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Gegenwindwirrwarr

Mal wirklich kurz: Auf der Schwarzwald-Gegenwind-Website befindet sich mal wieder ein Artikel, diesmal vom 08.05.2020. Es geht um den Bürgermeister des kleinen Wiesentals, Gerd Schönbett. Ich habe Gerd Schönbett in meinem Leben ca. drei mal live gesehen, kenne ihn ansonsten nicht und habe, da ich seit über zwanzig Jahren meinen Lebensmittelpunkt nicht mehr im Kleinen Wiesental habe (meine Familie und viele Freunde aber dennoch), kann ich auch nicht wirklich viel über Herrn Schönbett und seine Arbeit sagen. Will ich auch gar nicht.

Schwarzwald Gegenwind hingegen will viel sagen. Eröffnet der Autor1 doch das Ganze mal wieder mit reichlich Hass und Polemik über EWS und Herrn Schönbett. Nachdem die BI erst mit Umweltschutz punkten wollte, dann mit Polemik gegen Schönbett und Co. und gegen das EEG, geht es nun ganz konkret darum, die Gemeinde spalten zu wollen. Zumindest lässt sich die mehrfache Erwähnung, dass doch Elbenschwand und Bürchau früher unabhängig waren, nicht erklären.

Bevor ich zum Leserbrief komme, noch etwas Dreisatz für den Herrn “Admin”, denn damit scheint er sich sehr schwer zu tun2. Er schreibt:

mit einem Bürgermeister, dem bereits bei seiner Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im Jahr 2017 von der Bevölkerung seine Grenzen mit noch nicht einmal 17 Prozent der Stimmen der Gesamtbevölkerung aufgezeigt wurden.

Hmm. 17%. Der Gesamtbevölkerung. Soso. Es ist absolut nicht üblich, bei Wahlergebnissen die Gesamtbevölkerung als Referenz zu nennen. Ausser, man will die Zahlen besonders schlecht machen. In dem Fall passen aber halt die 17% absolut nicht. Aber eins nach dem anderen:

Die Gemeinde Kleines Wiesental hatte laut Wikipedia am 31.12.2018 2869 Einwohnerinnen und Einwohner. Ich gehe davon aus, dass diese Zahl auch am Wahltag, dem 12.03.2017, in etwa so bestand hatte. 17% davon wären 487 Personen, die Schönbett gewählt haben. 

Laut diesem Artikel hatte er aber 921 Stimmen, fast Doppelt so viele wie “Admin” schreibt. In Wahrheit konnte er aber halt 89% aller gültigen Stimmen3 für sich verbuchen, und das bei einer Wahlbeteiligung von 41%. Diese Wahlbeteiligung ist für eine kleine Gemeinde laut Statistik eher klein, aber absolut im Rahmen. 

Die 17% muss man also entweder mangelnden Mathematikkenntnissen oder Gehässigkeit zuschreiben.

Nun zum Leserbrief von Harald Senn. Es scheint ihm vor allem um das Missverhältnis zwischen Ausbau Windkraft und Ausbau Internet im Kleinen Wiesental zu gehen. Klarer Whataboutismus. Evtl. kann man Schönbett vorwerfen (wie gesagt, ich weiss es nicht), dass er sich gegenüber dem Landkreis nicht genügend stark gemacht hätte für den Internetausbau, und dass man, wenn es so war, sich wünschen könnte, dass er sich dafür ebenso einsetzte wie für WKA. Wie gesagt, ich weiss es nicht, aber ob Harald Senn das weiss, mag man bezweifeln.

Und auch wenn man4 den Leuten dort schnellstmöglich schnelles Internet wünscht: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, und für das Backbone ist das Landratsamt verantwortlich, auch wenn Harald Senn das gerne dem Bürgermeister alleine anlasten will, indem er einen weiteren Querverweis zur Fernwärme anbringt, also noch einen Whataboutismus. 

Danach verweist er auf den Glasfaserausbau in Schönau, offenkundig weiss Harald Senn nicht, dass Schönbett in Schönau nicht Bürgermeister ist. 

Und dann folgt mal wieder eine Schwarzwald-Gegenwind-typische Verquirrlung von Unwissenheit, Unsinn und Tatsachenverschiebung. Dass Harald Senn sich sehr gerne über Themen auslässt, von welchen er bestenfalls laienhaftes Halbwissen hat, zeigt er immer wieder in sozialen Medien. Hier legt er wieder los. 

Er behauptet einfach mal, dass Ende des Jahres 2020 im Mobilfunk die “Datentechnik G3” abgeschaltet würde. Aus seinem Unwissen heraus schreibt er konsequent G2, G3, G4, obwohl das 2G, 3G 4G heisst, aber egal. Seine Behauptung über die Abschaltung ist schlicht falsch. Wohlwollend kann man sagen, dass er vermutlich die Tatsache, dass die Versorgungsgarantie nur bis Ende 2020 gilt, als “danach wird es abgeschaltet” verstanden hat. 

Warum er aber davon ausgeht, dass irgend ein Anbieter an einem Ort 3G abschaltet, ohne dort 4G oder gar 4G/5G auszurollen, bleibt fraglich. Dass man mit 2G über EDGE nicht nur SMS übertragen kann, sondern auch extrem langsames Internet hat (entspricht einem Modem, wie sie früher üblich waren), weiss er auch nicht, aber dass das ein Rückschritt wäre, steht ausser Frage. 

Er benennt seinen Whataboutismus dann auch, allerdings klingt es halt nach sehr grossem Aluhut, dass Gerd Schönbett absichtlich Orten das Glasfasernetz verweigert (wie gesagt, das Backbone obliegt dem Zweckverband des Landkreises, nicht der Kommune, die muss “nur” die Ortsverteilung vornehmen), damit EWS mehr Geld verdienen kann. 

Den Leserbrief schliesst Harald Senn dann mit der Opferrolle5, dass einzelne Ortsteile derart benachteiligt würden, dass sie jeglicher Zukunftsperspektive beraubt würden. 

Ja, als vernünftiger Mensch würde man sagen: “Prima Harald, es ist richtig, dass es im Kleinen Wiesental dringend Breitbandanbeindungen für jeden gibt. Warum gründest Du nicht einfach eine Bürgerinitiative, die zur Abwechslung mal etwas progressives, also FÜR die Bürger der Gemeinde Kleines Wiesentals, anstatt ständig nur dagegen, leistet und den Breitbandausbau vorantreibt?”.

Harald Senn sagt sich das halt offensichtlich nicht …

 

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eingeimpft, eingeseift, für dumm verkauft vom Gegenwind

Nach wie vor Corona-Krise, nach wie vor Kinderbetreuung, nach wie vor eher wenig Zeit, daher kurz.

Wieder hat ein “admin” eine Art Pamphlet auf der Website von Schwarzwald Gegenwind hinterlassen. Wieder einmal bin ich ein paar Wochen zu spät, der Text dort stammt vom 25.04. Egal.

Wieder einmal strotzt der Artikel vor Lügen, Halbwahrheiten und Verdrehungen. Er Schwurbelt extrem viel herum, daher ist es mir (siehe oben) nicht möglich, auf jeden Absatz einzugehen, ich picke mir einfach ein paar heraus. 

Nachdem die Herren (nach wie vor fehlen die Damen bei der BI, oder?) eine Weile versucht haben, den Umweltschutz, vor allem den des Schwarzwaldes, als ihre Agenda zu verkaufen, wird die neoliberale Haltung immer offensichtlicher (siehe ihre Verweise auf Rechte Website, Klimawandelleugner usw.), auch hier geht es keineswegs um Umweltschutz, es geht um Hetze gegen das EEG im Allgemeinen und das Feindbild EWS im speziellen. Ganz nach Handbuch von EIKE, Vernunftkraft und Co.

Schon gleich am Anfang die alte Leier der Subventionen durch das EEG. Es sind keine Subventionen, wenn man kritisiert, dann soll man das bitte korrekt machen, nicht hetzerisch mit falschen Darstellungen. Genauso wie die alte Neiddebatte, dass EEG-Empfänger1 sich die Kassen mit EEG-Geld Vollpacken. Natürlich erhält man beim Betrieb einer EEG-Anlage Geld, keine Frage. Das erhält man aber auch, wenn man ein Kohlekraftwerk oder ein Atomkraftwerk betreibt. Oder wenn man Autos oder Kugelschreiber herstellt. Kapitalismuskritiker ist wichtig und relevant, aber der Kontext deutet halt nicht darauf hin, dass es hier um Kapitalismus und Entfremdung vom Elektron gehen würde. 

Pseudointellektuelle Prosa folgt, anstatt dass der Autor einfach “Die Energiewende ist scheisse” schreibt, versucht er sich an einem Rosamunde-Pilcher-Verschnitt, Parataxen, teilweise ohne Auflösung. Auch hier wieder der Verweis auf die “Profiteure” und natürlich die hohen Umlagen. Die sind hoch, keine Frage, allerdings ist es unsinnig, die Sache so einseitig darzustellen. Wie viel kostet den Stromverbraucher denn wohl die “Entsorgung” von Atommüll? Wie viel kostet den Stromverbraucher wohl die Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke? Wie viel kostet den Verbraucher ganz konkret der Klimawandel? Ganz davon abgesehen, dass die Mehrbelastung durch das EEG vor allem durch den extrem übersubventionierten Markt der klassischen Energieträger entsteht. Wissen die Herren, passt aber nicht in die Agenda. Auch die pauschalen 280 Euro sind freilich Unsinn2, damit angefangen, dass es nicht “den Stromverbraucher” gibt, und dass gerade Grossverbraucher von der EEG-Umlage ausgenommen sind. 

Richtig lustig ist freilich die Aussage, dass irgend welche “Vertreter in Politik und Medien” es verlernt oder nie gelernt hätten, Behauptungen kritisch zu hinterfragen. Ist es doch so, dass das kritische Hinterfragen der Behauptungen von Schwarzwald Gegenwind regelmässig in Agression endet, aber quasi nie in sachlicher und fundierter Argumentation.  

Als nächstes natürlich die Pathologisierung, die sich auch die ähnlichgesinnten von AfD und Co. regelmässig zu nutze machen: Realitätsverlust bei den anderen. Direkt gefolgt vom Fake-News-Vorwurf (man erinnere sich: Schwarzwald Gegenwind weigert sich nahezu immer, auch nur einfache Aussagen zu belegen, auch klar nachgewiesene Lügen und Unwahrheiten werden von ihnen immer wieder wiederholt). Und immer wieder die Rede von Nachweisen, ohne jemals welche zu liefern. 

Und es folgt noch mehr Geschwurbel, mit wilden Wortkonstruktionen wie “Privilegien- Gesetz”[sic!], mit haltlosen Behauptungen, ohne Details oder gar Belege zu liefern. Die Rede ist von Eingriffen in Gesetzbüchern (welche), Außerkraftsetzung u.a. des Zivil-, Straf- oder Verwaltungsrechts, und die ständige Leier des weltweit höchsten Strompreises (der Vergleich von gesellschaftlichen wie privatwirtschaftlichen Kosten ohne die Einkommenssituation der Länder zu vergleichen, ist weder sinnvoll noch sachlich). Weiter geht es mit “ausufernden Finanzströmen”, und wirrem Zahlenmix. Erst ist von 193Mrd Euro EEG-Umlage die Rede3, dann auf einmal von 250Mrd, die in den zwanzig Jahren des EEG erlöst worden seien. Erlöst? Also als Umsatz generiert? Also ganz andere Zahlen? 

Dann eine ganz direkte Lüge. Als Seltsamkeit deklariert. Dreist wird behauptet, Betreiber von Windkraftanlagen würden Ausgleichszahlungen von den Netzbetreibern erhalten, wenn der Wind nicht wehe. Schlicht gelogen. Die Ausgleichszahlungen werden fällig, wenn der Wind weht, die Betreiber der Windkraftanlagen diesen aber nicht einspeisen können, weil im Netz durch die (kaum und teuer regelbaren)Atom- und Kohlekraftwerke genügend Strom vorhanden ist4. Das ist doof und problematisch, liegt aber daran, dass das EEG (aufgrund des Jahrzehnte lang übersubventionierten klassischen Strommarktes) eine bevorzugte Einspeisung von elektrischer Energie aus erneuerbaren Energien festlegt (nur so bekommen wir eine Energiewende hin), die klassischen Grosskraftwerke aber grösstenteils abgeschrieben und hoch subventioniert sind, weshalb es für RWE und Co. günstiger ist, das Kraftwerk weiterlaufen zu lassen, damit Geld zu verdienen und den Bürger die entgangenen Einnahme der EEG-Anlagen zu vergüten. 

Danach kommen Gemeinplätze, die klassischen EIKE-Pseudoargumente mit dem Minusstrom. Erklärung siehe oben. 

Und noch mal wird von Subventionen geschrieben, es geht hier aber eben genau nicht um Subventionen, sondern schlicht um Umlagen. Und dann der Verweis auf die “gute alte Zeit”, als Stromversorger noch nicht dereguliert waren. Dass in dieser “guten alten Zeit” Kohle- und Atomkraft immens subventioniert wurden, wird verschwiegen. Und dass wir die Altlasten dieser “guten alten Zeit” in Form von Atommüll und Klimawandel nun am Hals haben, halt genauso. 

Dann folgt wieder ein billiger Angriff auf die EWS (inclusive. Verleumdung, btw), genau wie auf “Öko-Auszeichnungen”, alles ganz pauschal und unsinnig. 

Und dann landen wir wieder bei der politischen Agenda unserer Gegenwind-Brüder. Es geht nicht um Wind, es geht nicht ums EEG, es geht um neoliberale Politik. Gemeinplätze, Schwadronieren über Wirtschaftsleistungen ohne weitere Inhalte und natürlich weitere Abwertung und Unsachlichkeit. Die Rede ist von “Ammenmärchen”, die der kenne (welche denn?). Von Durchbrüchen der Speichertechnologie (wer redet von diesen Durchbrüchen, und wie lässt sich daraus eine allgemeine Aussage ableiten?), und dass der gesamte Strombedarf gespeichert werden müsse (was Unsinn ist und niemand von Sinnen behauptet), oder dass behauptet würde, dass durch Windkraft bis zu 85% des Strombedarfs gedeckt werden könne (sicher punktuell möglich, aber kein allgemein sinnvolles oder gar anerkanntes Narrativ, vor allem nicht pauschal). 

Dann die alte Leier der Abhängigkeit. Und wieder der Verweis auf Covid-19, was sonst. Und wieder die Verdrehung, dass andere Leute Märchen erzählen würden, und natürlich Gemeinheiten, das Niveau sinkt immer mehr. 

Und dann kommt, auch hier sind wir wieder nahe bei AchGut, bei AfD und Co. ein Seitenhieb auf Merkel, um ein weiteres wirres Kompositum zu schaffen: “Wettbewerbsorgie”. Ich muss zugeben, ich habe die Parataxen der folgenden Abschnitte nun mehrfach gelesen, sie ergeben keinerlei Aussage. Es ist nicht zu entschlüsseln, um welche Wettbewerbe es dem Autoren nun gehen könnte. Wirr vor allem, wenn gerade dieser Autor anfängt, anderen Sprachpanschereien vorzuwerfen und Mitleid mit Philologen usw. zeigen will. Sorry, aber sein Text ist nun wirklich kein Augenschmaus5. Lustig vor allem, da er, wenn er von Philologen redet, wohl eher GermanistInnen meint, aber dieser “admin” neigt ja nicht selten dazu, zwanghaft Worte verwenden zu wollen, die er nicht wirklich versteht. 

Ähnlich lustig, wenn auch traurig, ist dann folgender Absatz, es geht um die Frage, was sein Geschwurbel mit einer BI zur Verhinderung der Windkraft auf Schwarzwaldhöhen zu tun habe:

Die Antwort ist einfach: Den Menschen dort, wie überall, werden Behauptungen, vermischt mit Angst- und Schreckensbildern um Augen und Ohren geschlagen, um dann mit den schönen Bildern einer geretteten, neuen Welt zu einer Art Glaubensbekenntnis verrührt zu werden. Mit einer realen Welt und erreichbaren Wirklichkeit jedoch, haben all diese hinlänglich bekannten Verheißungen wenig bis nichts zu tun.

Zuallererst geht es, wie gesagt, dieser BI nicht um Windkraft oder gar Umweltschutz. Das wäre die einfachste Antwort gewesen. So beschreibt er aber genau das Vorgehen der BI6, mit ihren Lügengeschichten, mit Angstmacherei vor Infraschall usw. Und dann halt wieder die ekelhafte Pathologisierung. Nur wir von der BI kennen die Realität, alle anderen, die anderes meinen oder wollen, leiden an Realitätsverlust und lassen sich von Wahnvorstellungen treiben. Goldenes Kalb in Reinform. 

Dass er wiederholt “Narrativ” in Anführungszeichen setzt, deutet wohl entweder darauf hin, dass er diesmal erkannt hat, dass er bei einem Wort nicht ganz sicher ist, was es bedeutet, oder dass er seine Leser für so dumm hält (was zu seiner Arroganz, die in der ständigen Abwertung anderer durchkommt, passt), dass sie nicht verstünden, was das sein könnte und wie er das meint. Und das in einem Satz, der den Germanisten wohl in den Suizid treiben würde, er ist zu gut als dass ich ihn unliniert lassen könnte:

Eine dieser „Narrativen“ entstand gleich zu Beginn der Verständlichmachung der Notwendigkeiten der oben erwähnten vor über zwanzig Jahren vorangetriebenen Energiewende mit der bereits erwähnten Minister-Eiskugel, die quasi als Eröffnungslüge des Jahrtausends in die Annalen einging.

Selbst mit korrekter Interpunktion wäre das semantischer Unsinn, vom Inhalt muss ich gar nicht erst anfangen. 

Danach wieder der unsägliche Eiskugelvergleich, wenn man halt sonst nichts hat, und schon wieder die einseitige Betrachtung des Strompreises. Und wieder der Verweis auf Covid-19, billigste Instrumentalisierung. Und noch mehr Arroganz, nur der Autor oder die BI haben einen realen Blick auf den Klimawandel, wer den nicht hat, soll zum Arzt gehen. 

Und dann käme ein prima selbstkritischer Satz der BI, wäre er nicht an alle anderen gerichtet. Und das gesamte Geschwurbel wird noch mal und nochmal wiederholt. In wirren Satzkonstruktionen, und wieder ohne Inhalte oder gar Belege. 

Verweise auf Langzeitstudien, wie immer ohne Verweise, welche das sind, folgen, u.a. auch in Bezug auf Insektensterben. Und dann ein kleiner Hammer: Das DLR hat anscheinend im Auftrag der Wissenschaftszeitschrift scinexx.de eine Studie durchgeführt und dabei herausgefunden, dass die 2019 installierten WKAs einen zusätzlichen Temperaturanstieg von 0,27 Grad Celsius in Deutschland bewirkten. Ein Hammer. Dazu möchte ich gerne mehr wissen. Da die Studie sich laut Autor auf installierte WKA Stand 2019 stützen, kann sie eigentlich nicht älter als von Mitte 2019 sein. Mal auf scinexx.de suchen. Hmm, drei Artikel scheinen halbwegs zu passen: Dieser beschreibt die Veränderung des lokalen Klimas durch Windkraftanlagen. Die zugrundeliegende Studie stammt aber nicht vom DLR, sondern von der State University of New York. Die dortige Studie deutet auf gewisse Veränderungen hin, kann aber keine klare Aussage in Bezug auf konkrete Veränderungen machen. Das kann also nicht der Artikel sein. 
Und dann gibt es noch diesen hier, er stammt aber auch nicht vom DLR und es geht auch nur um die gegenseitige Beeinflussung von WKAs, das selbe sagt auch dieser.  

Also schauen wir mal beim DLR. Nichts zu finden. Ausser einem Artikel zum Thema Windkraftanlagen und Fluginsekten. Der passt aber thematisch nicht, und den kann er auch nicht meinen, da er seine Aussage über Fluginsekten und Windparks weiter oben halt widerlegt. 

Also noch etwas mit Google suchen. Da findet man z.B. diesen Artikel. Er stammt auch nicht vom DLR, die zugrundeliegende Studie ist von der Harvard Universität (der Autor erwähnt, vermutlich unwissentlich, einen der Autoren der Studie). Sie zeigt auch eine Erwärmung durch WKAs. Allerdings in einem anderen Massstab: Wenn man sämtlichen Strombedarf(niemand redet davon, sämtlichen Strombedarf aus WKAs zu erzeugen) der USA (im Privathaushalt pro Kopf vier mal so hoch wie in Deutschland, gesamthaft sieben mal so hoch wie in Deutschland7Deutschland verbraucht pro Jahr ca. 0,55TWh an elektrischer Energie, davon sind ca. 20% aus Windkraft, also 0,11TWh. Die USA verbraucht im Jahr 3,9TWh an elektrischer Energie, das ist das Siebenfache des Gesamtverbrauchs von Deutschland und das Fünfunddreissigfache dessen, was in Deutschland durch Windenergie erzeugt wird.) durch WKAs erzeugen würde, würde sich die Oberflächentemperatur über Nordamerika um 0,24 Kelvin erhöhen. Das ist weit weg von den kolportierten 0,27 Grad in fünf Jahren nur in Deutschland des Autors. 
Und zusätzlich sagen die Autoren, dass der Erwärmungseffekt relativ klein sei im Vergleich zum Gewinn der Ablösung von Kohlekraftwerken. 
Die Studie, auf deren Mitautor “admin” sich bezieht, sagt eindeutig, dass Windkraft sinnvoll ist. 

Entweder bringt der Autor etwas arg durcheinander (auf Korrektur braucht man vermutlich nicht zu hoffen), oder er lügt, dass sich die Balken biegen. 

Anschliessend folgen weitere Rundumschläge gegen die Politik, diesmal gegen die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, mit viel Corona-Instrumentalisierung. Und damit geht es dann weiter mit neoliberalem Gewäsch, wie immer ohne Belege, voller Gemeinplätze und viel Geschwurbel. Ich schaffe es nicht, weiterzulesen, von so viel Falschheit, Unsinn und Geschwurbel wird mir sonst schlecht …

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Keiner kann sich mehr ein Auto leisten

Man liest oder hört irgendwie ständig, wie früher alles besser war und dass sich der Deutsche noch nicht mal mehr ein Auto leisten könne.

Stimmt das?

Damals

Nehmen wir DAS Durchschnittsauto: den Golf.

Vor 25 Jahren hat ein Golf 3 CL (Einstiegsmodell) recht genau 20.000DM gekostet1. Wohlgemerkt, ganz ohne ABS, Airbag usw. Ausstattungshighlights sind Make-Up-Spiegel und Analoguhr. Noch nicht mal ein Radio war drin.

VW Golf

Inflationsbereinigt sind das heute etwas mehr als 15.000EUR.

Lohn

Nun kann man überlegen, wie denn damals wohl das Einkommen aussah. Ich war damals Schüler, hatte Taschengeld und meine ersten Ferienjobs incl. Zeitungsaustragen. Zu wenig für einen Golf. Die damaligen Erwachsenen hatten dagegen Jobs und haben mehr oder weniger viel Geld verdient. Überraschenderweise inflations- und kostennormalisiert recht genau gleich viel wie heute, bzw. ca. 3% mehr2. D.h. wir können relativ gut vergleichen, wie viel Auto wir heute für den selben Betrag, also die 15.000EUR, bekommen.

Heute

Ok, was kostet denn heute ein Golf? Einstiegspreis 17.850 Euro. Aha! Fast 20% teurer. Kann sich also wirklich keiner mehr leisten. Gerücht bestätigt.

Moment!

Der aktuelle Golf hat im Einstiegsmodell schon einiges, was der Golf drei entweder gar nicht oder nur in teureren Ausstattungen hatte: Klimaanlage, Wärmeschutzverglasung, elektrische Fensterheber usw. Noch dazu war der Golf 3 4,02m lang und 1,7m breit, während der aktuelle Golf VII halt mit 4,25m Länge und 1,8m Breite schon fast eine damalige Klasse grösser ist. Aha, sagt der werte Sparer, ich muss also, um das selbe Auto zu bekommen, mehr kaufen als ich will.

Muss er das?

VW Golf 1.4 TSI BlueMotion Technology CUP (VII) – Heckansicht, 15. Juni 2014, Düsseldorf

© M 93 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 (DE)

Schauen wir mal eins nach unten. Der aktuelle Polo ist mit 4,05mx1,75m ziemlich genau gleich gross wie der damalige Golf, die Basisausstattung ist etwas besser als beim Golf 3, das Auto fährt sich garantiert komfortabler und sicherer. Und kostet laut Liste 13.000Euro.

Summa Summarum

Wir verdienen im Schnitt also in etwa gleich viel wie vor 25 Jahren, dafür kostet ein in etwa vergleichbares, wenn auch in nahezu allen Belangen etwas besseres Auto über 10% weniger als damals.

Wir dürfen uns also definitiv nicht darin verlieren, dass das Auto, was heute Golf heisst, ein anders Auto ist als das, was vor 25 Jahren Golf hiess. Wenn wir uns das merken, dann sind Neuwagen heute sogar im Schnitt günstiger als damals. Prima. Oder auch nicht, weil es eigentlich schon zu viele Autos gibt!