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eingeimpft, eingeseift, für dumm verkauft vom Gegenwind

Nach wie vor Corona-Krise, nach wie vor Kinderbetreuung, nach wie vor eher wenig Zeit, daher kurz.

Wieder hat ein “admin” eine Art Pamphlet auf der Website von Schwarzwald Gegenwind hinterlassen. Wieder einmal bin ich ein paar Wochen zu spät, der Text dort stammt vom 25.04. Egal.

Wieder einmal strotzt der Artikel vor Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen. Er Schwurbelt extrem viel herum, daher ist es mir (siehe oben) nicht möglich, auf jeden Absatz einzugehen, ich picke mir einfach ein paar heraus. 

Nachdem die Herren (nach wie vor fehlen die Damen bei der BI, oder?) eine Weile versucht haben, den Umweltschutz, vor allem den des Schwarzwaldes, als ihre Agenda zu verkaufen, wird die neoliberale Haltung immer offensichtlicher (siehe ihre Verweise auf Rechte Website, Klimawandelleugner usw.), auch hier geht es keineswegs um Umweltschutz, es geht um Hetze gegen das EEG im Allgemeinen und das Feindbild EWS im speziellen. Ganz nach Handbuch von EIKE, Vernunftkraft und Co.

Schon gleich am Anfang die alte Leier der Subventionen durch das EEG. Es sind keine Subventionen, wenn man kritisiert, dann soll man das bitte korrekt machen, nicht hetzerisch mit falschen Darstellungen. Genauso wie die alte Neiddebatte, dass EEG-Empfänger1 sich die Kassen mit EEG-Geld Vollpacken. Natürlich erhält man beim Betrieb einer EEG-Anlage Geld, keine Frage. Das erhält man aber auch, wenn man ein Kohlekraftwerk oder ein Atomkraftwerk betreibt. Oder wenn man Autos oder Kugelschreiber herstellt. Kapitalismuskritiker ist wichtig und relevant, aber der Kontext deutet halt nicht darauf hin, dass es hier um Kapitalismus und Entfremdung vom Elektron gehen würde. 

Pseudointellektuelle Prosa folgt, anstatt dass der Autor einfach “Die Energiewende ist scheisse” schreibt, versucht er sich an einem Rosamunde-Pilcher-Verschnitt, Parataxen, teilweise ohne Auflösung. Auch hier wieder der Verweis auf die “Profiteure” und natürlich die hohen Umlagen. Die sind hoch, keine Frage, allerdings ist es unsinnig, die Sache so einseitig darzustellen. Wie viel kostet den Stromverbraucher denn wohl die “Entsorgung” von Atommüll? Wie viel kostet den Stromverbraucher wohl die Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke? Wie viel kostet den Verbraucher ganz konkret der Klimawandel? Ganz davon abgesehen, dass die Mehrbelastung durch das EEG vor allem durch den extrem übersubventionierten Markt der klassischen Energieträger entsteht. Wissen die Herren, passt aber nicht in die Agenda. Auch die pauschalen 280 Euro sind freilich Unsinn2, damit angefangen, dass es nicht “den Stromverbraucher” gibt, und dass gerade Grossverbraucher von der EEG-Umlage ausgenommen sind. 

Richtig lustig ist freilich die Aussage, dass irgend welche “Vertreter in Politik und Medien” es verlernt oder nie gelernt hätten, Behauptungen kritisch zu hinterfragen. Ist es doch so, dass das kritische Hinterfragen der Behauptungen von Schwarzwald Gegenwind regelmässig in Agression endet, aber quasi nie in sachlicher und fundierter Argumentation.  

Als nächstes natürlich die Pathologisierung, die sich auch die ähnlichgesinnten von AfD und Co. regelmässig zu nutze machen: Realitätsverlust bei den anderen. Direkt gefolgt vom Fake-News-Vorwurf (man erinnere sich: Schwarzwald Gegenwind weigert sich nahezu immer, auch nur einfache Aussagen zu belegen, auch klar nachgewiesene Lügen und Unwahrheiten werden von ihnen immer wieder wiederholt). Und immer wieder die Rede von Nachweisen, ohne jemals welche zu liefern. 

Und es folgt noch mehr Geschwurbel, mit wilden Wortkonstruktionen wie “Privilegien- Gesetz”[sic!], mit haltlosen Behauptungen, ohne Details oder gar Belege zu liefern. Die Rede ist von Eingriffen in Gesetzbüchern (welche), Außerkraftsetzung u.a. des Zivil-, Straf- oder Verwaltungsrechts, und die ständige Leier des weltweit höchsten Strompreises (der Vergleich von gesellschaftlichen wie privatwirtschaftlichen Kosten ohne die Einkommenssituation der Länder zu vergleichen, ist weder sinnvoll noch sachlich). Weiter geht es mit “ausufernden Finanzströmen”, und wirrem Zahlenmix. Erst ist von 193Mrd Euro EEG-Umlage die Rede3, dann auf einmal von 250Mrd, die in den zwanzig Jahren des EEG erlöst worden seien. Erlöst? Also als Umsatz generiert? Also ganz andere Zahlen? 

Dann eine ganz direkte Lüge. Als Seltsamkeit deklariert. Dreist wird behauptet, Betreiber von Windkraftanlagen würden Ausgleichszahlungen von den Netzbetreibern erhalten, wenn der Wind nicht wehe. Schlicht gelogen. Die Ausgleichszahlungen werden fällig, wenn der Wind weht, die Betreiber der Windkraftanlagen diesen aber nicht einspeisen können, weil im Netz durch die (kaum und teuer regelbaren)Atom- und Kohlekraftwerke genügend Strom vorhanden ist4. Das ist doof und problematisch, liegt aber daran, dass das EEG (aufgrund des Jahrzehnte lang übersubventionierten klassischen Strommarktes) eine bevorzugte Einspeisung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energien festlegt (nur so bekommen wir eine Energiewende hin), die klassischen Grosskraftwerke aber grösstenteils abgeschrieben und hoch subventioniert sind, weshalb es für RWE und Co. günstiger ist, das Kraftwerk weiterlaufen zu lassen, damit Geld zu verdienen und den Bürger die entgangenen Einnahme der EEG-Anlagen zu vergüten. 

Danach kommen Gemeinplätze, die klassischen EIKE-Pseudoargumente mit dem Minusstrom. Erklärung siehe oben. 

Und noch mal wird von Subventionen geschrieben, es geht hier aber eben genau nicht um Subventionen, sondern schlicht um Umlagen. Und dann der Verweis auf die “gute alte Zeit”, als Stromversorger noch nicht dereguliert waren. Dass in dieser “guten alten Zeit” Kohle- und Atomkraft immens subventioniert wurden, wird verschwiegen. Und dass wir die Altlasten dieser “guten alten Zeit” in Form von Atommüll und Klimawandel nun am Hals haben, halt genauso. 

Dann folgt wieder ein billiger Angriff auf die EWS (inclusive. Verleumdung, btw), genau wie auf “Öko-Auszeichnungen”, alles ganz pauschal und unsinnig. 

Und dann landen wir wieder bei der politischen Agenda unserer Gegenwind-Brüder. Es geht nicht um Wind, es geht nicht ums EEG, es geht um neoliberale Politik. Gemeinplätze, Schwadronieren über Wirtschaftsleistungen ohne weitere Inhalte und natürlich weitere Abwertung und Unsachlichkeit. Die Rede ist von “Ammenmärchen”, die der kenne (welche denn?). Von Durchbrüchen der Speichertechnologie (wer redet von diesen Durchbrüchen, und wie lässt sich daraus eine allgemeine Aussage ableiten?), und dass der gesamte Strombedarf gespeichert werden müsse (was Unsinn ist und niemand von Sinnen behauptet), oder dass behauptet würde, dass durch Windkraft bis zu 85% des Strombedarfs gedeckt werden könne (sicher punktuell möglich, aber kein allgemein sinnvolles oder gar anerkanntes Narrativ, vor allem nicht pauschal). 

Dann die alte Leier der Abhängigkeit. Und wieder der Verweis auf Covid-19, was sonst. Und wieder die Verdrehung, dass andere Leute Märchen erzählen würden, und natürlich Gemeinheiten, das Niveau sinkt immer mehr. 

Und dann kommt, auch hier sind wir wieder nahe bei AchGut, bei AfD und Co. ein Seitenhieb auf Merkel, um ein weiteres wirres Kompositum zu schaffen: “Wettbewerbsorgie”. Ich muss zugeben, ich habe die Parataxen der folgenden Abschnitte nun mehrfach gelesen, sie ergeben keinerlei Aussage. Es ist nicht zu entschlüsseln, um welche Wettbewerbe es dem Autoren nun gehen könnte. Wirr vor allem, wenn gerade dieser Autor anfängt, anderen Sprachpanschereien vorzuwerfen und Mitleid mit Philologen usw. zeigen will. Sorry, aber sein Text ist nun wirklich kein Augenschmaus5. Lustig vor allem, da er, wenn er von Philologen redet, wohl eher GermanistInnen meint, aber dieser “admin” neigt ja nicht selten dazu, zwanghaft Worte verwenden zu wollen, die er nicht wirklich versteht. 

Ähnlich lustig, wenn auch traurig, ist dann folgender Absatz, es geht um die Frage, was sein Geschwurbel mit einer BI zur Verhinderung der Windkraft auf Schwarzwaldhöhen zu tun habe:

Die Antwort ist einfach: Den Menschen dort, wie überall, werden Behauptungen, vermischt mit Angst- und Schreckensbildern um Augen und Ohren geschlagen, um dann mit den schönen Bildern einer geretteten, neuen Welt zu einer Art Glaubensbekenntnis verrührt zu werden. Mit einer realen Welt und erreichbaren Wirklichkeit jedoch, haben all diese hinlänglich bekannten Verheißungen wenig bis nichts zu tun.

Zuallererst geht es, wie gesagt, dieser BI nicht um Windkraft oder gar Umweltschutz. Das wäre die einfachste Antwort gewesen. So beschreibt er aber genau das Vorgehen der BI6, mit ihren Lügengeschichten, mit Angstmacherei vor Infraschall usw. Und dann halt wieder die ekelhafte Pathologisierung. Nur wir von der BI kennen die Realität, alle anderen, die anderes meinen oder wollen, leiden an Realitätsverlust und lassen sich von Wahnvorstellungen treiben. Goldenes Kalb in Reinform. 

Dass er wiederholt “Narrativ” in Anführungszeichen setzt, deutet wohl entweder darauf hin, dass er diesmal erkannt hat, dass er bei einem Wort nicht ganz sicher ist, was es bedeutet, oder dass er seine Leser für so dumm hält (was zu seiner Arroganz, die in der ständigen Abwertung anderer durchkommt, passt), dass sie nicht verstünden, was das sein könnte und wie er das meint. Und das in einem Satz, der den Germanisten wohl in den Suizid treiben würde, er ist zu gut als dass ich ihn unliniert lassen könnte:

Eine dieser „Narrativen“ entstand gleich zu Beginn der Verständlichmachung der Notwendigkeiten der oben erwähnten vor über zwanzig Jahren vorangetriebenen Energiewende mit der bereits erwähnten Minister-Eiskugel, die quasi als Eröffnungslüge des Jahrtausends in die Annalen einging.

Selbst mit korrekter Interpunktion wäre das semantischer Unsinn, vom Inhalt muss ich gar nicht erst anfangen. 

Danach wieder der unsägliche Eiskugelvergleich, wenn man halt sonst nichts hat, und schon wieder die einseitige Betrachtung des Strompreises. Und wieder der Verweis auf Covid-19, billigste Instrumentalisierung. Und noch mehr Arroganz, nur der Autor oder die BI haben einen realen Blick auf den Klimawandel, wer den nicht hat, soll zum Arzt gehen. 

Und dann käme ein prima selbstkritischer Satz der BI, wäre er nicht an alle anderen gerichtet. Und das gesamte Geschwurbel wird noch mal und nochmal wiederholt. In wirren Satzkonstruktionen, und wieder ohne Inhalte oder gar Belege. 

Verweise auf Langzeitstudien, wie immer ohne Verweise, welche das sind, folgen, u.a. auch in Bezug auf Insektensterben. Und dann ein kleiner Hammer: Das DLR hat anscheinend im Auftrag der Wissenschaftszeitschrift scinexx.de eine Studie durchgeführt und dabei herausgefunden, dass die 2019 installierten WKAs einen zusätzlichen Temperaturanstieg von 0,27 Grad Celsius in Deutschland bewirkten. Ein Hammer. Dazu möchte ich gerne mehr wissen. Da die Studie sich laut Autor auf installierte WKA Stand 2019 stützen, kann sie eigentlich nicht älter als von Mitte 2019 sein. Mal auf scinexx.de suchen. Hmm, drei Artikel scheinen halbwegs zu passen: Dieser beschreibt die Veränderung des lokalen Klimas durch Windkraftanlagen. Die zugrundeliegende Studie stammt aber nicht vom DLR, sondern von der State University of New York. Die dortige Studie deutet auf gewisse Veränderungen hin, kann aber keine klare Aussage in Bezug auf konkrete Veränderungen machen. Das kann also nicht der Artikel sein. 
Und dann gibt es noch diesen hier, er stammt aber auch nicht vom DLR und es geht auch nur um die gegenseitige Beeinflussung von WKAs, das selbe sagt auch dieser.  

Also schauen wir mal beim DLR. Nichts zu finden. Ausser einem Artikel zum Thema Windkraftanlagen und Fluginsekten. Der passt aber thematisch nicht, und den kann er auch nicht meinen, da er seine Aussage über Fluginsekten und Windparks weiter oben halt widerlegt. 

Also noch etwas mit Google suchen. Da findet man z.B. diesen Artikel. Er stammt auch nicht vom DLR, die zugrundeliegende Studie ist von der Harvard Universität (der Autor erwähnt, vermutlich unwissentlich, einen der Autoren der Studie). Sie zeigt auch eine Erwärmung durch WKAs. Allerdings in einem anderen Massstab: Wenn man sämtlichen Strombedarf(niemand redet davon, sämtlichen Strombedarf aus WKAs zu erzeugen) der USA (im Privathaushalt pro Kopf vier mal so hoch wie in Deutschland, gesamthaft sieben mal so hoch wie in Deutschland7Deutschland verbraucht pro Jahr ca. 0,55TWh an elektrischer Energie, davon sind ca. 20% aus Windkraft, also 0,11TWh. Die USA verbraucht im Jahr 3,9TWh an elektrischer Energie, das ist das Siebenfache des Gesamtverbrauchs von Deutschland und das Fünfunddreissigfache dessen, was in Deutschland durch Windenergie erzeugt wird.) durch WKAs erzeugen würde, würde sich die Oberflächentemperatur über Nordamerika um 0,24 Kelvin erhöhen. Das ist weit weg von den kolportierten 0,27 Grad in fünf Jahren nur in Deutschland des Autors. 
Und zusätzlich sagen die Autoren, dass der Erwärmungseffekt relativ klein sei im Vergleich zum Gewinn der Ablösung von Kohlekraftwerken. 
Die Studie, auf deren Mitautor “admin” sich bezieht, sagt eindeutig, dass Windkraft sinnvoll ist. 

Entweder bringt der Autor etwas arg durcheinander (auf Korrektur braucht man vermutlich nicht zu hoffen), oder er lügt, dass sich die Balken biegen. 

Anschliessend folgen weitere Rundumschläge gegen die Politik, diesmal gegen die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, mit viel Corona-Instrumentalisierung. Und damit geht es dann weiter mit neoliberalem Gewäsch, wie immer ohne Belege, voller Gemeinplätze und viel Geschwurbel. Ich schaffe es nicht, weiterzulesen, von so viel Falschheit, Unsinn und Geschwurbel wird mir sonst schlecht …

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Noch mehr Gegenwind

Die netten Damen (gibt’s dabei Damen?) und Herren von Schwarzwald Gegenwind haben mal wieder (schon fast ein Monat her) ein paar Lügen verbreitet. 

Dank Corona und Kleinkinder ist es mit meiner Freizeit momentan nicht weit her, daher wird das hier sicher recht kurz. Falls es fertig wird. Aber schauen wir mal. 

Überschrieben ist das Posting vom 19.03.2020 mit “Wissen – man muss es nur wollen. Besser als Willkür, Wunsch und Wunderheilung”. Prima Alliteration. Aber geht es dabei um Wissen? 

Zumindest eines ist sofort klar: um Sachlichkeit geht es mal wieder absolut nicht. Und im ersten Satz steht schon:

Die … Energieversorgung oder gar – “wende”[sic!] hat nachweislich weder zu volkswirtschaftlicher Effizienz, geschweige denn zur immer wieder apostrophierten Umwelt[sic!] und Klimafreundlichkeit auch nur ein Jota beigetragen

Ok. Abgesehen von eklatanten Mängeln im Satzbau steht da viel Unsinn (die absolut unsachliche Polemik habe ich mal ausgelassen). 

Es gibt keine “volkswirtschaftliche Effizienz”, was sollte das auch sein? Es gibt die Wirtschaftlichkeit, und die kann man unter anderem mit “Effizienz” messen. Das geht aber, weil das nunmal die Definition des Begriffes “Effizienz” ist, nicht absolut (und schon gar nicht pauschal), sondern immer nur relativ1. Vermutlich wollte da jemand in tollen Worten, die er halt nicht beherrscht, ausdrücken, dass die Energieversorgung oder Energiewende (welches von beiden denn nun?) in irgend einer Art und Weise aus volkswirtschaftlicher Sicht unwirtschaftlicher geworden sei (oder zumindest nicht wirtschaftlicher). Das könnte sein, lässt sich aber de facto quasi nicht nachweisen, da die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung nicht objektiv erfassbar sind, sondern es diverse Modelle mit diversen Ungereimtheiten gibt. Der Autor schreibt aber “nachweislich”.

Wie quasi immer bleibt die BI den Nachweis schuldig. Interessanter ist aber der zweite Teil. Hier müssen wir den Satz noch mehr zerpflücken:

Aussagenteil 1: Die Energieversorgung hat nicht zur Umwelt- und Klimafreundlichkeit beigetragen. Das ist sicher so, da die Energieversorgung (da der Autor so künstlich bildungsdeutsch den Begriff “apostrophiert” so halbwegs falsch verwendet hat, sollte er als Bildungsbürger die Hauptsätze der Thermodynamik kennen) nunmal an jeder Stelle Energie aufwendet (vulgo: verbraucht), um irgend welche Energien zu Wandeln. Das liegt in der Natur der Sache2.

Aussagenteil 2: Die Energiewende hat nicht zur Umwelt- und Klimafreundlichkeit beigetragen. Das ist freilich absolut gelogen, kann man z.B. beim Umweltbundesamt nachlesen. 

Weiter geht es dann mit dem alten Narrativ der höchsten Strompreise. 

Einfachste Betrachtung: Das ist natürlich erst mal gelogen, wie man bei Statista nachlesen kann. Allerdings liegt Deutschland da wirklich extrem weit oben. Daher mal die zweiteinfachste Betrachtung: Wie sieht das in Bezug auf das Einkommen aus? Da mir momentan die Zeit fehlt, das für die ersten paar sauber durchzurechnen, ein schneller Blick: In Portugal kostet der Strom ca. 15% weniger als in Deutschland. Dafür ist das BIP weniger als halb so gross und das durchschnittliche Bruttogehalt liegt etwas über einem Drittel des deutschen Durchschnitts. Damit ist der Strom in Portugal natürlich für den Verbraucher teurer als in Deutschland. Und Portugal wird damit nicht das einzige Land sein.

Und dann gibt es natürlich noch komplexere Betrachtungen: Der Strompreis, den wir bezahlen, besteht ja nicht nur aus dem, was auf der Stromrechnung (oder oben bei Statista) steht, dazu kommen ja noch unterschiedlichste Umlagen und Subventionen für die unterschiedlichen Energieträger. Auch diese bezahlen wir. Für erneuerbare Energien bezahlen wir den grössten Teil davon als EEG-Umlage direkt mit der Stromrechnung, die Preise von Statista enthalten diese also. Kohle und Atomstrom werden allerdings durch Steuermittel subventioniert. Hier, ebenso wie auch in anderen Ländern. Auch das muss an jeder Stelle eingerechnet werden, will man dazu eine Aussage machen. 

Ob die BI das wohl eingerechnet hat? Wohl kaum. 

Und auch wieder im klassischen Narrativ wird von milliardenschweren Subventionen geredet (in der Praxis geht es viel mehr um Umlagen als um Subventionen, aber egal). Dass diese “Subventionen” aber vor allem deswegen notwendig sind und waren, weil die klassischen Energieträger seit Jahrzehnten milliardenschwere Subventionen (übrigens viel, viel mehr) erhalten, weswegen der Markt so schief ist, dass neue Teilnehmer ohne Unterstützung keine Chance haben, kehrt der Autor unter den Teppich. 

Danach kommt wieder ein Satz mit fragwürdigem Aufbau und einem schlichten Gemeinplatz ohne irgend eine Aussage. 

Der dritte Absatz beginnt wieder mit einem parataktischen Geschwurbel, ganz ohne sich an grammatikalische Konventionen zu halten. Die Aussage kann man bestenfalls erraten: Die armen Bürger, die durch Windkraft so arg belastet seien, würden gar nicht wahrgenommen, weder von Politik noch Verwaltung. 

Ja, sie werden so wenig wahrgenommen, dass Politiker keine Lust mehr haben, an “Stammtische” zu kommen, da sie derart beleidigt werden, dass das am Ende vor Gericht landen. Sprich: es ist wieder eine billige Lüge. Schwarzwald Gegenwind macht so viel Lärm, spaltet so dermassen die Gemeinde “Kleines Wiesental” und bekommt so viel Echo, auch aus Verwaltung und Politik, dass es geradezu lächerlich ist, wie ein beleidigtes Kind zu jammern, dass einem niemand zuhöre. 

In genau dem Stil geht es weiter. Polemik, Narrative, die sie von EIKE, also dem pseudowissenschaftlichen, klimawandelleugnenden Arm der Neuen Rechten und AfD wortwörtlich übernommen haben, und Symbolik folgen Schlag auf Schlag, meist grammatikalisch mindestens fragwürdig und inhaltlich auf dem Niveau eines Teenagers, der sich nicht zu helfen weiss, ausser um sich zu schlagen. 

Selbst für Kriegsrhetorik ist sich der Autor nicht zu schade, er sieht eine “Generalmobilmachung“. 

Und natürlich endet das Pamphlet3 mal wieder mit einem Verweis auf einen Artikel auf dem Blog “Achse des Guten”, einem Sammelplatz für deutschtümelnde, neurechte Hetze.

Der verlinkte Artikel selbst stammt aus der Feder von Dr. Hans Hofmann-Reinecke, einem Leugner des menschgemachten Klimawandels, der sich nicht zu schade ist, ein Teenagermädchen (Greta Thunberg) abzuwerten und zu pathologisieren und, wen wundert es, natürlich Kernkraft als das einzige Heilmittel betrachtet. 

Wie bereits mehrfach, nicht nur von mir, gesagt: Der Wind von “Schwarzwald Gegenwind” weht immer weiter von Rechts, aus der wirren Welt rechter Verschwörungstheoretiker, Klimawandelleugner und Kernkraftbefürworter. 

Liebe Leute von Schwarzwald Gegenwind: ihr könnt das mit der Polemik und dem Beharren auf Halb- und Unwahrheiten offensichtlich nicht lassen. Und ihr liefert nach wie vor nichts, noch nicht mal minimal Konstruktives. Na gut. Aber dann hört doch wenigstens auf, so zu tun, als wärt ihr in irgend einer Art und Weise an Naturschutz, Umweltschutz oder einer schönen Gemeinde Kleines Wiesental interessiert. Steht wenigstens dazu, dass es Euch um neoliberalen Unsinn und rechtskonservative Denke geht. Und schämt Euch vor allem dafür.

 

 

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Schnellfahren?

Weil ich den Überschlag sowieso gerade mal gemacht habe, hier noch mal festgehalten:

Wenn ich mit einem Golf 180 km/h schnell fahre, wie viel Diesel brauche ich dann mindestens?

Antwort: Keine Ahnung, aber ich rechne zumindest mal das aus, was ich zur Überwindung des Luftwiderstands brauche:

Der Luftwiderstand FL (Das ist eine Kraft, logisch, die zieht ja am Auto) bestimmt sich durch Luftdichte ϱ1, Geschwindigkeit v in Meter pro Sekunde, dem Luftwiderstandsbeiwert cW2 und der Stirnfläche A des Fahrzeugs.

FL = ϱ/2 * cW * A * v2

 

Wir nehmen folgende Zahlen:

  • Die Luftdichte ϱ beträgt im Mittel ca. 1,2kg/m3
  • Der cW-Wert eines Golf VI beträgt ca. 0,3
  • Die Stirnfläche eines Golf VI beträgt 2,38m2
  • Wir gehen von 180km/h aus, das sind 50m/s

Daher:

FL = 1,2kg/m3 / 2 * 0,3 * 2,38m2 * (50m/s)2 = 1071N

Die Leistung dafür ist definiert als Kraft mal Geschwindigkeit, also

P = FL * v = 1071N * 50m/s = 53.550W = 53,55kW

Wir brauchen also 53,55kW, das sind ca. 73PS, Motorleistung, nur um bei 180km/h den Luftwiderstand zu überwinden. Was bedeutet das in Kraftstoff?

Nun wissen wir ja, dass in einem Liter Diesel ca. 10kWh an Energie gespeichert sind.

Ein guter Dieselmotor schafft bei Volllast unter Optimalbedingungen ca. 35% Wirkungsgrad am Rad3.

Wenn wir eine Stunde lang konstant 180km/h auf ebener Fläche fahren, dann brauchen wir nach obiger Rechnung folgende Energiemenge:

53,55kW * 1h = 53,55kWh

Da wir von den 10kWh an Energie im Diesel nur 3,5kWh zum antreiben verwenden können, brauchen wir also dafür:

53,55kWh / 3,5kWh/l = 15,3l

Da wir in dieser Stunde 180km weit gefahren sind, rechnen wir noch auf 100km runter:

15,3l / 1,8 = 8,5l

Wir brauchen für 100km bei 180km/h 8,5l Diesel, alleine um den Luftwiderstand zu überwinden (dazu kommt dann noch die Rollreibung, Walkverluste4, leichte Beschleunigung, Unebenheit etc.). Meistens müssen wir dabei aber immer wieder abbremsen (das verbraucht keinen Kraftstoff) und dann aber wieder beschleunigen (das verbraucht viel mehr Kraftstoff, da ja die 1,5t Blech auch noch beschleunigt werden wollen).

Alleine das reicht schon als Argument für ein allgemeines Tempolimit auf ca. 130km/h …

Und langsamer

Daher noch schnell die auf dem selben Weg gerechneten Zahlen für eine Geschwindigkeit von 130km/h:

  • Luftwiderstand: 560N
  • Benötigte Leistung: 20kW bzw. 27PS
  • 5,2l Diesel in einer Stunde (130km weit)
  • 4,38l Diesel auf 100km

Also locker die Hälfte an Spritverbrauch nur beim Luftwiderstand.

Hier noch ein kleiner Rechner:

cW:
Stirnfläche: m2
Geschwindigkeit: km/h
Wirkungsgrad: % (Tank zu Rad)
Luftwiderstand: N
Ben. Leistung: kW
Diesel: l/100km
Benzin: l/100km

 

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Effizienz

Grosse Streitfrage: ist der Diesel wirklich effizienter als der Benziner?

Was ist Effizienz?

Gute Frage. Kommt darauf an, was man wissen will, was man betrachten will, was man aussagen will.

Der Duden sagt:

Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit

Ok. Wirksamkeit klingt spannend, Wirtschaftlichkeit ist etwas komplexer1.Als Wirksamkeit betrachten wir einfach mal das, was ein Auto primär tun soll: fahren. Also: wie viel Energie brauchen wir mit Benziner oder Diesel, um von A nach B zu kommen.

Richtig spannend wäre eine Well-to-Wheel-Betrachtung, also wie viel Energie für welchen Kraftstoff aufgebracht werden muss, bis er vom Boden im Tank bzw. als Kraft bei den Rädern ist. Ist uns auch zu komplex, wir betrachten ganz einfach mal zwei Aspekte:

  • Wie viel Energie ist im jeweiligen Kraftstoff gespeichert und wie viel davon wird zum Antrieb verwendet (also der Wirkungsgrad zwischen Tank und Rad).
  • Wie viel CO22 wird frei.

Wie effizient ist nun unser Fahrzeug?

Wir können uns bei Spritmonitor mal Gölfe anschauen, Diesel und Benzin:

  • Baujahr ab 2015
  • Leistung 90-140PS3

Dann bekommen wir folgende Ergebnisse:

Diesel: 5,48l/100km

Benzin: 6,43l/100km

Energie

Die Energie, die man idealerweise beim Verbrennen des Kraftstoffs gewinnen4 kann, ist der Heizwert:

Diesel: 11,9kWh/kg

Benzin: 11,3kWh/kg

D.h. in einem kg Diesel ist mehr Energie gespeichert als in einem kg Benzin. Umgekehrt bedeutet das, dass man, wenn man 1kg Diesel verbrennt, mehr Energie einsetzt als wenn man 1kg Benzin verbrennt.

Wir betrachten aber die Liter, daher brauchen wir die Dichte:

Diesel: 0,84kg/l

Benzin: 0,75kg/l (Mittelwert, variiert je nach Typ etwas)

D.h. in einem Liter Kraftstoff ist folgende Energiemenge gespeichert:

Diesel: 11,9kWh/kg * 0,84kg/l = 9,996kWh/l

Benzin: 11,3kWh/kg * 0,75kg/l = 8,475kWh/l

Ok, in einem Liter Diesel sind also ca. 15% mehr Energie enthalten als in einem Liter Benzin. Mal sehen, was die dann so rausholen:

Diesel: 5,48l/100km * 9,996kWh/l = 54,78kWh

Benzin: 6,43l/100km * 8,475kWh/l = 54,49kWh

Also im Rahmen der Messgenauigkeit gleich. War zu erwarten, immerhin wird ein ziemlich gleich grosses Fahrzeug ziemlich gleich bewegt, da braucht es halt die Energie. Zumindest wenn man halt einen Motor mit per se schlechtem Wirkungsgrad auch noch andauernd im Teillastbetrieb5 fährt, wo er noch schlechter ist.

CO2

Beim Verbrennen von Benzin oder Diesel werden (reine Stöchiometrie!) folgende Mengen an CO2 frei:

Diesel: 2,64kg/l

Benzin: 2,33kg/l

Auf unsere Gölfe bezogen:

Diesel: 5,48l/100km * 2,64kg/l = 14,47kg/100km

Benzin: 6,43l/100km * 2,33kg/l = 14,98kg/100km

Siehe da, so gross ist der Unterschied gar nicht.

Im Jahr fährt ein Auto im Schnitt in Deutschland ca. 14000km6. Daher:

Diesel: 14000km * 14,47kg/100km / 100 = 2025,8kg

Benzin: 14000km * 14,98kg/100km / 100 = 2097.2kg

Macht im Jahr im Schnitt also ca. 70kg CO2 Unterschied aus. Nicht nichts, aber halt auch nicht so viel, wie immer suggeriert wird.

Hybrid?

Weil’s grad so viel Spass macht, rechnen wir das auch mal mit einem Hybriden, dem Prius aus. Laut Spritmonitor7:

Prius: 4,61l/100km

Damit brauchen wir also folgende Energie:

Benzin: 4,61l/100km * 8,475kWh/l = 39,07kWh

Ok, der Prius, der etwas grösser ist als der Golf, braucht also mit den Zahlen des Spritmonitor ca. 25% weniger Kraftstoff. Ist also definitiv effizienter (soweit man die Zahlen bei Spritmonitor als sinnvoll erachtet).

Und CO2?

Benzin: 4,61l/100km * 2,33kg/l = 10,74kg/100km

Oder im Jahr:

Benzin: 14000km * 10,74kg/100km / 100 = 1505,6kg

Das ganze aus einem Saugmotor (also ohne Turbolader und damit mit quasi keinem Feinstaub und NOx-Problem)…

 

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CO2 in Zahlen

http://blog.koehntopp.info/index.php/2372-the-story-of-co2-and-other-greenhouse-gas-emissions/#1502181556132

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Aber der Strom ist doch so kohlemässig unsauber!

https://www.quora.com/Why-are-electric-vehicles-touted-as-zero-polluting-when-their-fuel-relies-on-inefficient-coal-fired-electricity-production/answer/Jeff-Solie

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Und die Batterien?

Nein, mit Traktionsakkus hat man auch nicht mehr Verschleiss als mit Lichtmaschinen, Anlassern und Bremskraftverstärkern:

http://insideevs.com/do-tesla-batteries-last-forever/

 

Und wer wissen will, wie die funktionieren:

 

The Evolution of Battery Technology

https://cleantechnica.com/2016/01/06/a-tale-of-3-battery-packs/

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Autostrom

Update: nein, ich kannte den Spektrum-Artikel nicht, aber prima, fühle mich bestätigt…

 

Da ständig die Debatte drüber stattfindet, wie viele neue Atomkraftwerke wir brauchen und wie dunkel es wird, wenn auf einen Schlag alle Autos Elektroautos sind, dachte ich mir, ich rechne einfach mal ein bisschen …

In Deutschland gibt es aktuell ca. 62Mio1 PKWs.

Im Durchschnitt legt ein Autofahrer in Deutschland im Jahr 14.500km2 zurück.

Ein Elektroauto braucht im Durchschnitt ca. 20kWh pro 100km.

14.500km/100km = 145
145 * 20kWh = 2900kWh = 2,9MWh

Sind also alle nach aktuellem Stand der Technik elektrisch3, dann braucht ein Auto im Jahr also 2,9MWh an elektrischer Energie.

2,9MWh * 62.000.000 = 179.800.000MWh
                    = 179.800GWh
                    = 179,8TWh

Gut 180TWh im Jahr also.

Das ist immerhin mehr als ein Viertel des gesamten elektrischen Energieverbrauchs von  Deutschland, 650TWh. Ok.

Nun ist es aber so, dass unser Stromverbrauch nicht schon immer gleich ist.

1994 verbrauchte Deutschland nur ca. 520TWh4, also ca. 130TWh weniger als heute. Die 130TWh sind gar nicht so weit weg von den 180TWh, die wir im Extremfall5 irgend wann benötigen.

Hier noch mal die Grafik von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen:

Update: Die Grafik gibt es leider nicht mehr, hier ist ein PDF mit den Daten, wenn ich mal dazu kommen, mache ich eine Grafik draus.

Wenn man sich  das anschaut, dann sieht man, dass in den letzen 25 Jahren die klassischen Energieträger wie Kohle und Kernkraft um über 100TWh pro Jahr weniger wurden, obwohl ja eben die Gesamtsumme um 130TWh größer wurde. Kleine Einschränkung: Gas wurde mehr, allerdings im Vergleich zu den erneuerbaren Energien eher marginal.

Natürlich ist die Rechnung etwas vereinfacht, weil man sowohl Netzausbau als auch Lastgang betrachten muss, aber die Zahlen zeigen doch, dass es kein grosses Problem sein sollte, in den paar Jahrzehnten, bis wir wirklich extrem viele Elektroautos haben, auch genügend hinreichend saubere Kraftwerkskapazität zu schaffen.