, besser: ein Pamphlet. Nachdem die BI ihre offenkundige Nähe oder zumindest Sympathie zum immer rechteren Rand schon eine gute Woche vorher mit einem Link zur selbsternannten “Achse des Guten”2 bekräftigt haben, versuchen sie nun, Narrative aus der Klimawandelleugnung wissenschaftlich darzustellen. Der Text stammt von Andreas Hirsch aus Wies.

Allerdings reicht es halt nicht, “Wissenschaftliche Fakten” über einen Text zu schreiben, wenn er dann so wissenschafltich daneben liegt.

Dass bereits in den ersten Worten die ständig auftretende Extemisierung zwischen Windkraftgegnern und Windkraftbefürwortern (ganz ohne Differenzierung, obwohl die das wichtigste ist) gefestigt wird, ist nicht mal mehr auffallend, sondern leider bezeichnend. Aber zum Inhalt:

Das beginnt bereits in “1. Grundlagen”. Hier wird, entweder durch absichtliche Fehldarstellung oder Unkenntnis der Sachlage des Autoren, der Eindruck erweckt, dass ausschliesslich gesicherte Leistung3 nutzbare elektrische Energie sei und dass Windkraft keine gesicherte Leistung sei. Das ist aus mehreren Gründen falsch. Zum einen ist die Ertragsprognose einzelner WKAs auf drei Tage inzwischen extrem verlässlich, was sich auch darin zeigt, dass WKAs in Deutschland zu 6%4 zur Grundlast beitragen. Zum anderen benötigt das immer dynamischer werdende Netz5 immer mehr Regelenergie, also dynamisch regelbare Energieträger, was zB Atom- und Kohlekraftwerke nicht sind.
Richtig ist, dass eine reine Grundlasterzeugung nur mit WKAs, oder auch nur ein Grundlastanteil von 25% an WKAs nicht sinnvoll wäre. Davon redet aber halt auch keiner.

Weiter geht es mit der sogenannten Unterdeckung im Januar 2020. Diese 0,5GW tauchen sehr häufig auf. Allerdings nicht in wissenschaftlich belastbaren Abhandlungen, sondern als Narrativ, und zwar ganz konsistent auf Seiten wie AchGut, EIKE, Anti-Windkraft-BIs und dem Medienteil, der sich gerne gegen Erneuerbare Stellt, wie z.B. Focus. 

Hier wird als Quelle ein Interview mit dem Wissenschaftler Harald Schwarz6 angegeben. Dass Interviews, egal mit wem, keine wissenschaftlich belastbaren Fakten (und die wurden ja versprochen) darstellen, weiss Andreas Hirsch entweder nicht, oder es ist ihm egal. Das ist aber gar nicht mal wirklich der relevante Punkt. Als Quelle wird das Interview mit Harald Schwarz angegeben (das Interview selbst ist auch schon mehr als fragwürdig, das ist hier aber nicht relevant). Im Interview selbst drückt sich Schwarz aber ziemlich vage aus, was die Versorgungssicherheit angeht, von den 0,5GW spricht er an keiner Stelle. 
Im Text findet sich aber ein Kasten mit Balkendiagrammen, dessen Quelle ist aber nicht mit Harald Schwarz angegeben, sondern es wird auf einen Bericht7 der Übertragungsnetzbetreiber verweisen. Dort steht allerdings:

Im Leistungsbilanzbericht 2017 wurde erstmals eine geringe negative verbleibende Leistung ausgewiesen. Unter den oben beschriebenen Bedingungen hätte sich mit den damals den ÜNB vorliegenden Informationen und getroffenen Annahmen ein Importbedarf von 0,5 GW für den Referenztag 2020 ergeben. Durch die stetige Aktualisierung der Datengrundlage und Berücksichtigung der aktuellen Informationen zum Kraftwerkspark in Deutschland ergibt sich im vorliegenden Leistungsbilanzbericht für Januar 2020 eine positive verbleibende Leistung von ca. 1 GW. Für den erstmalig betrachteten Stichtag 2021 ergibt sich ein möglicher Importbedarf von ca. 5,5 GW.

Und weiter unten:

Da gemäß der „Feststellung Netzreservekraftwerksbedarf für den Winter 2018/2019 und das Jahr 2020/2021“ der BNetzA [2] der Bedarf an Netzreservekraftwerken durch nationale Anlagen gedeckt werden kann, sind derzeit keine Netzreservekraftwerke im Ausland zu kontrahieren

Und schliesslich:

Die Untersuchung der Leistungsbilanz ist mit verschiedenen Unsicherheiten behaftet. Damit sind der Aussagekraft der Ergebnisse Grenzen gesetzt.

Die Aussage, dass im Januar 2020 eineUnterdeckung ggeben sei, ist also schlciht falsch. Im weiteren Abschnitt wird dann aus dem Artikel zitiert, leider wird hier extrem unwissenschaftlich zitiert. Im Satz vor dem Zitat zeigt Schwarz ganz deutlich, dass seien Aussage keine wissenschaftlich fundierte ist, sondern eine reine Annahme:

Die Wahrscheinlichkeit, dass uns die Nachbarn in einer kalten Dunkelflaute, bei weitgehendem Ausbleiben von Strom aus
Wind und PV, mal eben 20 GW über den Strommarkt verkaufen können, halte ich für unrealistisch. Genau an diesem Punkt hat sich der Abschlussbericht der Kommission für mich wegen Realitätsferne  erledigt.

(Hervorhebung von mir).

Im ganzen Abschnitt geht Hirsch, ebenso wie Schwarz8 davon aus, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in halb Europa kein Wind wehen und keine Sonne scheinen könne. Wann kommt das vor?

In Teil 2 wird es dann spannend: Hier Outet sich Hirsch ganz offenkundig als Leugner des menschlichen Anteils am Klimawandel, indem er die (absolut unwissenschaftliche) These aufstellt, dass CO2 als Klimagas überschätzt werde. Spätestens hier geht es offenkundig nicht (mehr?) um wissenschaftliche Fakten. 

Wir lesen dennoch weiter. Als nächste liefert er, fast schon erwartbar, einen Verweis auf das Paper der drei ProfessorInnen der Universität Heidelberg. 

Auch hier handelt es sich um ein mehr als fragwürdiges, definitiv nicht wissenschaftlich haltbares Paper (das auf einem Paper von 2015 basiert, das ebenfalls mehrfach invalidiert wurde), hier ist das Paper schon beschrieben: https://energiewende-rocken.org/physikprofessoren-aus-heidelberg-ist-er-eigene-ruf-voellig-egal-fakenews-ohne-ende/

Dann kommt wieder mal ein klassischer Satz aus der Klimawandelleugner-Ecke, der so pauschal halt eine falsche Darstellung ergibt, dennoch ist sich Hirsch nicht zu schade, ihn zu verwenden.

Bitte beachten Sie, dass die deutschen CO2-Emmissionen sich seit 2009 nicht wesentlich verändert haben!!!

Es fängt damit an, dass 2009 ein Ausreisser ist, in dem Jahr wurde vergleichsweise wenig CO2 ausgestossen. Davor und danach hingegen ungleich mehr. Die Tendenz (Hirsch drückt eine Tendenz aus, nicht den absolutenVergleich zwischen 2009 und zB 2019) ist klar fallend9. Viel wichtiger ist allerdings, dass die Tatsache, dass im Energiesektor vor allem dank EE die CO2-Emissionen gesenkt wurden, dazu geführt hat, dass die Emissionen nicht gesamthaft gestiegen sind.

Dann kommt, auch wieder sehr gängige Argumentation, dass man doch, auch wenn Hirsch das anscheinend (scheinbar?) nicht sinnvoll findet, vielleicht mal wieder etwas mehr Atomkraft versuchen könnte. Ist das nun sein Vorschlag oder halt doch nicht?

Anschliessend kommt er – nach einem etwas wirren Einlass, dass man doch Solarenergie (vermutlich meint PV) in Batterien speichern könne, obwohl das Recycling von Solaranlagen nicht geklärt sei (wo klärt er das Recycling von Kohle- oder Atomkraftwerken?) – zum Thema, warum das mit Windkraft alles nicht ginge. Vielleicht kommen jetzt endlich die versprochenen wissenschaftlichen Fakten. 

Nein, doch nicht. Es folgt ein hochemotionaler Rant gegen eine Frau Fromm, die anscheinend sein Plakat kritisiert hat. Anscheinend steht auf dem Plakat etwas von Greifvögeln, die durch Windkraftanlagen getötet werden. Es werden Vögel durch Windkraft getötet, das steht ausser Zweifel. Es werden aber halt auch Vögel durch so ziemlich alles andere, was wir machen, getötet. Warum sind nun nur die Vögel relevant, die durch Windkraft getötet werden? Oder sehen wie die Schwarzwald-Gegenwind-Leute zukünftig auch in Wieslet vor dem Güggelifest demonsitrieren? Vielleicht mag Herr Hirsch mal eines Abends einen Spaziergang zum Dorfgemeinschaftshaus machen. Unten rechts ist das Schlachthaus. Auch dort werden Tiere getötet10, sind diese toten Tiere nicht relevant? 

Dass sich Hirsch hier nicht zu schade ist, den Begriff “Genzoid” zu verwenden und damit effektiv wirkliche Genozide zu verharmlosen, ist traurig und hochgradig unanständig, entspricht aber leider häufig dem Argumentationsniveau der BI. Warum aber nur die Windkraftindustrie diesen bewussten Genozid betreibt, andere Industrien, denen ebenso viele oder mehr Vögel zum Opfer fallen, nicht, bleibt offen, Wissenschaftliche Fakten sind das aber halt immer noch nicht, hier geht es rein um Emotionen (“Die armen Vögel”).

Nun folgen die Aussagen (Aussagen, nicht wissenschaftliche Fakten, letzere wären ja belegt) Schlag auf Schlag:

WK habe massgeblichen Anteil an Insektensterben. Beleg dazu (sollen ja wissenschaftliche Fakten sein): Keiner. Zumindest mein Wissensstand ist, dass es hierzu bisher keine belastbaren Zahlen gibt. Es ist wohl anzunehmen, dass ein nicht kleiner Teil der Insektenpolulation durch WKAs belastet wird, allerdings muss man, wenn man Zahlen hat, diese zwingend in Relation zu allen anderen Energieträgern stellen. Dann wird es wissenschaftlich.

Dann die enorme Umwelt- und Naturzerstörung. Davon abgesehen, dass jede kWh an elektrischer Energie, die nicht durch zB Kohlekraftwerke, sondern eben durch eine WKA hergestellt wird, einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz darstellt, ist es absolut übertrieben, diese Zerstörung so zu überhöhen. Für den Bau einer WKA wird i.a. unter einem ha Waldfläche dauerhaft abgeholzt. Dafür gibt es Ausgleichsfläche, die braucht Zeit, nachzuwachsen. Richtig. Allerdings: Wir haben im Schwarzwald pro Hektar zwischen 400 und 700 Festmeter Holzbestand. Das entspricht in etwa 600-900 Ster an Holz. Wenn ich durchs kleine Wiesental fahre, sehe ich vor fast jedem zweiten Haus vielleicht 50 Ster Meterholz liegen. D.h. die “enorme Natur- und Umweltzerstörung” findet genauso durch die Haushalte statt. Und dabei ist die industrielle Nutzung noch gar nicht beachtet. Schlechtes Argument, ausser, man will sich mit so ziemlich jedem Waldbesitzer im kleinen Wiesental oder sonstwo anlegen.

Als nächstes, ebenso erwartbar, der Infraschall. Auch hier gibt es keinerlei wissenschaftlich belastbare Fakten. 

Und dann, ganz pauschal und vor allem ohne irgend welche Belege die Aussage, dass Kosten und Schäden so hoch seien, dass WKAs nicht betrieben werden könnten. Sehr unwissenschaftliche Darstellung.

Und dann wieder ein Glaubensbekenntnis und pauschale Aussagen über zu leicht zu verdienendes Geld. 

Nach einem – ebenso unwissenschaftlichen wie unbelegten – Seitenhieb auf die EWS kommt dann wieder ein Horroszenario, ganz viele Emotionen: Der Blackout.

Auch hier wieder keinerlei wissenschaftlicher Hintergrund. Hirsch verweist auf eine Studie11 des TAB. Dieser Verweis funktioniert nur deswegen überhaupt, weil er hier Ursache und Wirkung auf die selbe Quelle bezieht, obgleich die Studie sich ausschliesslich auf potenzielle Wirkung bezieht, und weil er oben mit den falsch dargestellen Lücken schon versucht, Ängste vor einem Blackout zu schüren. 

Die Studie selbst gibt grossflächige Katastrophen oder gezielte terroristische Anschläge als Beispiele für Auslöser eines grossflächigen und langandauernden Blackouts. Und dann beschreibt sie mögliche Auswirkungen. Allerdings gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass selbst eine grössere Leistungslücke dazu führt, einfach da unser Verbundnetz hinreichend viele Schutzmechanismen hat, so z.B> Lastabwurf12 und das inhärente Vorhandensein eines Verbundnetzes.

Auch hier wieder sein Verweis auf Kohle- und Atomkraft, honi soit …

Dann folgt mein Lieblingssatz des Artikels:

Niemand braucht meine Einschätzung zum CO2 zu teilen. Aber vielleicht bringen die reinen Fakten die Windkraftbefürworter ja ins Nachdenken? Vielleicht. Hoffentlich.

Nein, wirklich niemand muss seine unwissenschaftliche Falscheinschätzung zu CO2 teilen. Allerdings muss auch niemand über seine reinen Fakten nachdenken, einfach weil sie nicht vorhanden sind. 

Lustig ist auch sein Nachsatz, dass “sie” es nicht nötig hätten, Beleidigungen und Verleumdungen von sich zu geben. 

Hier mal ein paar Zitate incl. Quellenangabe:

…von den selbsternannten Weltenrettern, den „Öko“-Stromlern und Graustromwäschern à la EWS, Elektrische Werke Schönau. 

Quelle: http://www.schwarzwald-gegenwind.de

Wieder ein Beweis dafür, dass Investoren wie die Elektrizitätswerke Schönau EWS den Bezug zur Realität verloren haben.

Quelle: Facebook-Seite von Schwarzwald-Gegenwind

Auch die Elektrizitätswerke Schönau EWS treten als radikale Weltenretter auf und verlieren zusehends die Faken aus den Augen!

Quelle: Ebd.

Helmut Seidel wenn er wirklich Sachkenntnis hätte (oder eben sein Denken nicht ideologisch durch seinen Arbeitgeber geprägt wäre), …

Quelle: Kommentar von Daniel Senn aufFacebook gegenüber einem privaten kritischen Posting eines EWS-Mitarbeiters

… und profitgierige Investoren …

Häufig verwendete Abwertung auf der Facebook-Seite der BI

Das Niveau hast du schon lange erreicht und unterschritten.

Daniel Senn, Kommentar auf der Facebook-Seite der BI

Die Damen und Herren der Elektrizitätswerke Schönau EWS haben von Physik offensichtlich nicht viel Ahnung.

Facebook-Posting von Schwarzwald-Gegenwind

Summa summarum liegt hier wieder ein Pamphlet voller Halbwahrheiten, Unwahrheiten, Unschärfen und vor allem Konzeptlosigkeit vor. 

Die Überschrift verspricht (endlich) wissenschaftliche Fakten, noch nicht mal dieses Versprechen wird eingehalten …

tl;dr: Ein weiterer “Artikel” der Bürgerinitiative “Schwarzwald Gegenwind”, der weder sachlich oder fundiert ist, noch wirkliche Konzepte, wie wir hinreichend sauber und sinnvoll in die Zukunft kommen, enthält. Schade.

 

 

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CO2 in Zahlen

http://blog.koehntopp.info/index.php/2372-the-story-of-co2-and-other-greenhouse-gas-emissions/#1502181556132

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Aber der Strom ist doch so kohlemässig unsauber!

https://www.quora.com/Why-are-electric-vehicles-touted-as-zero-polluting-when-their-fuel-relies-on-inefficient-coal-fired-electricity-production/answer/Jeff-Solie

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Und die Batterien?

Nein, mit Traktionsakkus hat man auch nicht mehr Verschleiss als mit Lichtmaschinen, Anlassern und Bremskraftverstärkern:

http://insideevs.com/do-tesla-batteries-last-forever/

 

Und wer wissen will, wie die funktionieren:

 

The Evolution of Battery Technology

https://cleantechnica.com/2016/01/06/a-tale-of-3-battery-packs/

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Aboutism(1): Und die Heizungen?

Sicher sind die Heizungen ein Problem. Aber:

https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub/umweltzonen-in-deutschland#

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Autostrom

Update: nein, ich kannte den Spektrum-Artikel nicht, aber prima, fühle mich bestätigt…

 

Da ständig die Debatte drüber stattfindet, wie viele neue Atomkraftwerke wir brauchen und wie dunkel es wird, wenn auf einen Schlag alle Autos Elektroautos sind, dachte ich mir, ich rechne einfach mal ein bisschen …

In Deutschland gibt es aktuell ca. 62Mio1 PKWs.

Im Durchschnitt legt ein Autofahrer in Deutschland im Jahr 14.500km2 zurück.

Ein Elektroauto braucht im Durchschnitt ca. 20kWh pro 100km.

14.500km/100km = 145
145 * 20kWh = 2900kWh = 2,9MWh

Sind also alle nach aktuellem Stand der Technik elektrisch3, dann braucht ein Auto im Jahr also 2,9MWh an elektrischer Energie.

2,9MWh * 62.000.000 = 179.800.000MWh
                    = 179.800GWh
                    = 179,8TWh

Gut 180TWh im Jahr also.

Das ist immerhin mehr als ein Viertel des gesamten elektrischen Energieverbrauchs von  Deutschland, 650TWh. Ok.

Nun ist es aber so, dass unser Stromverbrauch nicht schon immer gleich ist.

1994 verbrauchte Deutschland nur ca. 520TWh4, also ca. 130TWh weniger als heute. Die 130TWh sind gar nicht so weit weg von den 180TWh, die wir im Extremfall5 irgend wann benötigen.

Hier noch mal die Grafik von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen:

Update: Die Grafik gibt es leider nicht mehr, hier ist ein PDF mit den Daten, wenn ich mal dazu kommen, mache ich eine Grafik draus.

Wenn man sich  das anschaut, dann sieht man, dass in den letzen 25 Jahren die klassischen Energieträger wie Kohle und Kernkraft um über 100TWh pro Jahr weniger wurden, obwohl ja eben die Gesamtsumme um 130TWh größer wurde. Kleine Einschränkung: Gas wurde mehr, allerdings im Vergleich zu den erneuerbaren Energien eher marginal.

Natürlich ist die Rechnung etwas vereinfacht, weil man sowohl Netzausbau als auch Lastgang betrachten muss, aber die Zahlen zeigen doch, dass es kein grosses Problem sein sollte, in den paar Jahrzehnten, bis wir wirklich extrem viele Elektroautos haben, auch genügend hinreichend saubere Kraftwerkskapazität zu schaffen.